Ein offener Brief erschüttert die NRW-Politik! Weit über 1.100 bekannte Gesichter aus Wissenschaft und Kultur stellen sich hinter Donatella Fioretti, die Chefin der Düsseldorfer Kunstakademie. Sie wehren sich gegen eine ihrer Meinung nach wachsende Einmischung der Politik in Hochschulen und Kultureinrichtungen.
Riesen-Krach in DüsseldorfÜber 1000 Promis verteidigen Rektorin gegen Politik-Einmischung

Copyright: Oliver Berg/dpa
Die Kunstakademie Düsseldorf taucht zuletzt häufiger in den Nachrichten auf. (Archivbild)
Der Hintergrund des Zoffs: ein geplanter Werkvortrag mit der palästinensischen Künstlerin Basma al-Sharif an der Kunstakademie in Düsseldorf im Januar 2026. Wegen Posts in sozialen Netzwerken wurde der Künstlerin Antisemitismus unterstellt und die Absage gefordert. Der Streit gipfelte in einer Petition für Fiorettis Rücktritt, die sogar Düsseldorfs OB Stephan Keller (CDU) unterschrieb.
Hochschule wehrt sich – Vortrag nur intern
Die Hochschule ließ die Vorwürfe juristisch prüfen, wie die dpa berichtet. Das Ergebnis: Die Aussagen sind nicht strafbar und von der Meinungsfreiheit gedeckt. Eine Absage kam für die Leitung daher nicht infrage. Wegen Drohungen im Netz fand der Vortrag aber nur noch hochschulintern statt.
Die Unterzeichner des offenen Briefes pochen nun auf Artikel 5 des Grundgesetzes. Dieser schütze die Freiheit von Kunst und Lehre ausdrücklich, auch bei unbequemen Positionen. Solche Einschüchterungsversuche und der Druck vonseiten der Politik seien „einer Demokratie unwürdig“.
Das Schreiben warnt eindringlich davor, dass die aktuelle Zuspitzung zu einem gefährlichen „Präzedenzfall“ werden könnte. Damit wären politische Eingriffe in die verfassungsrechtlich garantierte Freiheit von Wissenschaft und Kunst sowie die Autonomie der Hochschulen möglich.
Brisante Kritik: Wird hier AfD-Sprache kopiert?
Besonders scharf kritisieren die Verfasser eine Formulierung aus dem Wissenschaftsausschuss des NRW-Landtags: vom „Deckmantel“ der Kunst- und Wissenschaftsfreiheit. Diese Metapher, so der Vorwurf, sei ursprünglich von der AfD in die Debatte gebracht worden. Nun würden auch andere Parteien sie aufgreifen und damit Freiheitsrechte unter Generalverdacht stellen.
Auf der Liste der Erstunterzeichner stehen international bekannte Namen. Darunter der Fotograf Wolfgang Tillmans, die Rektorin des Wissenschaftskollegs zu Berlin, Barbara Stollberg-Rilinger, und die Direktorin des Einstein Forums, Susan Neiman. Auch die Philosophinnen Nancy Fraser, Eva von Redecker und Juliane Rebentisch sowie Holocaustforscher Michael Rothberg und die Kuratorin der documenta 12, Ruth Noack, unterstützen den Appell.
Am Mittwoch soll Rektorin Fioretti in einer Sondersitzung des Ausschusses für Kultur und Medien im Landtag zu den Vorgängen Stellung beziehen. Die Initiatoren des Briefes appellieren an die Abgeordneten, sich bei der Sitzung auf das Grundgesetz und das Zensurverbot zu besinnen. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

