Eine Mutter braucht frei für ihre Kids, aber die Fluglinie zeigt keine Gnade.
„Nicht unser Problem“Ryanair lässt Mutter nach Sturm-Chaos eiskalt abblitzen

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Flugzeug, Flughafen, Bodenpersonal, Kontrollturm.
Marías (Name von der Redaktion geändert) Anstellung bei Ryanair entwickelte sich zu einem wahren Horror-Trip. Die Frau aus Málaga zieht ihre Kinder alleine groß. Ein gewaltiges Dilemma tat sich für sie auf, als der Sturm „Leonardo“ am 3. Februar dafür sorgte, dass in Andalusien so gut wie keine Schule öffnete. Plötzlich war unklar, wer auf ihre zwei kleinen Mädchen im Alter von drei und fünf Jahren aufpassen sollte. Unverzüglich teilte sie ihrem Vorgesetzten mit, dass es ihr unmöglich sei, am Folgetag ihren Dienst am Airport zu beginnen.
Die Mitarbeiterin kontaktierte das Personalbüro schon am Tag zuvor um 13.46 Uhr, direkt nach Eingang der Info aus der Schule. Wegen höherer Gewalt ersuchte sie um bezahlten Urlaub und legte zur Bestätigung das Schreiben der Bildungseinrichtung vor. In dem Schreiben wurde unmissverständlich mitgeteilt, dass sämtliche Schüler daheim bleiben müssen. Obendrein gab es eine Empfehlung der örtlichen Behörden, aufgrund der Sturmwarnungen in Regionen wie Málaga auf „nicht notwendige Wege“ zu verzichten. Ihre Anfrage wurde von Ryanair aber komplett ignoriert. Das berichtet „Mallorca Zeitung“.
Ein kräftezehrendes Tauziehen begann. Immer wieder schilderte María ihre ausweglose Situation und die enorme Herausforderung, mit so wenig Vorlaufzeit jemanden für die Kinderbetreuung aufzutreiben. Ihr Vorschlag, den Tag ohne Bezahlung frei zu bekommen oder ihn mit einem anderen freien Tag zu verrechnen, wurde ebenfalls unterbreitet. Aber die Airline zeigte sich unnachgiebig und wies sämtliche Optionen zurück.
Der Schock folgte am 4. Februar, an dem sie eigentlich hätte arbeiten müssen: Von Ryanair erhielt sie die Nachricht, ihre Abwesenheit werde als unentschuldigtes Fehlen („no show“) verbucht. Hierbei handelt es sich um ein gravierendes Vergehen, das mit einer Verwarnung oder einer Freistellung für bis zu drei Tage ohne Gehalt geahndet werden kann.
Infolge des Geschehens wandte sich die Mutter an die Gewerkschaft USO, um Unterstützung zu erhalten. Die Organisation unterstützt sie uneingeschränkt: Ihre drei und fünf Jahre alten Kinder hätte sie keinesfalls alleine lassen können. Zudem beschuldigt USO die Fluglinie der ungleichen Behandlung, weil anscheinend andere Mütter frei erhielten, und thematisiert eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts. Die Angelegenheit liegt nun bei der Arbeitsaufsicht. USO verweist dabei auf EU-Vorschriften, die die Balance zwischen Beruf und Familie bei plötzlichen familiären Notlagen schützen sollen.
Medienberichten nach ließ die irische Fluggesellschaft Presseanfragen unbeantwortet. Im Umgang mit María blieb die Firma allerdings bei ihrer Bewertung als „no show“. Die Leiterin der Personalabteilung soll bei einem Meeting am 9. Februar kühl angemerkt haben: „Du hast dich entschieden, in der Luftfahrt zu arbeiten.“ Als die Frau versuchte, ihre Zwangslage zu erklären, ergänzte die Vorgesetzte, dies sei „nicht das Problem der Firma“.
Im Nachhinein erklärte Ryanair auf einmal, man hätte María den freien Tag gewähren wollen. Sie sei aber am 4. Februar per Telefon nicht erreichbar gewesen, um ihr diese Offerte zu unterbreiten. Die Mutter entgegnete, sie habe sich zu dieser Zeit um ihre Kinder gesorgt – und außerdem habe das Unternehmen ihre Bitte vorher schon schriftlich zurückgewiesen. Nach Angaben der Gewerkschaft USO handelt es sich bei Marías Geschichte nicht um eine Ausnahme: Zwei weitere vergleichbare Fälle mit Angestellten von Ryanair soll es in Málaga gegeben haben. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

