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20 Jahre die gleiche SuppeARD-Drama zeigt die unendliche Suche einer Mutter

Ayse Polat

Copyright: Felix Hörhager/dpa

Ayse Polat wurde für den Film mehrfach ausgezeichnet - hier etwa beim Bayerischen Filmpreis. (Archivbild)

Seit zwei Jahrzehnten hofft eine Mutter auf die Rückkehr ihres Sohnes. Ein Kamerateam wagt sich an ein heikles Thema. Der gefeierte Film „Im toten Winkel“ beleuchtet eine hochbrisante Geschichte aus der Türkei – und ihr könnt ihn ab sofort in der ARD anschauen.

Jedes Jahr wiederholt Hatice ein Ritual: Sie kocht eine besondere Suppe. Es ist genau das Gericht, das sie vor zwei Jahrzehnten zubereitete, am Tag, als ihr Sohn einfach weg war. Eine Dokumentarfilmerin aus Deutschland möchte in „Im toten Winkel“ eben jene Story festhalten. Doch die Dreharbeiten werden von merkwürdigen Ereignissen überschattet: Ein junges Mädchen hat plötzlich rätselhafte Visionen und ein entscheidender Zeuge, ein Anwalt mit kurdischen Wurzeln, erscheint nicht zum vereinbarten Gespräch.

Worum es in dem gefeierten ARD-Streifen geht

Das Werk der Regisseurin Ayse Polat mit kurdisch-deutschen Wurzeln, das nun in der ARD-Mediathek zu finden ist (lineare Ausstrahlung am Sonntag, 15. März, um 23.35 Uhr im Ersten), widmet sich einem düsteren Kapitel der türkischen Vergangenheit: dem Verschwinden von kurdischen Menschen aus dem Polizeigewahrsam während der 90er-Jahre.

Streaming-Ausblick ARD - «Im toten Winkel»

Copyright: -/WDR/Mitosfilm & PunktPunktPunkt Filmproduktion/dpa

Szene aus dem Thriller «Im toten Winkel». Der film steht in der ARD-Mediathek und läuft am 15.03. im Ersten.

Laut dpa-Meldungen greift Polat das ernste Sujet aus unterschiedlichen Blickwinkeln auf. Der Streifen präsentiert nicht allein die Perspektive der Betroffenen, sondern rückt das Publikum unerwartet in die Position eines Verfolgers – anscheinend Teil einer konspirativen Gruppe. Die Grenzen zwischen Opfern und Tätern werden unklar, während die Regierung alles im Blick zu haben scheint.

Inspiration durch die „Samstagsmütter“

Die Filmemacherin Ayse Polat, Jahrgang 1970, die sich auch mit ihren „Tatort“-Regiearbeiten einen Namen gemacht hat, wird als eine Schlüsselfigur des deutsch-türkischen Filmschaffens angesehen. Für ihr Werk „Im toten Winkel“ erhielt sie 2024 eine Auszeichnung beim Deutschen Filmpreis.

Ihre Anregung erhielt sie von den sogenannten Samstagsmüttern. Seit den 90er-Jahren demonstrieren diese Mütter mit kurdischen Wurzeln in Istanbul für ihre vermissten Söhne, welche vermutlich durch die Geheimorganisation Jitem verschleppt worden sind. „Natürlich wissen die Mütter mittlerweile, dass ihre Kinder schon lange tot sind. Doch sie wollen wissen, wo deren sterbliche Überreste liegen“, äußerte Polat gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Dreharbeiten in der Türkei mit großem Risiko verbunden

Polat beabsichtigte jedoch, nicht ausschließlich die Sicht der Opfer darzustellen. „Ich wollte auch auf die Täter schauen, um das System zu verstehen, das eine solche Gewalt möglich macht“, erläutert sie. Ihr Anliegen war es zu erforschen, wie sich Gewalt von Generation zu Generation überträgt.

In der Türkei ist das Sujet außerordentlich sensibel. Die Filmemacherin erzählt von einer erheblichen Gefahr während der Filmaufnahmen im nordöstlichen Teil des Landes. Der Druck hielt vor allem für die Darstellerinnen und Darsteller mit türkischem und kurdischem Hintergrund an. „In autokratischen Systemen ist Willkür strukturell angelegt und verschwindet nicht mit Applaus“, meint Polat.

Ungeachtet des gravierenden Inhalts wird der Film fesselnd wie ein Thriller dargeboten. Er liefert nicht nur mitreißendes Kino, sondern lässt auch die seelischen Wunden von Personen spürbar werden, deren Lebenswege im blinden Fleck der türkischen Vergangenheit verborgen sind. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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