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Gewitter-AlarmJe wärmer die Erde, desto mehr Blitze suchen uns heim

Ein riesiger Blitz zuckt vom Himmel auf eine Stadt hernieder

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Blitze zucken vom Himmel – man kann den Donner förmlich hören. Der entsteht, wenn sich die durch den Blitz erhitzte Luft plötzlich ausdehnt und so eine krachende Druckwelle auslöst.

Blitze – unzähmbare Naturgewalt. Was sie ausmacht, wie gefährlich sie sind, warum sie uns so sehr faszinieren – und wie man sich schützt.

Gewitter: Nicht nur eine Natur-, sondern vor allem eine Urgewalt, gleichermaßen faszinierend wie gefährlich. Das liegt an den Blitzen, die den Himmel für Sekundenbruchteile taghell erleuchten. Die in ihrem Hauptkanal Temperaturen von mehr als 30.000 Grad entwickeln (zum Vergleich: die Sonnenoberfläche schafft „nur“ etwa 6000 Grad). In der Gewittersaison von Mai bis August zucken bei uns laut Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) 95 Prozent aller Blitze über den Himmel. Im Zuge des Klimawandels werden es mehr …

Der große Krach am Himmel: Weltweit finden pro Stunde rund 2000 Gewitter statt – pro Sekunde blitzt es rund um den Globus über hundertmal. Weltweit werden nicht nur rund 20.000 Menschen durch Blitzschläge getötet, die „Superspannung“ aus dem All kann u. a. auch Haus- und Waldbrände auslösen.

Je wärmer das Klima, desto heftiger und häufiger die Gewitter

Vor allem bei feuchtwarmem Wetter blitzt und donnert es. Die Wärme lässt Feuchtigkeit aus dem Boden aufsteigen, in höheren Luftschichten kühlt sie wieder ab und wird zur Gewitterwolke. Darin nun treffen (ganz vereinfacht gesagt – Physiklehrer mögen bitte gnädig sein – danke!) Eiskristalle auf Wassertropfen und „reiben“ aneinander. Dadurch entsteht gleichermaßen positive wie negative Ladung, die Spannung in der Wolke baut sich immer weiter auf und dann – potzblitz! – entlädt sie sich in einem gewaltigen Blitz. Der mit rund 100.000 km/h (einem Drittel der Lichtgeschwindigkeit) in oder aus der Wolke zuckt.

US-Forscher haben errechnet, dass es pro einem Grad Erderwärmung zwölf Prozent mehr Blitze gibt. Mit der Erderwärmung werden Wetterereignisse häufiger und extremer, berichtet die Terra-X-Reportage „Blitze – Himmel unter Strom“ (zu sehen in der ZDF-Mediathek). Laut Studie der TU München sterben im Jahr weltweit rund 320 Millionen Bäume in direkter Folge eines Blitzschlags ab. Meist durch Unwissenheit oder Unbekümmertheit kommen pro Jahr weltweit mehr als 20000 Menschen an den Folgen eines Blitzschlags ums Leben.

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„In Deutschland werden jährlich rund 100 Menschen nach einem Blitzschlag medizinisch behandelt, die wenigsten bezahlen mit ihrem Leben“, sagt Rechtsmediziner Dr. Fred Zack, der sich in seinem Buch „Blitzschläge“ (Hansanord, 20 Euro) mit Fallbeispielen und der Vorbeugung von Blitzverletzungen befasst.

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Während Tiere ein herannahendes Gewitter schon früh spüren und sich instinktiv zurückziehen, spielen vor allem Sportler wie Wanderer oder Golfer mit ihrem Leben, weil sie sich noch weit weg vom Gewitter wähnen. Fatale Fehleinschätzung, wie das Beispiel eines Fußballspiels 2019 auf Jamaika zeigt: Ein Blitz schlug in der Nähe des Fußballfeldes auf, über das nasse Gras breitete sich die Energie aufs Spielfeld aus und verletzte mehr als ein halbes Dutzend Kicker.

Blitzschnelle Fakten

  1. Ein Blitz kann weit mehr als 200.000 Ampere Stromstärke entwickeln (eine handelsübliche Steckdose bringt es auf 16 Ampere).
  2. Die Spannung kann bis zu 100 Millionen Volt betragen (Steckdose daheim: 230 Volt).
  3. 2024 gab es mehr als 1,5 Millionen Blitze über Deutschland.
  4. 2024 sind laut Blitzinformationsdienst Aldis/Blidin in Gebäude etc. allein in NRW 11.057 Blitze eingeschlagen.
  5. Die Wahrscheinlichkeit, vom Blitz getroffen zu werden, liegt bei 1:20 Millionen. Die Chance auf einen „Sechser“ im Lotto? 1:14 Millionen.
  6. Der längste Blitz war 829 Kilometer lang. Er reichte 2017 vom US-Bundesstaat Texas bis kurz vor Kansas City und dauerte laut Weltwetterorganisation WMO 7,8 Sekunden.
  7. Der zeitlich längste Blitz dauerte 17,1 Sekunden (im Juni 2020 über Uruguay und Nordargentinien).
  8. Der tödlichste Blitz traf 1975 in Simbabwe 21 Menschen, die eng aneinandergedrängt in einer Hütte Schutz gesucht hatten.

Warum ziehen wir keinen Strom aus Blitzen?

Klingt verführerisch, die gewaltige Energie eines Blitzes im Kraftwerk zur umweltfreundlichen Stromerzeugung zu nutzen. Aber: „In einem Blitz steckt weit weniger Energie, als viele Menschen annehmen. Seine enorme Zerstörungskraft liegt nur daran, dass beim Einschlag die Energie in extrem kurzer Zeit frei wird“, so der inzwischen emeritierte Professor Jan Meppelink von der FH Südwestfalen. „Würde man die elektrische Energie eines Blitzes dagegen über einen langen Zeitraum gleichmäßig verbrauchen, wäre die Leistung sehr schwach“, erläutert der Hochspannungsexperte in „Bild der Wissenschaft“. Man könne damit gerade mal ein Ei kochen.

Beim Blitzschlag selbst gehe schon ein Großteil der Energie verloren – im Blitzkanal werde die Energie in Wärme, Licht und Druckwellen umgewandelt, so dass am Einschlagsort nur noch ein Bruchteil der ursprünglichen Energie übrig bleibe. Dazu kommt, dass Blitze sich nicht einfach vorhersagen lassen und dass „pro Quadratkilometer in Deutschland im Schnitt nur drei bis vier Blitze im Jahr einschlagen.“ Zu magere Ausbeute für einen immens großen Aufwand.

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