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Butscha-Massaker Russland sorgt mit widerwärtiger Reaktion für Entsetzen

Russlands Reaktion zum Butscha-Massaker ist an Widerwärtigkeit kaum zu überbieten. Die Schuld weist das Verteidigungsministerium weit von sich und macht stattdessen Andeutungen gegenüber der Ukraine.

Es sind Fotos und Videos, die auf der ganzen Welt für Schock und Entsetzen sorgen. Die russische Armee hat in der Stadt Butscha nahe der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw ein Massaker begangen. Die Opfer waren in vielen Fällen Zivilisten.

Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock verurteilte die „hemmungslose Gewalt“ und sprach von einem Kriegsverbrechen. Eine Einschätzung, die Politiker auf der ganzen Welt mit ihr teilen. Bearbock kündigte weitere Hilfen für die Ukraine an und forderte, dass Russland zur Rechenschaft gezogen werden müsse.

Auch Bundeskanzler Olaf Scholz gab sich erschüttert und verlangte eine Aufklärung der „Verbrechen des russischen Militärs“. Scholz sprach am Sonntag in Berlin von „furchtbaren und grauen-erregenden Aufnahmen“. „Straßen übersät mit Leichen. Notdürftig verscharrte Körper. Es ist von Frauen, Kindern und Alten die Rede, die unter den Opfern sind.“

Kämpfe gehen nach Butscha-Massaker im Osten der Ukraine weiter

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Derweil gehen die Kämpfe in der Ukraine weiter. Vor allem im Osten des Landes hielt der Beschuss von Städten im Gebiet Luhansk an, es gebe auch weiter Kämpfe bei Popasna und Rubischne. Nach russischen Angaben wurden in der Nacht zum Sonntag in der Ukraine insgesamt 51 Militäreinrichtungen getroffen, darunter vier Kommandoposten und zwei Raketenabwehrsysteme. Diese Angaben ließen sich von unabhängiger Seite nicht überprüfen.

Eine Rücksichtslosigkeit, die Russland nun auch noch mit Stellungnahmen zu den Vorwürfen im Zusammenhang mit dem Butscha-Massaker überbot. Die Schuld für die Gräueltaten an der Zivilbevölkerung wurde zurückgewiesen. Geradezu widerwärtig sind zudem die Andeutungen von russischer Seite, die Ukraine selbst sei für die Gewalttaten verantwortlich.

Reaktion des russischen Verteidigungsministeriums macht sprachlos

„In der Zeit, in der die Siedlung unter der Kontrolle der russischen Streitkräfte stand, hat kein einziger Einwohner unter irgendwelchen Gewalttaten gelitten“, heißt es in einer am Sonntag veröffentlichten Mitteilung des russischen Verteidigungsministeriums. Die russischen Soldaten hätten den Kyjiwer Vorort bereits am vergangenen Mittwoch verlassen.

Das russische Verteidigungsministerium sprach nun im Mitteilungsdienst Telegram von einer „geplanten Medienkampagne“ und vermittelte den Eindruck, dass die ukrainische Armee die Zivilisten durch Beschuss selbst getötet haben könnte. Belege dafür gab es nicht.

Die Behörde in Moskau deutete zudem an, dass die Aufnahmen gefälscht sein könnten - etwa weil einer der Menschen, die am Straßenrand liegen, in einer Videoaufnahme angeblich seine Hand bewegen soll. Das ist jedoch falsch. In dem entsprechenden Video ist keine Handbewegung zu sehen. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge handelt es sich um Leichen, die dort liegen. Auch in weiteren Aufnahmen, die in derselben Straße unter anderem von Pressefotografen gemacht wurden, liegen die Leichen an exakt derselben Stelle. (jv/dpa)

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