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Todes-Drama auf MallorcaHätte der Einsturz verhindert werden können?

Altes, verfallenes Haus mit maroden Wänden

Tödlicher Hauseinsturz in Manacor hätte verhindert werden können (Symbolbild).

Ein Todesfall erschüttert Mallorca! War diese Katastrophe abwendbar?

Ganz Mallorca steht unter Schock nach einem furchtbaren Unglück. Donnerstagnacht (15. Januar) brach in Manacor ein Gebäude zusammen und verschüttete einen jungen Bewohner. Jede Rettung für den 18 Jahre alten Miguel Ángel F. war vergeblich. Sein Bruder, nur 12 Jahre alt, hatte unfassbares Glück: Er wurde durch ein Etagenbett und eine Matratze geschützt. Einsatzkräfte zogen ihn lebend aus dem Schutt.

Die Ursachen für das tödliche Unglück sind nun bekannt und sie sind erschütternd. Laut städtischen Gutachtern liegt das Hauptproblem beim Marès-Stein, der für die Stützmauern des historischen Hauses verwendet wurde. Anscheinend hatte Nässe den porösen, für Mallorca typischen Kalkstein zersetzt. Deshalb gaben die Dachbalken in der Wand nach. Erschwerend kam hinzu, dass das Obergeschoss als Abstellraum diente und durch schwere Einrichtungsgegenstände überfrachtet war. Diese fatale Kombination brachte das Bauwerk zum Einsturz. Das berichtet „Mallorca Zeitung“.

Aber das Drama hat eine erschreckende Vorgeschichte. Für das um 1900 errichtete Gebäude war eine technische Bauinspektion (ITE) schon lange überfällig. Seit 2015 ist diese für alle Bauten, die über 50 Jahre alt sind, vorgeschrieben. Jedoch wurde eine derartige Kontrolle nie durchgeführt. Aus dem Rathaus in Manacor heißt es, es gäbe keine Unterlagen oder Anträge zum Bauzustand. Was die Sache noch schlimmer macht: Es gab anscheinend mehrere illegale Umbauten, für die es weder eine Erlaubnis noch die Überwachung durch einen Experten gab.

Am Unglücksort ist die Situation weiterhin brenzlig. Das Haus ist akut einsturzgefährdet; nach dem ersten Kollaps stürzten weitere Gebäudeteile ein, wobei sogar ein Feuerwehrmann verletzt wurde. Spezialisten sicherten das gesamte Bauwerk, damit die Trümmer weggeräumt werden können. Zur Sicherheit mussten auch die Bewohner der angrenzenden Häuser ihre Wohnungen verlassen. Die Eltern der beiden Jungen schliefen in einem anderen Gebäudeteil und blieben unversehrt; sie wohnen jetzt in einer städtischen Notunterkunft. Ihr jüngerer Sohn wird derweil in der Klinik Son Espases in Palma behandelt. Die Ermittlungen der Nationalpolizei laufen.

Der erfahrene Bauingenieur José Cámara hat eine klare Meinung zu dem Fall. Er unterstreicht, dass eine Überprüfung das Unglück in Manacor hätte abwenden können. Erst vor Kurzem habe er selbst ein Haus in Palma mit einem vergleichbaren Schaden saniert und damit eine Katastrophe abgewendet. Dabei wurden hölzerne Balken gegen Träger aus Metall ausgetauscht und eine Wand aus Marès-Stein stabilisiert. Cámara stellt klar, dass der Eigentümer für die Kontrolle verantwortlich ist und bei Verstößen mit saftigen Bußgeldern rechnen muss. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.