Abo

Steuer-Albtraum in SpanienFremde zocken auf Ihren Namen – was Betroffene tun müssen

Hände tippen auf beleuchteter Tastatur

Copyright: dpa-tmn

Hände tippen auf beleuchteter Tastatur.

Steuer-Schock: Plötzlich tauchen Wettgewinne auf, die Ihnen nicht gehören.

Wer in Spanien dieses Jahr seine Steuererklärung vorbereitet, muss besonders wachsam sein. Ein heftiger Schreckmoment droht, wenn auf einmal Einkünfte aus Online-Wetten in den Papieren auftauchen, von denen man absolut nichts weiß. Die Guardia Civil gibt nun eine dringende Warnung heraus und macht in einem Video auf eine besonders hinterhältige Betrugsmethode aufmerksam.

Für die Betroffenen kann das böse Erwachen direkt beim Einsehen der Steuerdaten kommen. Unerwartet sind dort Erträge aus Glücksspiel verzeichnet, obwohl die Person selbst niemals eine Wette abgeschlossen hat. Laut der Guardia Civil handelt es sich dabei selten um einen simplen Systemfehler, sondern um eiskalten Identitätsdiebstahl. Kriminelle besorgen sich persönliche Informationen wie den Namen und die spanische Identifikationsnummer (DNI oder NIE) und legen damit Wettkonten an. Alle Umsätze und Profite werden dann auf den Namen der ahnungslosen Geschädigten gebucht. Das berichtet „Mallorca Zeitung“.

Steuerentwurf? Auf keinen Fall einfach durchwinken!

Die oberste Direktive der Guardia Civil ist daher eindeutig: Wer solche fremden Posten in seinen Steuerunterlagen entdeckt, darf den Entwurf unter keinen Umständen einfach so bestätigen. Bevor die Erklärung an das Finanzamt geht, muss penibel kontrolliert werden, ob die Informationen zu den Glücksspiel-Anbietern korrekt sind. Eine übereilte Bestätigung macht es im Nachhinein nur komplizierter, den Sachverhalt zu berichtigen.

Stattdessen empfiehlt die Polizei, mehrere Maßnahmen zu ergreifen. Zuerst sollten Geschädigte das sogenannte PACS-Protokoll in Anspruch nehmen. Dies ist ein spezielles Online-Verfahren, das Opfern von Identitätsmissbrauch zur Seite stehen soll. Unerlässlich ist außerdem eine Anzeige bei der Guardia Civil oder einer anderen Polizeidienststelle. Dieser Schritt ist von grundlegender Bedeutung, um den Diebstahl der eigenen Identität später gegenüber dem Finanzamt belegen zu können.

Es genügt also nicht, den Fehler nur zu entdecken. Man muss offiziell festhalten lassen, dass die Wetten von einer anderen Person stammen. Zusätzlich rät die Guardia Civil, sich unmittelbar an den betreffenden Wettanbieter zu wenden. Das unter falschem Namen angelegte Konto muss sofort gelöscht werden. Betroffene sollten darüber hinaus Bescheinigungen über die Aktivitäten anfordern.

Diese Schriftstücke können am Ende entscheidend sein. Im Idealfall beinhalten sie auch Zugriffsdaten, wie zum Beispiel die IP-Adresse. Damit lässt sich nachweisen, dass das Konto nicht von der geschädigten Person selbst verwendet wurde. Mit allen gesammelten Beweisen – Anzeige, Bestätigungen des Anbieters und weiteren Dokumenten – sollten sich Opfer dann an die Steuerbehörde Agencia Tributaria wenden.

So machen Sie es den Daten-Dieben schwer

Die Guardia Civil gibt auch einen Tipp, wie man sich besser vor solchen Betrugsmaschen schützen kann. Es existiert der Dienst „Phishing Alert“ der spanischen Generaldirektion für Glücksspielregulierung. Dieser Service schlägt Alarm, sobald eine Person versucht, sich mit fremden Identitätsdaten auf einer Glücksspiel-Plattform einzutragen. So lassen sich verdächtige Handlungen frühzeitig erkennen, noch bevor sie steuerliche Auswirkungen haben.

Der Vorfall macht deutlich, wie riskant der leichtfertige Umgang mit persönlichen Informationen sein kann. Besonders sensible Daten wie die Ausweisnummer sollten wie ein Schatz gehütet werden. Wer Ausweiskopien weitergibt, sollte darauf achten, keine überflüssigen Details preiszugeben. Die wichtigste Botschaft für alle Steuerpflichtigen lautet: Den Entwurf der Einkommensteuererklärung niemals ungeprüft absegnen. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

Polizist mit Waffe vor Polizeifahrzeug
Übergriff im Schwimmbad
Mann (44) belästigt Teenagerin (16) sexuell