4000 Kinderporno-Dateien: Das Strafmaß für den Ex-Politiker entfacht Zorn.
Wut-Urteil in ThüringenFür jede Kinderporno-Datei: Ex-Politiker zahlt nur 25 Cent Strafe

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Markus Gleichmann spricht am Rednerpult.
Eine Gerichtsentscheidung, die viele nur den Kopf schütteln lässt: Markus Gleichmann (39), ehemals für die Linke im Thüringer Landtag, ist für das Horten von circa 4000 Dateien mit Kinder- und Jugendpornografie schuldig gesprochen worden. Vom Amtsgericht in Stadtroda wurde eine neunmonatige Freiheitsstrafe per Strafbefehl ausgesprochen. Die Vollstreckung der Strafe ist jedoch zur Bewährung ausgesetzt.
Obendrauf kommt eine Zahlung von 1000 Euro, die der 39-Jährige an eine Organisation für Kinderschutz leisten muss. Rechnet man das auf die gewaltige Anzahl der widerwärtigen Inhalte um, ergibt sich ein Betrag von lediglich 25 Cent für jede einzelne Datei. In den sozialen Medien und in Zuschriften von Lesern sorgte die Höhe der Strafe für heftige Empörung. Man spricht dort von einer „Verhöhnung der Opfer“. Das berichtet „FOCUS online“.
Widerliches Material aus dem Darknet: Fast 4000 Dateien
Welche Dimensionen der Fall wirklich hat, zeigten die Untersuchungen. Die Beamten entdeckten auf den Rechnern des Ex-Politikers eine Summe von 3192 Dateien mit kinderpornografischem und 725 mit jugendpornografischem Bild- und Videomaterial. Gleichmann, der gelernter Fachinformatiker ist, soll sich die illegalen Inhalte nach Angaben der Behörden im Darknet beschafft haben. Die Fahnder gaben an, dass die Dateien auf Speichermedien in seiner Wohnung sowie im Büro seines Wahlkreises abgelegt waren.
Die Affäre kam im Sommer 2024 an die Öffentlichkeit. In Erfurt und dem Saale-Holzland-Kreis wurden Anfang August die Räume des Politikers von der Polizei und der Staatsanwaltschaft durchkämmt. Davor war die parlamentarische Immunität des Politikers vom Landtag in Thüringen aufgehoben worden. Der verheiratete Vater von zwei Kindern legte wenig später seine Ämter in der Partei nieder und beendete seine Aktivitäten im Wahlkampf.
Von der Linken in Thüringen kam die klare Aufforderung an Gleichmann, die Partei umgehend zu verlassen. Man teilte mit, sein Handeln passe nicht zu den ethischen Prinzipien der Partei. Der 39-Jährige kam einem möglichen Ausschlussverfahren zuvor und erklärte von sich aus seinen Austritt. Dabei hatte er ursprünglich die Hoffnung auf eine Chance zur „Resozialisierung“ innerhalb der Partei geäußert.
Die beiden Landesvorsitzenden, Katja Maurer und Ralf Plötner, machten unmissverständlich klar, dass der Besitz solcher Darstellungen einen Markt stabilisiere, „der Missbrauch fortsetzt und weitere Gewalt gegen Kinder und Jugendliche begünstigt“. Eine solche Handlungsweise stehe im grundlegenden Widerspruch zu den Werten der Linkspartei. Die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen genieße oberste Priorität.
Der Strafbefehl soll von Markus Gleichmann, der nicht mehr im jetzigen Landtag sitzt, samt aller Bedingungen angenommen werden. Er gab bekannt, dass er auf einen Einspruch verzichten werde. Seine späte Reue bekundete er vor Kurzem öffentlich mit der Aussage: „Ich werde so etwas niemals wieder tun.“ (red)
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