Der Schock nach der Katastrophe von Crans-Montana sitzt tief. Noch immer sind viele Fragen offen. Nun beginnt die Ursachen-Forschung und die schwierige Identifizierung der Opfer.
Tragödie in Crans-MontanaSchwierige Identifizierung der Opfer
Aktualisiert
Der verheerende Brand in der Silvesternacht im Schweizer Luxus-Skiort Crans-Montana hat rund 40 Menschen das Leben gekostet, mehr als 100 weitere wurden verletzt. Jetzt beginnt für die Ermittler die schwierige Identifizierung der Opfer.
Die Behörden veröffentlichten zunächst keine Informationen über die Identität der Opfer. Die Bar war aber ein beliebter Treffpunkt für Touristen und bekannt dafür, junge Leute anzuziehen.
Bislang keine Informationen über deutsche Opfer
Laut Polizeichef Gisler ist davon auszugehen, dass unter den Opfern auch Ausländer sind. Die Schweizer Behörden stünden in engem Kontakt mit den Angehörigen, ebenso mit den verschiedenen betroffenen Botschaften. Um sie alle zweifelsfrei zu identifizieren, müssten Zahn- oder DNA-Abgleiche gemacht werden. Diese Verfahren werden mehrere Wochen Zeit in Anspruch nehmen.
Informationen über mögliche deutsche Todesopfer oder Verletzte lagen am Donnerstag (1. Januar 2026) nicht vor. Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, die deutsche Botschaft in Bern stehe mit den Schweizer Behörden „in engem Kontakt“.
Nach Angaben des italienischen Außenministers Antonio Tajani wurden etwa 15 Italiener bei dem Feuer verletzt. Eine ähnliche Anzahl werde weiter vermisst. Das französische Außenministerium erklärte, dass mindestens neun Franzosen verletzt worden seien und acht weitere noch vermisst würden.
Wie konnte es zu der Tragödie kommen?
Gegen 1.30 Uhr stieg nach Angaben des Polizeichefs des Kantons Wallis, Frédéric Gisler, Rauch aus der bei Touristen beliebten Bar „Le Constellation“ auf. Kurz darauf alarmierte ein Zeuge die Polizei. Gisler zufolge wurde auch die Feuerwehr mobilisiert, die die Flammen demnach schnell unter Kontrolle bringen konnte, während die Verletzten versorgt wurden.
Die Behörden erklärten, Ermittlungen zum Brand eingeleitet zu haben. Zur Ursache wollten sie keine Spekulationen anstellen.
Zeugen berichteten, dass Kellnerinnen Champagnerflaschen, auf denen Wunderkerzen befestigt waren in die Höhe hielten. Dies sei Teil einer „Show“ für Gäste gewesen. Die Wunderkerzen seien der Decke sehr nahe gekommen und „plötzlich fing alles Feuer“, wurde ein Zeuge mit dem Namen Alex in italienischen Medien zitiert.
Wurden die Sicherheitsanforderungen eingehalten?
„Le Constellation“ befindet sich im Erdgeschoss eines Wohngebäudes und hat Platz für 300 Menschen sowie 40 weitere Personen auf der Terrasse, wie es auf der Website von Crans-Montana heißt. Mehrere Zeugen sagten, dass der Veranstaltungsraum im Untergeschoss, wo das Feuer ausbrach, nur durch eine Treppe mit dem Erdgeschoss verbunden sei. Einige beschrieben sie als „schmal“.
Die Generalstaatsanwältin des Wallis, Béatrice Pilloud, bestätigte dies jedoch nicht. Sie betonte, dass die Ursache der Tragödie noch untersucht werde. Auf Fragen von Reportern sagte sie, dass sie sich selbst ein Bild von der Lage gemacht habe. Die Ermittlungen würden feststellen, ob alle Sicherheitsstandards eingehalten wurden. Es sei noch zu früh, um sich dazu zu äußern, ob die Notausgänge den nötigen Standards entsprachen oder ob von den Organisatoren der Silvesterfeier die notwendigen Verfahren eingehalten wurden.
Die Nachrichtenagentur AFP erfuhr aus mehreren Quellen, dass die Bar einem französischen Paar gehöre. Einem Angehörigen zufolge sind beide wohlauf, aber seit der Tragödie nicht mehr erreichbar. (AFP)
