Prinz William liebte und verehrte seine Mutter Lady Diana. Aber einmal ließ er sie abblitzen, als sie ihn fast flehentlich am Telefon sprechen wollte. Eine ARD-Doku zeichnet den Tiefpunkt der Mutter-Sohn-Beziehung nach.
„In Tränen aufgelöst“Deshalb ließ Prinz William seine Mutter Diana am Telefon abblitzen

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Prinz William hatte ein inniges Verhältnis zu seiner Mutter Lady Diana. Aber es war nicht frei von Stress, schildert die ARD-Doku „William - Schicksalsjahre eines Thronfolgers“. (Bild: 2026 Getty Images/Hugh Hastings)
Prinz William, schon im Augenblick seiner Geburt im Juni 1982 die Nummer zwei der britischen Thronfolge, war 1995 von der Ludgrove School in Berkshire auf das renommierte Eton College gewechselt. Da hatte der royale Spross schon genug mit seinen Mitschülern und deren Hänseleien zu tun. Denn zu diesem Zeitpunkt beherrschten die Schlagzeilen um Williams Eltern Lady Diana und Prinz Charles schon seit Jahren die Klatschblätter.
Die dreiteilige ARD-Dokumentation „William - Schicksalsjahre eines Thronfolgers“ erzählt von einem Tiefpunkt in der Geschichte des Boulevard-Journalismus, des Königshauses und vor allem für den pubertierenden William: Lady Diana, schon seit Dezember 1993 von ihrem Mann Charles getrennt, gab der BBC ein Interview. Und zwar gegen den dringenden Rat ihres damals gerade mal 13-jährigen Sohnes.
Anfang November gab Diana dem BBC-Journalisten Martin Bashir das Interview. Es folgte auf das medienträchtige Geständnis von Prinz Charles, der öffentlich seine Affäre mit Camilla Parker Bowles (seiner heutigen Frau) eingestanden hatte. Lady Diana fuhr nach Eton und informierte ihren Sohn über das Interview. William soll aufgebracht gewesen sein und vehement abgeraten haben. In der ARD-Doku umschreibt es der ehemalige Royal-Korrespondent der BBC, Wesley Kerr, diplomatisch: „Sie sollen nicht im Guten auseinander gegangen sein.“ Aber es kam noch schlimmer.
Nach dem Interview von Lady Di: Prinz William „in Tränen aufgelöst“ mit

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Weltreisender schon mit zehn Monaten: Diana und Charles nahmen William 1983 zum Staatsbesuch in Neuseeland mit. (Bild: Getty Images/Hulton Archive)
Das Interview wurde am 20. November ausgestrahlt und sorgte überall für „Schockwellen“. Im Königreich, im Palast und im Leben von William. Seine Mutter berichtete von Ehebruch, Bulimie, Autoaggression und postnatalen Depressionen. Und das in aller Öffentlichkeit. William war einer von 21 Millionen Menschen, die das Interview sahen. Und er war, so schildert es Königshaus-Expertin Leontine von Schmettow mit Bezug auf den Hausvater von Eton in der Doku, „in Tränen aufgelöst“.
Als seine Mutter noch am selben Abend versuchte, ihn telefonisch zu erreichen, weigerte sich ihr ältester Sohn, ans Telefon zu kommen. Er warf seiner Mutter vor, nicht nur sich selbst vor der ganzen Welt zum Narren gemacht zu haben - sondern dies auch ohne jede Rücksicht auf ihn und seinen Bruder Harry getan zu haben.
Warnschuss von Prinz William: „Finger weg von meiner Familie“
William bekam alles mit in der Lebensruine, die einst - für die Augen der Welt - eine Traumehe mit Traumkindern gewesen war. Faktisch aber waren Charles und Diana schon seit Mitte der 80er einander entglitten. William wuchs mit Streitereien daheim auf. Harry, zwei Jahre jünger, verstand wenig. Aber William alles.
Trotzdem wurde er nach der Scheidung im Juli 1996 in den letzten 13 Monaten ihres Lebens eine große Stütze und der wohl engste Vertraute seiner Mutter. Von Royal-Expertin Schmettow erzählt in der Doku, dass Diana ihren Sohn stets „ihren kleinen, weisen, alten Mann“ nannte - mit nicht einmal 15 Jahren. Es macht klar: William musste viel zu früh erwachsen werden.
Aber der Prinz, seit Queen Elizabeths Tod mittlerweile Nummer eins der Thronfolge, nahm Lehren aus dem Schmierentheater mit, dass damals die Medien um Charles und Diana inszenierten. Als 2021, 24 Jahre nach dem tragischen Tod von Lady Di, festgestellt wurde, dass sich der Journalist das Diana-Interview mit Lügen geradezu erschlichen hatte, mahnte William in einer Erklärung an, dass das Fehlverhalten der Journalisten maßgeblich zur Verschlechterung des Verhältnisses „zwischen meinen Eltern“ geführt habe. Es mache ihn traurig, dass es zur Angst, Paranoia und Isolation seiner Mutter beigetragen habe.
Historiker Ed Owens sagt in der Doku: „Es war ein Warnschuss von William.“ Damit habe er gesagt: „Macht das nicht noch einmal. Mischt euch nicht noch einmal in mein Privatleben ein. Finger weg von meiner Familie.“
Die drei jeweils 25 Minuten langen Teile von „William - Schicksalsjahre eines Thronfolgers“ sind ab Freitag, 28. Mai, in der ARD-Mediathek zu sehen - und am Stück als einstündiger Film am Montag, 1. Juni, 20.15 Uhr im Ersten. (tsch)
