Nach einem neuen Angriff auf Kyjiw wird die Kritik an Trump noch lauter.
Experte mit klarer Ansage an Trump„Putin spuckt ihm ins Gesicht“

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Auf diesem von der russischen staatlichen Agentur Sputnik verbreiteten Foto besucht der russische Präsident Wladimir Putin am 22. August 2025 eine Ausstellung in Sarow.
28.08.2025, 16:40
Russland will keinen Frieden – im Gegenteil!
Während Kremlchef Wladimir Putin ein Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj rundweg ablehnt, lässt er die Waffen sprechen: In der Nacht folgte ein brutaler Großangriff auf Kyjiw.
Ein Regen aus hunderten Drohnen, Raketen und Marschflugkörpern ging auf das Nachbarland nieder, das sich seit Februar 2022 gegen den Überfall wehrt. Die schreckliche Bilanz: Mindestens 17 Menschen starben, darunter vier Kinder.
Wieder einmal nahmen die russischen Streitkräfte gezielt Wohnhäuser und andere zivile Ziele ins Visier. Und wieder einmal mischte Moskau eine gehörige Portion Provokation in seinen Angriff.
„Wir werden unsere Streitkräfte hinschicken, wohin wir wollen“
Nachdem letzte Woche bereits die Fabrik eines US-Elektronikherstellers getroffen wurde, meldeten diesmal das Kulturinstitut British Council und die EU-Delegation in Kyjiw Schäden an ihren Gebäuden.
Eine gezielte Provokation, die in Großbritannien für Empörung sorgte: Der russische Botschafter wurde einbestellt.
Die Angriffe kommen nicht überraschend. Während US-Präsident Donald Trump bislang auf harte Maßnahmen gegen den Kreml verzichtet, zeigt sich Moskau unbeeindruckt. Russland lehnt westliche Sicherheitsgarantien für die Ukraine ab und stellt stattdessen Bedingungen, die einer ukrainischen Kapitulation gleichkommen.
Im russischen Staats-TV werden Hass und Überheblichkeit offen zur Schau gestellt. „Wir werden unsere Streitkräfte hinschicken, wohin wir wollen“, tönte Moderator Jewgeni Popow kürzlich vor den Zuschauern und Zuschauerinnen des Senders Rossija 1. Und er legte nach: „Wir werden machen, was immer wir wollen.“
Militärexperte Alexej Leonkow stimmte mit einem beliebten russischen Sprichwort ein: „Amerikaner sind dumm“. Moskau habe seine Bedingungen „klar und offen“ auf den Tisch gelegt, so der Gast in der Sendung. „Hier Leute, es liegt auf dem Tisch, lest es“, sagte Leonkow laut der Übersetzung des „Russian Media Monitor“.
Dass Europa nun ins Visier gerät, ist kein Zufall. Seit Wochen versucht der Kreml, die europäischen Staaten als Friedensbremse darzustellen. Das Ziel: einen Keil zwischen US-Präsident Trump und die europäischen Verbündeten zu treiben.
Im Moskauer Staatsfernsehen klingt das dann so: „Europa versucht noch immer die USA in die Sache hineinzuziehen und verlangt anti-russische Sanktionen“, hetzte der bekannte Kreml-Propagandist Wladimir Solowjow. Die „räudigen Tiere“ aus Europa hätten in der Ukraine nichts zu suchen. Er drohte sogar, dass Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bald „die Stiefel russischer Soldaten putzen“ werde.
Nach dem neuen Terror-Angriff fordern mehrere europäische Länder härtere Maßnahmen. „Putin verspottet die europäischen und amerikanischen Friedensbemühungen“, kommentierte der polnische Außenminister Radosław Sikorski die Attacke.
Putins Botschaft: „Terror, Krieg und Mord“
Sein estnischer Amtskollege Margus Tsahkna schrieb auf der Plattform X: „Heute haben wir wieder einmal gesehen, was die russischen ‚Friedensgespräche‘ wirklich bedeuten.“ Putins Botschaft bleibe „Terror, Krieg und Mord.“ Tsahknas klare Forderung: „Europa darf nicht wegschauen. Wir müssen mehr tun.“
„Russland hat nicht die Absicht, diesen Krieg zu beenden“, stellte der finnische Präsident Alexander Stubb fest. Putin wolle die Ukraine zerstören und verstehe nur eine Sprache: „Präsident Putin versteht nur Stärke. Nur Druck wird ihn an den Verhandlungstisch bringen.“
Auch aus Deutschland kommen klare Worte. „Putin setzt darauf, dass wir vor ihm einknicken“, schrieb der CDU-Politiker Roderich Kiesewetter bei X. Er fordert „mehr Unterstützung“ für die Ukraine. Die Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt stimmte am Donnerstag zu: „Putin will nicht reden. Er will zerstören.“
Bei Russland-Experten und -Expertinnen sorgt Putins Vorgehen für Wut – und für scharfe Kritik an US-Präsident Trump. Der Historiker Matthäus Wehowski schrieb: „Ballistische Raketen, Marschflugkörper und Drohnen. Taten sprechen deutlicher als Worte – Russland hat kein Interesse an Frieden und hält Trump zum Narren.“
Der ehemalige US-Botschafter in Russland, Michael McFaul, wurde noch deutlicher: „In der Trump-Ära hat Putin seine Angriffe auf ukrainische Zivilisten und Zivilistinnen verstärkt“, schrieb der Ex-Diplomat bei X.
Seine knallharte Botschaft an Trump: „Ich hoffe, Herr Trump und sein Team verstehen, wie Putin ihnen ins Gesicht spuckt.“
Und Putin selbst? Der Kremlchef, der sich zu den Friedensbemühungen zuletzt nicht mehr öffentlich äußerte, traf sich am Donnerstag seelenruhig mit einem russischen Gouverneur. Thema des Gesprächs laut Staatsagentur Ria Novosti: „Maßnahmen zur Unterstützung“ der russischen Soldaten und Soldatinnen in der Ukraine. (red)