Mitten in der Leipziger Innenstadt fährt ein Autofahrer mehrere Menschen an – zwei von ihnen sterben. Die Ermittler gehen von einem Amoktäter aus.
Auto rast in MenschenmengeZwei Tote in Leipzig – das ist über den Täter bekannt
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Schreckliche Szenen in der Leipziger Innenstadt: Bei einer mutmaßlichen Amokfahrt sind zwei Menschen getötet worden, drei Menschen wurden schwer verletzt.
Es gebe viele weitere Verletzte, sagte Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). Leipzigs leitende Oberstaatsanwältin Claudia Laube sprach von Menschen, „die in Krankenhäusern um ihr Leben kämpfen“.
Täter laut Polizeiangaben ein 33-jähriger Deutscher
Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) sagte, bei dem festgenommenen Fahrer handele es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um einen Einzeltäter, einen Amoktäter. Er sei 33 Jahre alt und deutscher Staatsbürger.
Nach dpa-Informationen war der Mann schon vor der Tat polizeibekannt, allerdings nicht einschlägig, das heißt, nicht wegen ähnlicher Taten wie jener vom Montag. Zuvor hatte die „Leipziger Volkszeitung“ darüber berichtet.
Der Verdächtige war am frühen Abend mit einem weißen Auto vom Augustusplatz kommend über den Marktplatz gefahren und fuhr dabei mehrere Menschen an. Der Täter sei von der Polizei noch im Auto „dingfest gemacht“ worden, hieß es seitens der Polizei. Der Mann habe sich widerstandslos festnehmen lassen, er sei in der Region Leipzig wohnhaft.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den mutmaßlichen Täter unter anderem wegen zweifachen Mordes und mehrfachen versuchten Mordes. Bei den Toten handelt es sich nach Polizeiangaben vom Abend um eine 63-jährige Frau und einen 77-jährigen Mann.
Oberstaatsanwältin Laube bekräftigte, man gehe von einer Amoktat aus. Es gebe keinerlei Anzeichen für „eine andere Lesart“ und auch keine Anzeichen für weitere Täter.
Oberbürgermeister Jung und Innenminister Schuster bedankten sich ausdrücklich auch bei den Menschen, die vor Ort schnell und umsichtig geholfen hätten. Besonnene Passanten hätten schnelle Hilfe gespendet, Wasser gereicht und vorbildlich reagiert.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) teilte nach dem tödlichen Verbrechen mit: „Das erschüttert mich zutiefst. Ich bin in Gedanken bei den Opfern und ihren Familien.“ Den Verletzten wünsche er Kraft und schnelle Genesung. „So eine Tat macht uns sprachlos – und sie macht uns entschlossen. Wir werden alles daransetzen, sie schnell und vollständig aufzuklären. Der Rechtsstaat wird mit aller Konsequenz handeln“, sagte Kretschmer.
Kurz nach der mutmaßlichen Amokfahrt war am Leipziger Marktplatz überall Blaulicht zu sehen, zahlreiche Einsatzkräfte waren vor Ort. Ein Sichtschutz wurde aufgebaut. Vor dem weißen Auto des Täters war ein Tuch zu sehen. Mutmaßlich bedeckte es eine der Leichen.
Vor dem berühmten Lokal „Auerbachs Keller“ flatterte Absperrband. Vor dem Seminargebäude der Leipziger Universität, die direkt an der Grimmaischen Straße liegt, gedrückte Stimmung. Junge Leute saßen in kleinen Gruppen auf den Stufen. Viele Geschäfte in der Leipziger Innenstadt schlossen kurz nach der Tat, nur wenige Gäste saßen noch vor den Cafés.
Insgesamt rund 80 Menschen betroffen
Auch auf dem nahen Augustusplatz vor Gewandhaus und Oper versammelten sich zahlreiche Menschen. Sie machten Fotos und Videos, informierten sich am Handy über die Lage. Immer wieder fuhren Krankenwagen aus der Grimmaischen Straße heraus. Nach Angaben der Polizei sind insgesamt etwa 80 Menschen betroffen, wie viele von ihnen körperlich verletzt wurden, war zunächst unklar.
Die Grimmaische Straße führt vom zentralen Augustusplatz in die Leipziger Fußgängerzone bis zur Thomaskirche. In der Nähe befindet sich die Universität sowie die Nikolaikirche Leipzig, ein zentraler Ort der Friedlichen Revolution.
Die Einsatzkräfte gingen davon aus, dass Leipzig aktuell „absolut sicher ist“, sagte er am Abend vor Journalisten bei einem gemeinsamen Pressestatement mit den Ermittlern und der Stadtverwaltung. Auf die Frage nach einer möglichen psychischen Auffälligkeit des Täters sagte Schuster, dies werde geprüft. (dpa/afp)
