Ein Bauer schlägt Alarm: Verdirbt seine Ernte?
Kartoffel-DramaBauer gibt Abnehmspritzen Schuld an Ernte-Schock

Copyright: IMAGO / Lobeca
Kartoffeln in einem Karton.
Für den britischen Landwirt Andy Goodacre ist die Lage ein Desaster. Er bleibt auf einer riesigen Menge Kartoffeln sitzen – 600 Tonnen, denen das Verderben droht. Der Warenwert liegt bei umgerechnet 138.000 Euro. Sein Hauptabnehmer, der Tiefkühl-Riese McCain, erteilte ihm eine klare Abfuhr. In diesem Jahr gab es keine einzige Order. „So eine Saison habe ich noch nie erlebt“, beschwert sich Goodacre bei der britischen Publikation „The Telegraph“.
Der 65-Jährige äußert eine krasse Vermutung, was die Ursache für das Dilemma sein könnte: die zunehmend populären Spritzen zum Abnehmen. Seine These lautet: „Die Fettspritze hemmt den Appetit der Leute, sie essen weniger“, führt er aus. Ihm sei zudem aufgefallen, dass die Kundschaft kleinere Mengen wählt. „Die Leute kaufen sich gegenseitig einen Fisch und eine Tüte, anstatt zwei Tüten zu kaufen“, meint er. Das berichtet „FOCUS online“.
Experte bestätigt: Leute essen weniger Pommes
Goodacre steht mit seiner Einschätzung offenbar nicht alleine da. Andrew Crook, Chef des britischen Verbands der Imbissbetreiber, führt zwar ebenfalls die höheren Kosten für den Lebensunterhalt als Ursache für den rückläufigen Absatz von Fritten an. Gegenüber dem „Telegraph“ berichtet er aber auch: „Viele Leute, mit denen ich spreche, nehmen Fettabbaupräparate, und ich sehe, dass viele meiner Kunden abgenommen haben.“
Daten untermauern diese Wahrnehmung. Eine Erhebung des University College London kam zu dem Ergebnis, dass in Großbritannien circa 1,6 Millionen Erwachsene im Zeitraum von Anfang 2024 bis Anfang 2025 Spritzen zum Abnehmen verwendeten. Eine zusätzliche Untersuchung von YouGov legt nahe, dass Anwender dieser Mittel ihre Ausgaben für schnelles Essen um beinahe 40 Prozent verringerten.
Ganz Europa von Kartoffel-Schwemme betroffen
Die Schwierigkeit ist jedoch keineswegs auf England begrenzt. Überall in Europa leiden Agrarwirte unter einem massiven Kartoffelüberschuss, sodass auch deutsche Bauern ihre Ware nicht loswerden. Nach Angaben des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat erreichte die Erntemenge im Jahr 2025 mit 13,4 Millionen Tonnen den höchsten Stand seit einem Vierteljahrhundert. Erschwerend kommt ein erhöhtes Angebot aus Indien sowie China hinzu, das den Markt belastet. Vor Kurzem erregte ein Landwirtspaar aus den Niederlanden mit einem Notruf auf Facebook Aufmerksamkeit, weil es 800.000 Kilogramm Kartoffeln absetzen musste. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

