Ein amerikanischer Geldgeber kauft eine der bedeutendsten deutschen Anlagen – die Zukunft von etwa 1800 Jobs ist ungewiss.
Beben im RuhrpottBP stößt Mega-Raffinerie in Gelsenkirchen ab

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Käufer gefunden, Vertrag unterzeichnet: Der Mineralölkonzern BP verkauft seine Raffinerie in Gelsenkirchen an die Klesch Group. (Archivbild)
Der Ölmulti BP veräußert seine Anlage in Gelsenkirchen. Die Klesch-Gruppe, ein unabhängiger Betreiber von Raffinerien, wird der neue Besitzer. Diese Information gab BP in Bochum bekannt. Zum Kaufpreis wurde absolutes Stillschweigen bewahrt.
Dieser Handel ist für die Gegend ein gewaltiger Einschnitt: Die Anlage in Gelsenkirchen zählt zu den bedeutendsten in der gesamten Bundesrepublik. Der aus zwei Teilen bestehende Betrieb hat die Kapazität, pro Jahr etwa zwölf Millionen Tonnen Rohöl zu verarbeiten. Produziert werden hauptsächlich Treibstoffe für den Straßen- und Luftverkehr sowie Grundstoffe für die Petrochemie. Nach Angaben von BP arbeiten derzeit circa 1.800 Personen in dem Komplex, zu dem auch ein Tanklager in Bottrop gehört.
Wer steckt hinter dem Kauf der BP-Anlage?
Die Unternehmensgruppe des Amerikaners A. Gary Klesch hat sich in Europa bereits einen Namen gemacht. Laut Meldung der „dpa“ besitzt die Firma schon zwei Ölraffinerien in Europa. Eine Anlage befindet sich in Heide (Schleswig-Holstein), welche Klesch im Jahr 2010 von Shell erwarb. Im Jahr 2022 wurde eine zusätzliche Raffinerie im dänischen Kalundborg übernommen.
Zusammen mit der Anlage in Gelsenkirchen werden ebenfalls die Tochterfirma DHC Solvent Chemie in Mülheim/Ruhr mit ihren 80 Mitarbeitenden und andere Beteiligungen veräußert. BP hatte die Absicht zum Verkauf schon vor mehr als einem Jahr öffentlich gemacht.

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Die BP-Raffinerie in Gelsenkirchen bekommt einen neuen Eigentümer. (Archivbild)
In einer offiziellen Erklärung sprach der Inhaber A. Gary Klesch die Belegschaft in Gelsenkirchen unmittelbar an: „Wir möchten den Mitarbeitenden versichern, dass ihr Fachwissen für den künftigen Erfolg der Raffinerie von zentraler Bedeutung bleibt. Unser Ziel ist es, sowohl mit ihnen als auch mit dem Betriebsrat eine starke Partnerschaft aufzubauen“, hob er hervor.
BP erhofft sich Einsparungen in Milliardenhöhe
Für BP stellt die Veräußerung einen Baustein einer umfassenderen Strategie dar. Der Konzern möchte sein Portfolio straffen und den Fokus auf seine Kernbereiche legen. Es wird damit gerechnet, dass der Deal nach Genehmigung durch die zuständigen Behörden im zweiten Halbjahr 2026 finalisiert wird.
Der Multi erwartet durch den Verkauf der Anlage in Gelsenkirchen eine Reduzierung der Betriebskosten um circa eine Milliarde US-Dollar (ungefähr 868 Millionen Euro). (red)
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