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Panik vs. SchweigenARD-Doku zeigt, wie unterschiedlich Ost und West reagierten

TV Ausblick ARD - «Tschernobyl 86 – Der Super-GAU»

Copyright: Volker Heise/rbb/IMAGO/SNA/dpa

Vor 40 Jahren ereignete sich der Super-GAU in Tschernobyl. (Archivbild)

Eine neue Doku rollt die Katastrophe auf und zeigt: Der Super-GAU war auch ein deutscher Albtraum.

Selbst vier Jahrzehnte nach der furchtbaren Reaktorexplosion sorgt die Atomkatastrophe von Tschernobyl noch immer für Gänsehaut. Längst ist der Super-GAU vom 26. April 1986 Stoff für Filme und Fernsehen. Zum Jahrestag präsentiert die ARD nun eine Doku mit einem ganz besonderen deutschen Blickwinkel auf das Drama: „Tschernobyl 86 – Der Super-GAU“ von Volker Heise.

„Es ist ein einschneidendes Ereignis gewesen, etwas, das unser Leben, unseren Alltag komplett auf den Kopf gestellt hat“, erklärt Regisseur Heise im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Ihn fasziniere, wie solche schockartigen Erfahrungen auf eine Gesellschaft wirken.

Doku enthüllt krasse Unterschiede zwischen Ost und West

Der Film verzichtet komplett auf einen Sprecher und lässt stattdessen die Bilder und die Menschen von damals für sich sprechen. Was Heise bei seinen Nachforschungen am meisten verblüfft hat? Wie „krass unterschiedlich“ die Berichterstattung über das Unglück in den beiden deutschen Staaten war. In der DDR wurde kaum darüber informiert, während Tschernobyl in der Bundesrepublik ein Dauerthema war – von Diskussionen über Lebensmittelsicherheit bis hin zu Protesten von Atomkraftgegnern.

Volker Heise

Copyright: Jörg Carstensen/dpa

In seinem neuen Dokumentarfilm «Tschernobyl 86 - Der Super-GAU» erinnert der Regisseur Volker Heise an die Atomkatastrophe vor 40 Jahren. (Archivbild)

Die Dokumentation, die einzig aus Archivmaterial zusammengestellt ist, zeigt die todesmutige Arbeit der Liquidatoren in behelfsmäßiger Schutzkleidung. Besonders erschütternd sind die Bilder von Strahlenopfern in den Kliniken, bei denen sich die Haut vom Leib schält.

Heise stellt die Beschwichtigung im Osten der Panikmache im Westen gegenüber. Eine Bewertung überlässt der Film dabei aber Ihnen, den Zuschauerinnen und Zuschauern.

Zeitreise mit fast vergessenen TV-Momenten

Die Zeitreise steckt voller beinahe vergessener Momente. Da ist Boris Jelzin, der spätere russische Präsident, der damals als Moskauer Kommunist in Hamburg gegen eine „Spirale antisowjetischer Hysterie“ poltert. Und auch Carmen Nebel taucht auf – als Moderatorin von Schlagersendungen im Fernsehen der DDR.

Die Doku zeigt jene, die – wie der damalige hessische Umweltminister Joschka Fischer (Grüne) – den Ausstieg aus der Atomkraft forderten. Und jene, die sich – wie der damalige Kanzler Helmut Kohl (CDU) – für die Kernenergie aussprachen.

Gefahr für Tschernobyl ist heute wieder real

Auch andere Sender greifen den Jahrestag auf. Das ZDF zeigt die Miniserie „Tschernobyl – Die Katastrophe“, bei Arte läuft der Dreiteiler „Tschernobyl – Der Insiderbericht“. Die amerikanisch-britische Miniserie „Chernobyl“ (HBO/Sky) von 2019 gilt als eine der besten Produktionen der TV-Geschichte. Doch die Geschichte ist noch lange nicht zu Ende. Bis heute existiert eine 30 Kilometer große Sperrzone, die durch Waldbrände und den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine immer wieder für Schlagzeilen sorgt. Russische Einheiten übernahmen kurz nach dem Start des Krieges im Februar 2022 zeitweise die Kontrolle über das AKW-Areal, was international große Besorgnis auslöste. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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