Er wies eine millionenschwere Erbschaft zurück. Seine Motive dafür sind ungewöhnlich.
Kaufhaus-Erbe schlägt Millionen aus„Ich will mein Erbe nicht“

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Erbschaftsformular: Kai Viehof verzichtet auf Millionen-Erbe für Freiheit (Symbolbild).
Kai Viehofs Familie war ehemals als die „Allkauf-Familie“ geläufig. Dessen Großvater rief während der 1960er-Jahre die namensgleiche Kaufhauskette mit Unternehmenssitz in Mönchengladbach ins Leben, welche zuletzt eine große Anzahl von Niederlassungen besaß.
Im Alter von 17 Jahren erlebte Viehof, wie die Allkauf-Kette für einen Betrag von circa einer Milliarde Euro veräußert wurde. Anschließend bekam er von seinen Angehörigen sukzessive einige Millionen Euro. Mit 35 Jahren fasste er jedoch einen schwerwiegenden Entschluss und schlug eine weitere umfangreiche Erbschaft aus der familieneigenen Beteiligungsgesellschaft aus, wobei es um eine Summe im zwei- bis dreistelligen Millionenbereich ging. Das berichtet „FOCUS online“.
Erbe des Kaufhauses haderte ein Jahrzehnt mit sich
Diese Entscheidung entwickelte sich über eine längere Phase. Schon mit 18 Jahren teilte er einem Bekannten mit, dass er seine Erbschaft für wohltätige Zwecke verwenden möchte. „Ich hab’ dann effektiv zehn Jahre mit mir gerungen, was ich machen soll“, äußert sich der Steuerberater.
Auf den Entschluss seines Sohnes reagierte der Vater von Viehof erstaunt. Der nunmehr 44-Jährige erläuterte, sein Vater „musste um die Vorstellung trauern, dass alle in dem Vermögenskonstrukt dabei sind“.
Allerdings existierten zusätzliche Motive, weshalb Viehof eine abweichende Richtung wählte. „Ich hatte nicht das Gefühl, dass dieses riesige Erbe mein Leben bereichert“, teilte er der „SZ“ mit. Ein beträchtliches Vermögen stellt für den 44-Jährigen ebenfalls eine Art von Mangel an Freiheit dar. Er beabsichtigte zu verhindern, dass seine Existenz sich ausschließlich um die Administration und Mehrung von Kapital dreht, was mit zahllosen Unterhaltungen mit Juristen und Experten einhergeht.
Vergleichbare Standpunkte vertrat der Steuerberater ebenfalls in weiteren Gesprächen. Gegenüber der „Zeit“ erklärte er im Jahr 2024: „Ich will mein Erbe nicht.“ Er hob hervor: „Viel wichtiger, als Besitzstand aufzubauen, ist mir meine persönliche Freiheit, zu entscheiden, wie ich mein Leben lebe“.
Zusätzlich vertritt er die Auffassung, dass die Abstammung nicht darüber bestimmen dürfe, wer ein Anrecht auf Reichtum besitzt. Stattdessen müssten Wege entdeckt werden, um „für jeden Menschen auf der Welt ein Leben in Würde zu ermöglichen“.
Im Laufe der Zeit gab er ebenso Details über seine Jugend in einer wohlhabenden Familie preis. Er erzählte von der großen Villa und dem „deutschen Premiumfahrzeug“ seines Vaters. In seiner Kindheit nahm er an, der Manager einer Allkauf-Niederlassung sei aufgrund seines geräumigen Büros der Vorgesetzte seines Vaters, und erfasste die tatsächlichen Gegebenheiten erst zu einem späteren Zeitpunkt. Er erwähnte überdies Notarbesuche sowie „Übertragungen“, welche einen „enormen Leidensdruck“ in ihm ausgelöst hätten, weil er seine Dienste nicht länger „nur dem Kapital“ dienen wollte. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
