Der US-Autor Michael Wolff enthüllt Donald Trumps möglichen Plan, seinen Einfluss auf das Weiße Haus auch nach dem Ende seiner Amtszeit zu sichern – und welche Rolle dabei sein ältester Sohn spielen könnte.
Star-Autor über Trumps Zukunftspläne„Mir läuft es eiskalt den Rücken runter“

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Präsident Donald Trump flankiert von Verteidigungsminister Pete Hegseth (2. v. r.) und Handelsminister Howard Lutnick (r.) sowie von Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. (l.), Innenminister Doug Burgum (2. v. l.) und US-Außenminister Marco Rubio (3. v. l.).
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Michael Wolff, Journalist und Autor von vier Büchern über Donald Trump – darunter das berühmte „Fire and Fury“ über Trumps erste Amtszeit – hat in einer neuen Podcast-Folge dargelegt, wie der Präsident seine Nachfolge planen könnte.
Im Podcast „Inside Trump's Head“, welchen Wolff gemeinsam mit Joanna Coles vom „Daily Beast“ moderiert, machte er Donald Trump Jr. als wahrscheinlichen Erben aus.
Don Jr. als Kronprinz?
„Er hat sein Leben lang als Lakai seines Vaters gedient“, sagte Wolff über den ältesten Sohn des Präsidenten. „Er hat sein Leben in einem Geschäft verbracht, das kaum von Bedeutung ist. Er tat alles nur, um seinen Vater zu unterstützen.“ Er habe kaum politische Kompetenzen, diene allein seinem Vater. „Da läuft es mir eiskalt den Rücken herunter.“
Wolff zufolge habe Trump Jr. sich in eine Position manövriert, die ihn zum natürlichen Nachfolger mache. Andere Trump-Kinder wie Ivanka und Tiffany hätten sich dagegen faktisch „aus dem Rennen genommen“. Ivanka Trump hat sich nach der Amtszeit ihres Vaters weitgehend aus der Politik zurückgezogen und distanziert sich von dessen politischem Umfeld. Auch Tiffany Trump hielt sich weitgehend aus den politischen Aktivitäten ihres Vaters heraus.
Donald John Trump Jr. als möglicher US-Präsident? Bereits im vergangenen Jahr erklärte er auf einem Wirtschaftsforum in Katar, er fühle sich zu dem Amt berufen. Don Jr. gilt als einer der größten Unterstützer der Politik seines Vaters, war maßgeblich an der Besetzung von Top-Personalien im Kabinett beteiligt, darunter auch JD Vance als Vizepräsident. Die BBC bezeichnete Don Jr. gar mal als „Trumpier than Trump“ (übersetzt etwa: „trumpischer als Trump“).
„Republikaner kommen, um ihm die Füße zu küssen“
Buchautor Wolff zeichnet das Bild eines US-Präsidenten, der seine Macht über die Republikanische Partei auch im Ruhestand aufrechterhalten will – ähnlich wie in der Zeit zwischen seinen beiden Amtszeiten. Er wolle die MAGA-Bewegung weiter dominieren.

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Donald Trump Jr. und seine Partnerin, das Model Bettina Anderson im April 2026 bei einem UFC-Kampf in Miami.
„Das hat ihm in seiner Zeit in Mar-a-Lago wirklich Spaß gemacht“, sagte Wolff. „Also kehrt er wieder dorthin zurück, während die Republikaner kommen, um ihm die Füße zu küssen, wobei seine Äußerungen maßgeblich in der Partei bleiben und er immer noch in der Lage sein wird, sich über den jeweiligen Demokraten im Weißen Haus lustig zu machen. Und dann, irgendwann, stirbt er als glücklicher Mann“, sagte Wolff. „Allerdings wäre er weit weniger glücklich, wenn ihn jemand aus der Republikanischen Partei ersetzen würde.“
Wolff betonte, Trump wolle nach seinem Abgang weiterhin Einfluss auf das Weiße Haus ausüben. Ein echter Nachfolger sei aber nicht erkennbar, denn viele Kandidaten seien eher Medienfiguren oder politisch fragwürdige Persönlichkeiten.
Vance als klarer Favorit der Parteibasis
Die republikanische Parteibasis hat bereits eine klare Präferenz signalisiert – und die heißt nicht Don Jr. Bei der jährlichen Konferenz amerikanischer Konservativer (CPAC), die im texanischen Grapevine stattfand, wurde JD Vance zum Favoriten für die republikanische Präsidentschaftskandidatur 2028 gewählt.
Bei der Testabstimmung unter mehr als 1.600 Teilnehmern erhielt Vance rund 53 Prozent der Stimmen. Auf dem zweiten Platz landete Außenminister Marco Rubio mit 35 Prozent. Kein anderer möglicher Kandidat kam auf mehr als zwei Prozent.
Die Abstimmung erlaubt zwar keine Vorhersage, wer letztlich Präsidentschaftskandidat wird, gilt aber als wichtiger Stimmungsindikator der Parteibasis. Trump selbst darf nach seiner aktuellen zweiten Amtszeit bei der Wahl 2028 nicht erneut antreten.
Rubio ist mit Iran-Krieg beliebter geworden
Im vergangenen Jahr hatte Vance die Umfrage noch mit 61 Prozent deutlich angeführt – damals noch weit vor dem früheren Trump-Berater Steve Bannon und Floridas Gouverneur Ron DeSantis. Rubio hingegen kam damals auf lediglich drei Prozent. Seine stark gestiegene Beliebtheit wird auf seine zentrale Rolle bei den jüngsten US-Militäreinsätzen in Venezuela und im Iran zurückgeführt.
Die CPAC-Konferenz zieht vor allem Anhänger der „Make America Great Again“-Bewegung an – jener Basis, auf die sich jeder künftige republikanische Kandidat stützen muss. (mg)
