Eine unverschämte Betrugsmasche erschüttert die Ferieninsel.
Irre Masche auf MallorcaMiet-Betrüger kassieren 150.000 Euro für ihren Auszug

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Luxusimmobilie mit „For Sale“-Schild auf Mallorca.
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Auf Mallorca breitet sich eine perfide Betrugsmasche aus, die es gezielt auf Eigentümer exklusiver Immobilien abgesehen hat. Seit dem vergangenen Sommer wurden laut Berichten über 200 hochwertige Anwesen und Feriendomizile durch sogenannte „Inquiokupas“ besetzt.
Das Vorgehen ist tückisch: Die Täter mieten sich zunächst legal ein, stellen jedoch unmittelbar darauf die Mietzahlungen ein und verweigern den Auszug. Besonders betroffen sind Luxusgegenden wie Son Vida, Portals, Santa Ponça, Costa de los Pinos und Port de Pollença.
Erpressung statt Mietzahlung
Die Bewohner belassen es nicht beim Zahlungsstopp. Sie machen den Eigentümern unmissverständlich klar, dass sie das Anwesen nur gegen massive Geldsummen verlassen. Ein anonymer Beamter erklärte gegenüber dem „Mallorca Magazin“, dass Zahlungen von 150.000 Euro oder mehr keine Seltenheit seien – Beträge, über die aufgrund der illegalen Natur der Transaktion meist geschwiegen wird.
Um langwierige juristische Auseinandersetzungen zu umgehen, die sich oft über Jahre hinziehen können, zahlen viele Eigentümer diese hohen Summen, um ihr Eigentum diskret zurückzuerhalten. Die Guardia Civil bestätigt diesen Trend. Die Täter agieren heute deutlich professioneller als klassische Hausbesetzer.
Organisierte Kriminalität nutzt Gesetzeslücken
Es handelt sich zunehmend um organisierte Banden, die gezielt rechtliche Lücken auf den Balearen und dem spanischen Festland ausnutzen. Immobilienanwalt Fausto Oviedo prägte für diese Vorgehensweise den Begriff „Entführung von Wohnraum“.
Die Täter wissen genau, wie sie Eigentümer unter Druck setzen können. Justizkreisen zufolge steigen die geforderten Summen oft, je länger die Besetzer in der Immobilie verweilen. Während die klassische Besetzung unbewohnter Luxusvillen weiterhin existiert, hat sie an Bedeutung verloren. Ein Beispiel aus Son Servera zeigt die Dreistigkeit: Eine Familie okkupierte die Villa einer niederländischen Eigentümerin über Monate.
Nach einer vergleichsweise milden Geldstrafe und dem Auszug stellten sich Schäden sowie Diebstahl von Wertgegenständen heraus. Die Täter hinterließen das Anwesen zwar gereinigt, ließen jedoch teure Technik und Kunstgegenstände mitgehen.
Die Justiz steht vor der Herausforderung, dieses neue Phänomen effektiv zu bekämpfen, während die Eigentümer weiterhin einem hohen finanziellen und psychischen Druck ausgesetzt sind. (jag)
