Eine gnadenlose Hitzewelle hat Italien im Griff! Bis zu 48 Grad werden gemessen, und das Meer ist warm wie im Planschbecken.
Italien in FlammenRote Warnstufe für das ganze Land – das Mittelmeer glüht

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Mann geht in ausgetrocknetem Flussbett unter Brücke
Zum vierten Mal in diesem Sommer ächzt Italien unter einer Hitzewelle, deren Ende nicht absehbar ist.
Die Situation ist so ernst, dass die Gesundheitsbehörde des Landes am letzten Donnerstag eine Premiere für dieses Jahr verkündete: Für sämtliche 27 Städte im nationalen Warnsystem wurde gleichzeitig die höchste Warnstufe, Rot, erlassen. Das bedeutet Alarm von Triest im Nordosten des Landes bis runter nach Palermo auf Sizilien.
Karibische Zustände: Das Mittelmeer kocht
Eine solche Alarmstufe signalisiert eine Gefahr für die Gesundheit aller Menschen, nicht bloß für anfällige Gruppen. Messungen aus Neapel verdeutlichen das Ausmaß der Hitze: Unglaubliche 48 Grad zeigte das Thermometer am Hauptbahnhof sowie auf dem Obst- und Gemüsemarkt in Afragola an.
Dort hatte die Umweltorganisation Legambiente Campania spezielle thermische Hotspots im Blick, also Zonen mit extremen Bodentemperaturen. Die Situation blieb auch am Freitag mit Werten zwischen 35 und 38 Grad in vielen Gegenden kritisch. Das berichtet „t-online“.
Aber die Hitze beschränkt sich nicht aufs Festland. Das Wasser um Italien herum erwärmt sich ebenfalls massiv. An der Oberfläche des Meeres werden ungewöhnlich hohe Werte erreicht. Im Süden des Tyrrhenischen Meeres sowie im Norden der Adria hat man Spitzen von 30 bis 32 Grad registriert. Solche Gradzahlen kennt man normalerweise nur vom Golf von Mexiko oder dem Roten Meer!
Ein seltenes Wetterereignis wurde bereits durch die aufgeheizte Adria ausgelöst. Im Morgengrauen bildete sich Nebel, der von Venedig bis nach Pordenone reichte. Grund dafür war die feuchtwarme Luft vom Meer, die auf den relativ kühleren Untergrund traf. Eine vergleichbare Situation gab es zuletzt im August 2015. Die Vorhersagen des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersagen (ECMWF) machen wenig Hoffnung: Für die nächste Woche werden ebenfalls sehr hohe Wassertemperaturen erwartet, die wieder die 32-Grad-Marke knacken könnten.
Kein Ende in Sicht: Das Afrika-Hoch lässt nicht locker
Diese Hitzewelle ist schon die vierte innerhalb von nicht einmal drei Monaten. Laut den derzeitigen Vorhersagen sorgen seit dem 24. Mai insgesamt vier Hitzeglocken vom afrikanischen Kontinent wochenlang für extreme Gradzahlen in Italien. Ein unbarmherziges Schema wiederholt sich dabei: Nach rund zwei Wochen mit enormer Hitze gibt es lediglich eine kurze Erholungsphase von sieben Tagen. Im Klartext heißt das: In zwei von drei der vergangenen Monate war es in Italien extrem heiß.
Eine wirkliche Entspannung der Lage ist zunächst nicht zu erwarten. Zwar könnten am kommenden Sonntag und Montag im nördlichen Teil des Landes Gewitter für eine vorübergehende Erleichterung sorgen und die Werte kurzzeitig drücken, aber das ist noch lange nicht das Ende der Hitzewelle. Nach dieser kurzen Pause wird sich das Hoch aus Afrika den aktuellen Wettermodellen zufolge wieder über Italien festsetzen. Besonders der Süden wird die Hitze wohl nicht so schnell los.
Erst nach der Monatsmitte im August deutet sich eine dauerhaftere Veränderung des Wetters an. Aus Nordeuropa soll dann eine kältere Luftströmung über die Alpen gelangen. Wenn diese Vorhersagen eintreffen, könnte die Woche zwischen dem 17. und 23. August zum ersten Mal wieder etwas unterdurchschnittliche Werte mit sich bringen. Die Spitzenwerte würden dann voraussichtlich auf 32 bis 33 Grad sinken.
Es könnte also noch ungefähr zwei Wochen dauern, bis die kühlere Luft auch im Süden ankommt und die vierte ausgedehnte Hitzewelle dieses Sommers schließlich ein Ende findet. (red)
