Selina Bohr steht dem mutmaßlichen Killer ihres Mannes gegenüber. Der Prozess um den Polizistenmord hat begonnen.
Polizist brutal ermordetWitwe von Simon Bohr kämpft im Gerichtssaal mit den Tränen
Aktualisiert
Wie aus einem aktuellen Bericht der „Bild“-Zeitung hervorgeht, herrschte am Mittwoch im Landgericht Saarbrücken eine bedrückende Stille, als Selina Bohr den Saal betrat. Die Witwe des im August 2025 erschossenen Oberkommissars Simon Bohr zeigte demnach eine unglaubliche Tapferkeit, während sie dem mutmaßlichen Mörder ihres Mannes gegenübertrat.
In schwarzer Kleidung verfolgte die zweifache Mutter gefasst den Beginn des Verfahrens gegen den 19-jährigen Ahmet G., der nur wenige Meter von ihr entfernt Platz nahm.
Anklage im Mordprozess Völklingen
Laut dem Artikel lautet die Anklage gegen den Verdächtigen unter anderem auf Mord aus Mordlust. Die Schilderungen der Staatsanwaltschaft im Gerichtssaal sind kaum zu ertragen: Der Angeklagte soll Simon Bohr am 21. August 2025 während eines Einsatzes mit dessen Dienstwaffe regelrecht hingerichtet haben.

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Zahlreiche Polizisten gingen in einem Trauermarsch für den in Völklingen erschossenen Polizisten, Polizeioberkommissar Simon Bohr, zur Beisetzung. (Archivbild vom August 2025)
Während Selina Bohr sichtlich bemüht war, ihre Tränen zurückzuhalten, sprach der mutmaßliche Täter mit leiser Stimme über angebliche Angstzustände und Mobbing-Erfahrungen aus seiner Schulzeit. Für Bohr war die Situation kaum zu ertragen – sie rang weiter mit ihren Emotionen.
Blutige Tat nach Tankstellenraub in Völklingen
Das Drama nahm demnach an einer Aral-Tankstelle seinen Lauf. Der damals 18-Jährige soll die Angestellte mit einem Buttermesser bedroht und 580 Euro geraubt haben. Auf der Flucht trafen Simon Bohr und ein Kollege auf den Täter.
Bei dem Versuch, den Räuber zu stellen, kam es zu einem fatalen Gerangel. Ahmet G. gelang es offenbar, die Waffe eines Beamten aus dem Holster zu ziehen. Nur Sekunden später fielen die tödlichen Schüsse auf den jungen Polizisten.
Hinrichtung aus Mordlust am helllichten Tag?
Besonders grausam sind die Details zum Tathergang, die laut Prozessbericht zur Sprache kamen. Um seine Festnahme zu verhindern, schoss der Täter mehrfach auf das Opfer. Doch damit nicht genug: Als Simon Bohr bereits hilflos am Boden lag, soll der Schütze die Waffe fast direkt an dessen Kopf gesetzt und erneut abgedrückt haben. Insgesamt trafen sechs Kugeln den Beamten, der wenig später im Alter von nur 34 Jahren im Krankenhaus verstarb.
Forderung nach Höchststrafe für Polizistenmörder
In der Prozesspause suchte die Witwe Trost bei Freunden, während die Polizei-Gewerkschaft GdP laut Bericht ein maximal hartes Urteil fordert. Da der Angeklagte Ahmet G. zur Tatzeit als Heranwachsender galt, findet das Verfahren vor der Jugendkammer statt, wo eine Höchststrafe von 15 Jahren droht. Die Verteidigung räumt die Schüsse zwar ein, bestreitet jedoch die Mordmerkmale und spricht von einer Panikreaktion des Täters. Das Urteil im April wird mit Spannung erwartet.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Saarland forderte zum Prozessauftakt ein „maximal hartes Urteil“ für den mutmaßlichen Mord an Simon Bohr, um das Vertrauen in den Rechtsstaat zu wahren.
Landesvorsitzender Andreas Rinnert mahnt zudem einen sensiblen Umgang mit den traumatisierten Zeuginnen und Zeugen aus den eigenen Reihen sowie eine zügige Prozessführung ohne taktische Verzögerungen an. Die Organisation sichert den betroffenen Kollegen und Angehörigen dabei weiterhin ihre volle Unterstützung beim Durchleben der schrecklichen Ereignisse zu. (jag)

