Jeder kennt sie, vielen raubt sie den letzten Nerv: die Deutsche Bahn. In einer neuen Doku nimmt Dunja Hayali den Zugverkehr ins Visier - inklusive persönlicher Erlebnisse.
Dunja Hayali„Ich würde mehr mit der Bahn fahren, aber ...“

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Ein Thema, das viele beschäftigt: In der ZDF- Sendung am Puls (ab 22. Juli im Stream oder um 20.15 Uhr im ZDF Fernsehen) nimmt Dunja Hayali die Deutsche Bahn unter die Lupe.

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Eigentlich würde sie die Deutsche Bahn ja lieber öfter nutzen, sagt Moderatorin Dunja Hayali (52). Aber: „Zu teuer, zu unpünktlich, zu unzuverlässig.“ Drei Jahre hat die Moderatorin ganz persönlich die Verspätungen aufgelistet, denen sie ausgesetzt war. Jetzt sucht sie für die ZDF-Reihe „Am Puls“ (Mittwoch, 20.15 Uhr) nach Antworten – und präsentiert erschreckende Ergebnisse.
Berlin Dortmund, Köln oder Frankfurt. Das sind die Strecken, die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali am häufigsten mit der Bahn fährt. EXPRESS-Lesern gibt sie (den nicht ganz ernst gemeinten) Tipp: „Alle sollten besser aussteigen, wenn ich einsteige. Denn in der Regel ist bei mir immer irgendwas. Das alles reibungslos läuft, ist fast wie ein Sechser im Lotto. “ Natürlich geht es nicht nur ihr so. So manch einer wird zum Ferienstart in NRW wieder mächtig geflucht haben, wenn er den Anschlusszug nicht bekam oder wieder einmal die Klimaanlage in völlig überfüllten Abteilen ausgefallen ist.
Nette Menschen, die an der Bahn verzweifeln
Und doch geht es für viele nicht ohne. Deshalb trägt die Doku auch den Titel: „Unsere Bahn: Geliebt, verflucht – gefährlich?“ Dunja Hayali sprach mit Fahrgästen in Zügen und an Bahnhöfen, begleitete Lokführer während ihrer Schichten. Dabei zeigt der Film, wie Störungen im Betrieb entstehen und sich ausweiten. Der Film zeigt auf drastische Weise, wie veraltete Technik den Bahnverkehr belastet. Wie alte Stellwerke und Anlagen zu Störungen und Verzögerungen führen. Dunja Hayali sagt: „Wir sind bei den Dreharbeiten auf lauter nette Menschen gestoßen, die aber alle an der Bahn verzweifeln. Egal, ob sie bei der Bahn arbeiten, mit der Bahn fahren oder politisch für die Bahn mitverantwortlich sind.“
Eine Umfrage der Lokführergewerkschaft GDL ergebe beispielsweise, dass viele gemeldete Probleme ohne Rückmeldung blieben. Auch Sicherheitsmängel spielen eine Rolle. Der Film zeigt, wie Schäden an Gleisen und Infrastruktur den Betrieb gefährden. Beleuchtet wird natürlich auch die Rolle der Politik beim Bahnverkehr in Deutschland. CDU-Verkehrspolitiker Michael Donth (59) gibt in der Doku (wir sahen sie vorab) verblüffend offen zu, dass im verantwortlichen Bundesverkehrsministerium schlichtweg das Know-how fehle. Deswegen würden sich Entscheidungen und Projekte verzögern und einfach nicht vorankommen. Ein Beispiel sei die Digitalisierung der Bahn. Sie solle für mehr Kapazität und pünktlichere Züge sorgen. Doch die Umsetzung stocke seit Jahren.
Und warum funktioniert es Ihrer Meinung nach im Ausland besser, Frau Hayali? „Weil es, wie in Belgien, den Willen aller Verantwortlichen und einen Masterplan gab.“ Ihr persönliches Horrorerlebnis übrigens: „Ich war mal auf dem Weg nach Dortmund. Unterwegs sind die verschiedensten Dinge passiert, irgendwann fuhren wir sogar rückwärts. Kurz bevor wir in Dortmund ankamen, hieß es dann: ‚Alle müssen aussteigen. Das Zugpersonal hat das Ende der Arbeitszeit erreicht‘. Problem: Endstation wäre aber eigentlich Köln gewesen. Da hätten sie die Leute mal erleben sollen.“
