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Safari des GrauensReiche Europäer sollen auf Kinder geschossen haben

Jäger mit Flinte im Wald

Copyright: IMAGO / Zoonar

Jäger mit Flinte im Wald.

Für Bares sollen Vermögende auf Menschen gezielt haben.

Eine ungeheuerliche Anschuldigung sorgt für Aufruhr in Europa: Während des Bosnienkriegs sollen Hunderte betuchte Jagd-Enthusiasten aus europäischen Ländern und Nordamerika an Wochenenden Zivilpersonen ins Visier genommen haben. Der Schriftsteller Ezio Gavazzeni aus Italien hat laut eigener Aussage jahrelang zu den als Sniper-Safaris bekannten Vorfällen zwischen 1993 und 1994 geforscht. Am 17. März 2026 wird sein Werk „Cecchini del Weekend“ („Die Wochenend-Sniper“) in Italien veröffentlicht.

„Die meisten kamen aus Norditalien. Wenn man noch die Sniper aus anderen europäischen Ländern dazurechnet, dann kommt man auf insgesamt etwa 500“, erläuterte Gavazzeni im Gespräch mit dem „Stern“. Die Mailänder Staatsanwaltschaft hat infolge seiner Nachforschungen nun ebenfalls ein Verfahren eingeleitet. Das berichtet „FOCUS online“.

Prämien für getötete Kinder, Frauen und Männer

Gavazzeni zufolge handelte es sich bei den Freizeit-Scharfschützen um Mediziner, Juristen, Notare, Architekten sowie Geschäftsleute. Sie stammten anscheinend auch „aus Deutschland und Frankreich, den Niederlanden oder Spanien“. Was sie alle gemeinsam hatten: „ihre Leidenschaft für Waffen und Jagd.“ Diese abartigen Jagden auf Menschen erstreckten sich zumeist über ein komplettes Wochenende. „Am Sonntag wurden sie wieder zurückgebracht“, berichtet Gavazzeni.

Zeugenberichten zufolge erzählten die Wochenend-Scharfschützen, dass sie „dort (in Bosnien, vor allem Sarajevo, d. Red.) waren, um auf Kinder, Frauen und andere Zivilisten zu schießen“. Eine Quelle, die ihre Identität nicht preisgeben möchte, schilderte die Abläufe genau – und enthüllte erschütternde Prämien. „Für ein Kind oder ein 15-jähriges Mädchen musste man nach heutiger Rechnung etwa 100.000 Euro zahlen, für Frauen etwa 70.000 Euro und für Männer etwa 50.000 Euro.“

Nachforschungen brachten Autor in Gefahr

Wegen seiner Veröffentlichungen brachte sich Gavazzeni selbst in eine bedrohliche Lage. „Es gab Momente, in denen ich Angst hatte“, räumte er ein. Nach der Publikation seiner Nachforschungen Ende 2025 bekam er Bedrohungen via Facebook und per E-Mail. Ihm sei auch von Jägern und deren Verbänden nahegelegt worden, seine Ermittlungen zu beenden. „Zu Hause habe ich genau beobachtet, wer gerade in meiner Straße ist.“ (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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