Das Sturmtief „Priska“ hat am Wochenende Lettland, Litauen und Estland verwüstet. Zwei Menschen starben, Hunderttausende Haushalte waren ohne Strom. In Lettland war es der stärkste Sommersturm seit mindestens 1966.
Zwei Tote nach Rekord-Sturm in EuropaHunderttausende ohne Strom – Retter von Auto überfahren

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Ein heftiger Wirbelsturm fegte am Wochenende in Richtung über die drei baltischen Staaten hinweg und forderte zwei Todesopfer. Das Foto vom litauischen Wetterdienst zeigt einen Wagen, der von einem umgekippten Baum zerstört wurde.
Sturmtief „Priska“ sorgte an diesem Wochenende im Baltikum für jede Menge Chaos, zwei Menschen kamen ums Leben. Einer der heftigsten Stürme der letzten Jahrzehnte fegte über Lettland, Litauen und Estland hinweg.
Zwischen Samstag und Sonntag (22. und 23. August) zog der Zyklon über das Baltikum, auch Polen und Belarus waren betroffen. Die Böen erreichten mehr als 30 Meter pro Sekunde, also über 108 Kilometer pro Stunde. Für Lettland war es laut dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk LSM der stärkste Sommersturm seit mindestens 1966. Auch im Mittelmeerraum sorgte ein heftiges Umwetter zuletzt für Chaos in mehreren Urlaubsorten.
Baltikum: Stärkster Sommersturm seit Jahrzehnten
Im litauischen Dorf Mažionys starb ein Angler an einem Gewässer, Einsatzkräfte fanden ihn leblos unter einem umgestürzten Baum. Das zweite Opfer starb im lettischen Jelgava. Am Samstagabend stürzte dort ein Gebäude ein, Feuerwehrleute und Rettungskräfte bargen einen Menschen aus den Trümmern und übergaben ihn den Sanitätern. Die konnten nur noch den Tod feststellen.
In Lettland suchten 14 Menschen ärztliche Hilfe, in mehreren Fällen berichteten Ärzte von schweren Verletzungen. Die meisten wurden von Bäumen und Ästen getroffen, manche saßen in ihren Autos fest, auf die Bäume gestürzt waren.
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Bei der lettischen Notrufnummer gingen von Samstagmittag bis Sonntagmorgen 1876 Anrufe wegen Sturmschäden ein, wie Viktorija Gribuste, Pressesprecherin des staatlichen Feuerwehr- und Rettungsdienstes VUGD, der Nachrichtenagentur LETA mitteilte. In der Gemeinde Aiviekste fiel ein Baum auf einen Menschen, ein weiterer stürzte auf einen Container, in dem eine Person eingeschlossen war. Bei Bauska wurde ein Retter verletzt.

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Der Jahrhundertsturm sorgte in Riga für jede Menge Schäden.
Im litauischen Kaunas passierte am späten Samstagabend etwas, das eigentlich niemand für möglich hält: Feuerwehrleute räumten gerade umgestürzte Bäume von der Fahrbahn, als ein Autofahrer in einem Opel in die Einsatzstelle raste. Polizei und Rettungswagen wurden zum Unfallort gerufen.
Die Männer kamen mit Prellungen davon, mussten zum Glück nicht ins Krankenhaus – und machten mit den Räumarbeiten weiter. Darüber berichtet „Ohtuleht“, die größte Boulevardzeitung Estlands.
Die Bilanz der litauischen Feuerwehr: 1801 Einsätze am Sonntagmorgen. In 69 Fällen kippten Bäume oder Äste auf Autos, in 62 Fällen auf Gebäude, in 29 Fällen auf Strommasten. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2025 rückten Litauens Feuerwehrleute 1610 Mal aus, um umgestürzte Bäume zu beseitigen. Diese eine Sturmnacht übertraf alles.
Auch das Stromnetz war betroffen: In Lettland saßen mehr als 250.000 Haushalte im Dunkeln, in Litauen zeitweise über 268.000. In Estland waren am Samstagabend weitere 3500 Haushalte betroffen. In Polen fiel in mehr als 145.000 Haushalten der Strom aus.

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Eine große Birke hielt dem Sturm in Riga nicht stand und stürzte auf ein mehrstöckiges Wohnhaus.
Dazu kam das Wasser. In Estland fielen binnen 24 Stunden 50 bis 70 Millimeter Niederschlag, örtlich bis zu 90. In Riga stieg der Pegel der Daugava, Straßen und Fahrbahnen mussten leergepumpt werden, Keller und Erdgeschosse liefen voll.
Der Flughafen Riga warnte vor Verspätungen. In Molėtai in Litauen tobte der Wind auch am Sonntag noch weiter, ein Anwohner schrieb: „Der Wind ist so stark, dass die Bäume einfach einer nach dem anderen umfallen, Äste brechen, und alles passiert so schnell, dass ich es nicht einmal fotografieren kann.“ (mg)

