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„Flashover“ führte zu Tragödie in SchweizRund 40 Tote, Video zeigt Katastrophe

Aktualisiert

Mehr als 20 Verletzte zwischen 16 und 26 Jahren wurden nach dem Feuer in Crans-Montana nach Lausanne geflogen. Nach offiziellen Angaben sind ungefähr 40 Menschen ums Leben gekommen. Italiens Außenminister spricht von 47 Toten.

Nach dem tödlichen Feuer im Schweizer Skiort Crans-Montana gehören junge Leute im Alter von 16 bis 26 Jahren zu den am schwersten Verletzten. Per Hubschrauber seien 22 Verletzte in dieser Altersspanne in das Universitätsklinikum nach Lausanne geflogen worden, sagte Klinikdirektorin Claire Charmet der Schweizer Zeitung „24 Heures“.

Es handele sich um die Überlebenden mit den schlimmsten Brandverletzungen. Ihre Behandlung werde Wochen, wenn nicht Monate dauern. „Es handelt sich um junge Patienten. Im Durchschnitt sind sie zwischen 16 und 26 Jahre alt.“ Acht Patienten hätten wiederbelebt werden müssen. „Wir verlegen sie gerade aus der Notaufnahme in die Intensiv- und Spezialstation.“

Klinik aktiviert Krisenplan

Nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana sei ein Krisenplan für einen Massenanfall von Verletzten aktiviert worden und alles irgendwie greifbare Personal sei mobilisiert worden, sagte die Klinikdirektorin. Das Klinikum richte sich auf die Aufnahme weiterer Opfer mit weniger schlimmen Brandverletzungen ein.

Rund 40 Tote und 115 Verletzte

Bei dem Feuer sind nach offiziellen Angaben ungefähr 40 Menschen ums Leben gekommen. Etwa 115 weitere Menschen seien verletzt worden, die meisten schwer, sagte der Kommandant der Walliser Kantonspolizei, Frédéric Gisler. Italiens Außenminister Antonio Tajani berichtet laut „Blick“ von 47 Todesopfern. Er sei den ganzen Tag mit den Schweizer Behörden in Kontakt gestanden.

Auf einem Instagram-Video ist das Ausmaß der Katastrophe zu erkennen. Während im Hintergrund die Flammen wüten, stecken Gäste im Eingang der Bar fest. Auf dem Platz vor der Bar sind Schreie zu hören. Es soll sich laut Medienberichten um den einzigen Ausgang der Bar handeln.

Wie das Kanton Wallis mitteilte, waren in der Nacht 13 Helikopter und 42 Rettungswagen zur Versorgung der Opfer im Einsatz. 150 medizinische Rettungskräfte kümmerten sich um die Verletzten und ihren Transport in Krankenhäuser.

„Flashover“ verursachte laut Behörden Explosionen

Weiter heißt es in einer Mitteilung, es sei in der Bar infolge eines Brandes zu einem „Flashover“ gekommen. Dieser habe zu einer oder mehreren Explosionen geführt. Der Fachbegriff „Flashover“ bezeichnet den schlagartigen Übergang eines Brandes von der Entstehungsphase zur Vollbrandphase. Dabei entzünden sich plötzlich alle brennbaren Oberflächen in einem Raum.

Mehrere hundert Trauernde versammeln sich, um Blumen niederzulegen und Kerzen anzuzünden, um der Opfer des Brandes in der Bar „Le Constellation“ zu gedenken, bei dem es Tote und Verletzte gab

Mehrere hundert Trauernde versammeln sich, um Blumen niederzulegen und Kerzen anzuzünden, um der Opfer des Brandes in der Bar „Le Constellation“ zu gedenken, bei dem es Tote und Verletzte gab

„Es gibt mehrere Hypothesen, unsere Hauptthese ist, dass der gesamte Raum Feuer gefangen hat, und das zu einer Explosion geführt hat“, sagte die Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis, Beatrice Pilloud. Es seien Untersuchungen zur Ermittlung der Brandursache eingeleitet worden. Dazu würden auch am Brandort gefundene Telefone ausgewertet.

Ein junger Mann, der sich während des Unglücks in der Bar aufhielt, sagte der Schweizer Zeitung „24 Heures“, Feuerwerkskörper auf Flaschen hätten einen Deckenbrand ausgelöst, der sich schnell ausgebreitet und Panik ausgelöst habe. Zwei Franzosen nannten dem Sender BFMTV Geburtstagskerzen auf Champagnerflaschen als Brandauslöser.

Zu Mutmaßungen, dass in Champagner-Flaschen gesteckte Kerzen oder Böller den Brand ausgelöst haben könnten, wollte Pilloud nichts sagen. „Die Untersuchung läuft, die Gründe werden wir zu einem späteren Zeitpunkt nennen.“ (dpa/afp/mg)