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In den AlpenBeliebtes Skigebiet gibt nach 15 Jahren auf

Eine dünne Schneedecke liegt auf noch geschlossenen Skilift auf dem Gipfel des Erbeskopf.

Copyright: Harald Tittel/dpa

Immer mehr Skigebiete geben auf.  (Symbolbild)

Aktualisiert:

Regen statt Schnee, teurer Kunstschnee, zu wenig Wasser: Die Betreiber am Kolben beenden den regulären Skibetrieb.

Schluss, aus, vorbei: Am Kolbensattel in Oberammergau ist der reguläre Ski- und Rodelbetrieb ab sofort Geschichte. Für den Landkreis Garmisch-Partenkirchen endet damit nach 15 Jahren eine Ära.

Zu wenig Schnee, dafür hohe Betriebskosten: Darauf reagieren die Betreiber der AktivArena am Kolben jetzt. Das heißt konkret: Schon in der Saison 2026/27 wird auf den Pisten kein Kunstschnee mehr produziert. Präpariert werden die Hänge dann auch nicht mehr.

Aus am Kolben: Keine Skipisten, keine Rodelbahn mehr

Rund 360.000 Euro Minus standen in jedem der beiden letzten Winter unter dem Strich. Rechnet man nur die vergangenen drei Jahre zusammen, kommt ein Defizit von mehr als einer Million Euro heraus. Und Gewinn? Fehlanzeige. Seit der Wintersaison 2019/20 hat das Skigebiet kein einziges Mal mehr positiv abgeschlossen.

In ihrer Mitteilung finden die Betreiber klare Worte: „In unserem Wintereinzugsgebiet südlich von München und Augsburg gibt es keinen Winter im bisherigen Sinn mehr.“ Immer öfter komme Regen statt Schnee vom Himmel, heißt es weiter. Und die Phasen, in denen sich überhaupt technisch beschneien lasse, würden zusehends kürzer.

Winterbetrieb am Kolbensattel wird eingestellt

Viel Höhe hat das Gebiet nicht: Es liegt zwischen etwa 850 und 1.270 Metern. Versucht hat man trotzdem einiges. Schon 2016 steckten die Betreiber rund 600.000 Euro in eine stärkere Beschneiungsanlage. Der dauerhafte wirtschaftliche Erfolg? Blieb aus. Dazu kommt ein Wasserproblem. Das Wasser für den Kunstschnee wird nämlich aus der Ammer gepumpt. Führt der Fluss wenig Wasser, klappt das oft nur eingeschränkt – oder gar nicht.

Als wäre das nicht genug, klettern parallel auch die Ausgaben für Personal und Energie. Unterm Strich ist die technische Beschneiung so zu einem „Draufzahlgeschäft“ geworden.

Oberammergau nach dem Millionen-Minus: Präparierte Pisten gibt es nicht mehr

Ganz ohne Wintersport bleibt der Kolbensattel aber nicht. Liegt genug Naturschnee, dürfen Rodler und Skitourengeher weiter aufs Gelände – auf eigene Verantwortung. Gesicherte oder präparierte Pisten gibt es dann allerdings nicht mehr. Die organisierte Rodelbahn fällt komplett weg.

Weiter in Betrieb bleiben die Kolbensesselbahn, der Alpine Coaster und die Kolbensattelhütte. Spielen die Bedingungen mit, laufen auch die kleinen Wank-Schlepplifte, die separat betrieben werden. Künftig wollen die Betreiber stärker auf Freizeitangebote setzen, die das ganze Jahr über funktionieren. Und sie stellen klar: Trotz der Verluste im Winter sei das Unternehmen wirtschaftlich gesund.

Mit diesem Schritt steht der Kolben nicht allein da, er passt in eine größere Entwicklung. Am Jenner in Berchtesgaden etwa ist mit dem klassischen Skibetrieb schon Schluss. Viele andere bayerische Skigebiete reagieren auf ihre Art: Die Saison startet später, die Preise steigen. (red)