Für Reisende ohne EU-Pass ändert sich jetzt alles. Das musst du wissen.
Schluss mit Pass-StempelNeues EU-System erfasst Fingerabdrücke und Gesichtsbilder

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Im Schengen-Raum wurden seit der schrittweisen Einführung des neuen Systems etwa 27.000 Reisen verwehrt. (Archivbild)
Für Reisende ohne EU-Pass wird es ab sofort ernst. An sämtlichen Außengrenzen des Schengen-Gebiets startet heute das neue digitale Kontrollsystem (EES). Das bedeutet auch für Ankünfte am Flughafen Köln/Bonn eine große Umstellung.
Die Methode sammelt deutlich mehr Informationen als bisher, darunter biometrische Merkmale wie Scans vom Gesicht und Abdrücke der Finger. Der klassische Stempel im Reisepass gehört damit der Vergangenheit an. Laut EU-Kommission soll das System, wie die „dpa“ berichtet, dabei helfen, Verbrechen und Terrorismus effektiver zu bekämpfen. Die verschärften Regeln gelten für Personen ohne Pass eines der 25 EU-Länder sowie von Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz.
Deutschland als Vorbild? Tausende Einreisen bereits verhindert
Seit vergangenem Oktober wurde das System in den Mitgliedsstaaten nach und nach hochgefahren. Während es in einigen Ländern offenbar noch technische Schwierigkeiten gibt, wird Deutschland von der EU-Kommission als „Musterschüler“ gelobt. Alleine an den deutschen Airports verhinderte das Verfahren schon mehr als 2.000 Einreiseversuche.
Europaweit wurden sogar rund 27.000 Reisen unterbunden. Zudem stufte das System seit Oktober über 700 Menschen als Sicherheitsrisiko ein. EU-Innenkommissar Magnus Brunner sprach von einem „wichtigen Meilenstein für den europäischen Außengrenzschutz“.
Heftiger Gegenwind: Airlines und Lkw-Fahrer laufen Sturm
Trotz des offiziellen Zuspruchs gibt es auch laute Kritik. Vor allem Fluggesellschaften und Airports befürchten massive Verzögerungen und Chaos bei der Abfertigung. Ryanair-Boss Michael O'Leary verlangte kürzlich in der Londoner Zeitung „The Times“ sogar, die vollständige Einführung auf die Zeit nach dem Sommer zu verschieben.
Schon zu Jahresbeginn machten Lkw-Fahrer aus Südosteuropa mit Blockaden an den Grenzen ihrem Ärger Luft. Sie protestierten gegen die strenger durchgesetzten EU-Aufenthaltsbestimmungen, die ihrer Meinung nach mit ihrem Job nicht vereinbar seien. (red)
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