Was für eine fiese Titelseite Trump schlägt Lieblings-Zeitung auf und kriegt böse Ohrfeige

Donald Trump, ehemaliger US-Präsident, spricht in seinem Anwesen Mar-a-Lago.

Donald Trump, ehemaliger US-Präsident, spricht in seinem Anwesen Mar-a-Lago: Seine Ankündigung für eine erneute Präsidentschaftskandidatur sorgte nicht bei jedem Konservativen für Begeistungsstürme.

Das, was viele befürchtet hatten, ist eingetreten: Donald Trump will erneut ins Weiße Haus einziehen. Auch seine Lieblingszeitung berichtete nun über seine Kandidatur für 2024 – allerdings anders, als Trump gedacht hatte. 

Es scheint so, als seien selbst die rechten Sender und Medien genervt von Donald Trump. In seinem Anwesen in Mar-a-Lago (im US-Bundesstaat Florida) hat der 76-Jährige vor wenigen Tagen seine erneute Präsidentschaftskandidatur bekannt gegeben.

Seine Fans und die engste Anhängerschaft feiern sein Comeback. Doch spätestens nach der Midterm-Pleite für die Republikaner gehen Trumps einstige Sprachrohre auf Distanz zu ihm – vor allem Rupert Murdochs Medien, jener US-Medienmogul, der lange Zeit eine Art Allianz mit dem einstigen Präsidenten eingegangen war. 

Donald Trump: Böse Ohrfeige von der „New York Post“

Doch dass damit Schluss ist, war schon beim US-Sender Fox zu sehen, einst der Haussender Donald Trumps: Offenbar wurde dem Sender die Rede aus Florida zu langweilig, mitten in seiner Ausführung über Angela Merkel („Erinnert ihr euch an Angela? Niemand erinnert sich mehr an sie.“) dreht Fox den Ton ab – und schaltet stattdessen zu einem Studiogespräch hinüber. 

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Eine ähnliche böse Ohrfeige gab es nun von Trumps verbuchter Lieblingszeitung, die seine erste Morgenlektüre sein soll: Am Mittwoch (16. November 2022) reagierte das konservative Boulevardblatt „New York Post“, ebenfalls Teil des Murdoch-Imperiums, mit beißendem Sarkasmus auf der Titelseite. Statt eines großen Trump-Konterfeis mit der entsprechenden griffigen Zeile stand nur ganz unten kleingeschrieben: „Mann aus Florida macht Ankündigung“, für weitere Details verwies die Zeitung auf Seite 26.

Dort stand dann ein kurzer Artikel über Trumps erneute Präsidentschaftskandidatur: „Nur 720 Tage vor der nächsten Wahl hat ein Rentner aus Florida am Dienstagabend überraschend angekündigt, dass er sich auf das Präsidentenamt bewirbt.“ Trump, „der begeisterte Golfer“, habe eine Ankündigung gemacht, „die kein Politik-Experte hatte kommen sehen“ – und zwar in „seinem Resort und seiner Bibliothek für Geheimdokumente“. Eine Anspielung auf den FBI-Einsatz in seinem Anwesen in Florida: Die Behörde beschlagnahmte Geheimdokumente, die Trump nach seiner Präsidentschaft verbotenerweise in sein Anwesen nahm. 

Donald Trump erfährt reichlich Spott: „Lieblingsessen ist gegrilltes Steak“

Im Artikel hieß es weiter, dass Trump 2024, wenn der US-Präsident neu gewählt werde, 78 Jahre alt wird. Er wäre damit so alt wie der derzeitige US-Präsident Joe Biden, der älteste Amtsinhaber der US-Geschichte. „Seine Cholesterin-Werte sind unbekannt, aber sein Lieblingsessen ist gegrilltes Steak mit Ketchup“, heißt es im Artikel über Trump weiter. 

Zwar verliefen die Midterms in den USA besser als von vielen erwartet, doch die Mehrheit im Repräsentantenhaus geht nun knapp an die Republikaner – den Senat konnten die Demokraten hauchdünn verteidigen. Wie sehr es in Trumps Partei rumort, zeigt sich nun auch darin, dass die Senatoren ausgerechnet jenen Mann zum Anführer im Senat gemacht haben, der von Trump regelmäßig angegriffen wird: Mitch McConnell soll Minderheitsführer werden. 

Donald Trump: Spaltung der GOP zeichnet sich ab

Trump hatte McConnell zuletzt für die Midterm-Schlappe verantwortlich gemacht: „Es ist Mitch McConnells Schuld“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Alle würden ihn „verachten“. 

Einst war McConnell ein wichtiger Trump-Verbündeter, nach dem Sturm aufs Kapitol 2021 jedoch gingen viele republikanische Politikerinnen und Politker auf Distanz. Innerhalb der Partei zeichnet sich immer mehr ein Machtkampf ab zwischen dem Trump-Lager, der MAGA-Bewegung („Make Amerika Great Again“) und den gemäßigteren Parteimitgliedern.

Trumps dritte Kandidatur könnte dazu führen, dass sich die Partei endgültig spaltet. Und auch Murdoch könnte ihm das Leben schwer machen – und mit seinen Medien in Zukunft dafür sorgen, dass Trump auch bei den Rechtskonservativen in einem weniger guten Licht dasteht.

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