Das Mittelmeer vor der beliebten Ferieninsel gleicht einer Badewanne! Eine extreme Hitzewelle treibt die Wassertemperaturen auf neue Spitzenwerte. Mit gravierenden Folgen.
„Badewanne“ MallorcaEs drohen gravierende Folgen für die Urlaubsinsel

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Am Strand von Playa de Palma auf Mallorca baden Menschen bei Sonnenuntergang im Meer.
Die See um Mallorca und die benachbarten Baleareninseln verzeichnet im aktuellen August nie dagewesene Hitzegrade. Die mittlere Temperatur der letzten zehn Tage kletterte auf unglaubliche 29,5 Grad. Dieser Wert liegt 3,7 Grad über dem normalen Durchschnitt für diese Zeit. Ein neuer Tagesrekord wurde sogar am 15. August mit 29,7 Grad aufgestellt.
„Der gesamte westliche Mittelmeerraum ist in diesem August von außergewöhnlich hohen Temperaturen betroffen“, erläutert die Meeresforscherin Mélanie Juza von der Beobachtungsstelle ICTS-SOCIB. Gerade die Differenz von 3,7 Grad bei den Balearen sei extrem auffällig, insbesondere da dieser Zustand schon eine ganze Weile andauert. Das berichtet „Mallorca Zeitung“.
Messstationen melden absolute Spitzenwerte
Der bisherige Höchstwert für die erste Hälfte des Augusts lag bei 29,2 Grad. Heuer wurden aber bereits wiederholt 29,5 Grad und in der Spitze 29,7 Grad registriert. „Und wir befinden uns erst Mitte des Monats“, mahnt Juza.
Die Messstationen senden ebenfalls alarmierende Daten: Bei Sa Dragonera wurden am 5. August mit 33 Grad ein definitiver Rekordwert erreicht. Auch bei Maó (32,3 Grad), im Becken von Palma (31 Grad) sowie vor Pollença (32,1 Grad) wurden Temperaturen über der 30-Grad-Grenze gemessen.
Das fünfte Ausnahmejahr hintereinander
Experten definieren eine marine Hitzewelle, wenn das Wasser an fünf aufeinanderfolgenden Tagen über 90 Prozent der üblichen historischen Werte liegt. In diesem Jahr startete die Hitzeperiode schon erstaunlich zeitig im Mai. „Seit Mitte Juni erlebt das Meer rund um die Balearen eine sehr lang anhaltende marine Hitzewelle“, so Juza.
Was besonders Sorgen bereitet: 2026 ist schon das fünfte Jahr nacheinander mit solch extremen Wassertemperaturen. „Wir befinden uns in einem bislang unbekannten Szenario“, stellt die Wissenschaftlerin fest.
Lebensgefahr für Flora und Fauna
Die Auswirkungen auf die maritime Welt sind gravierend. Die bekannten Seegrasfelder, die Posidonia oceanica, nehmen schon bei Werten über 28 Grad erheblichen Schaden. Meereslebewesen verenden, während sich Wachstum und Reproduktion bei anderen Spezies wandeln.
Dieser Schwund der Biodiversität schadet auch der Fischfangbranche und dem Fremdenverkehr empfindlich. Die andauernde thermische Belastung droht, zahlreiche weitere Tier- und Pflanzenarten an den Rand des Kollaps zu bringen.
Herbst-Gefahr: Extreme Gewitter und heiße Nächte
Das überhitzte Wasser beeinflusst auch das Herbstwetter direkt. Da es vermehrt Wärme und Nässe in die Luft abgibt, drohen heftigere Unwetter und massive Regenfälle. Zudem fördert die hohe Wassertemperatur sogenannte Tropennächte, weil die Küstengebiete auch nach Sonnenuntergang kaum noch auskühlen.
Ein zusätzlicher Aspekt ist der Anstieg des Meeresspiegels, weil sich das erwärmte Wasser ausdehnt. Dies wird Konsequenzen für Küstenlinien, Bauten und die Natur haben, so Juza. Nach Ansicht der Wissenschaft gibt es nur eine Lösung, um die Erhitzung zu stoppen: eine umgehende und drastische Reduktion der Treibhausgase.
Gleichzeitig ist es notwendig, die Ozeane besser vor Stressfaktoren wie Umweltverschmutzung, übermäßigem Fischfang und Schifffahrt zu bewahren, damit die natürlichen Lebensräume bestehen bleiben. (red)

