Seine Geschichte wurde zum Hollywood-Hit, doch der wahre Kampf ist nicht vorbei. Eine Stadt in NRW will Mohamedou Ould Slahi um jeden Preis draußen halten und zieht dafür bis vor das oberste Gericht.
Duisburgs Kampf gegen Ex-Häftling eskaliertJetzt muss das Bundesgericht entscheiden

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Der Fall eines ehemaligen Guantánamo-Häftlings, der heute in den Niederlanden lebt und nicht nach Deutschland einreisen durfte, wird jetzt vom Bundesverwaltungsgericht in Leipzig geprüft. (Archivbild)
Die juristische Auseinandersetzung um Mohamedou Ould Slahi, dessen Martyrium im Kinofilm „Der Mauretanier“ verewigt wurde, spitzt sich zu. Die Stadt Duisburg akzeptiert die gerichtliche Aufhebung des Einreiseverbots nicht. Wie die dpa unter Berufung auf eine Sprecherin des Oberverwaltungsgerichts meldet, wurde nun Revision eingelegt. Damit landet die Angelegenheit nun in Leipzig vor dem Bundesverwaltungsgericht.
Slahi saß 14 Jahre lang im berüchtigten US-Gefangenenlager Guantánamo fest. Nach seiner Entlassung erließ Duisburg ein auf 20 Jahre befristetes Einreiseverbot gegen den heutigen Niederländer. Als Grund wurde eine mögliche Gefahr durch Terrorismus angeführt.
Trotz Gerichtsurteil: Duisburg lässt nicht locker
Das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen hatte diese Maßnahme jedoch gekippt. Anfang Februar entschieden die Richter in der zweiten Instanz zugunsten von Slahi. Die zentrale Begründung: Als niederländischer Staatsbürger ist er nun Bürger der EU. Eine rechtliche Basis für ein Verbot sahen die Richter daher nicht mehr.
Allerdings erlaubte das Gericht eine Revision, weil der Fall von grundsätzlicher Wichtigkeit ist. Genau diesen Weg schlägt die Stadt Duisburg nun ein. Die Verwaltung will das Verbot unbedingt aufrechterhalten und bringt den Streitfall somit vor das höchste deutsche Verwaltungsgericht in Leipzig.
Vom Gefängnis-Tagebuch zum Kino-Hit
Slahis Geschichte sorgte international für Aufsehen. Sein Buch „Das Guantánamo-Tagebuch“, das er während seiner Haft verfasste, avancierte zum Bestseller und wurde 2021 von Hollywood verfilmt.
In der Verfilmung „Der Mauretanier“ spielten Top-Stars wie Jodie Foster seine Anwältin für Menschenrechte und Benedict Cumberbatch einen Militärermittler. Der Streifen wurde hierzulande im Kino sowie im Fernsehen gezeigt und brachte seine Lebensgeschichte einem riesigen Publikum nahe. (red)
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