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Schock in der AntarktisForscher enthüllen, warum das Eis von unten schmilzt

Eisberge im Südpolarmeer unter dunklem Himmel

Copyright: IMAGO / Westend61

Eisberge im Südpolarmeer unter dunklem Himmel.

Die Ursache für das Schmelzen ist gefunden – und sie liegt unter dem Eis.

Das Meereis am Südpol wurde lange Zeit als Sonderfall in der Klimakrise betrachtet. Im Gegensatz zur Arktis, wo die Eisdecke seit langem zurückgeht, vergrößerte sich die Fläche in der Antarktis über viele Jahre hinweg sogar. Der plötzliche und schnelle Einbruch der Eisdecke ab dem Jahr 2015 sorgte daher für einen gewaltigen Schock. Seither ist die Eisausdehnung beunruhigend niedrig, was die Wissenschaft vor ein großes Rätsel stellte.

Wissenschaftler von der University of Gothenburg präsentieren nun eine Erklärung, die wirklich aufhorchen lässt. Eine Veröffentlichung im Fachjournal „Nature Climate Change“ legt dar: Ein natürlicher Schutzwall aus Kaltwasser, der die Eisdecke von unten gegen wärmeres Wasser aus der Tiefe abschirmte, verlor zunehmend an Stabilität. Als im Jahr 2015 starke Stürme den Ozean aufwühlten, konnte die Wärme aufsteigen und das Schmelzen des Eises von der Unterseite auslösen. Das berichtet „FOCUS online“.

Warum der Schutzschild unter dem Eis versagte

Diese Kaltwasserschicht, die Experten als „Winter Water“ bezeichnen, agierte quasi als Pufferzone. Dieser Schutzmechanismus wurde über die Jahre jedoch immer schwächer. Die Analyse von mehr als 109.000 Messungen zeigte: Zwischen den Jahren 2005 und 2015 nahm die Dicke der kalten Barriere durchschnittlich um 1,7 Meter jährlich ab. Sie büßte insgesamt etwa 20 Prozent ihrer Mächtigkeit ein, währenddessen sich das wärmere Wasser aus der Tiefe im Mittel um 3,6 Meter pro Jahr der Oberfläche näherte.

Den entscheidenden Moment beschreibt Theo Spira, der leitende Verfasser der Untersuchung, so: „Die Stürme im Jahr 2015 wirbelten das Meer auf, und wärmeres Wasser mischte sich mit der kalten Wasserschicht. Der Schutz verschwand, und das Eis schmolz mit Rekordgeschwindigkeit.“ Das gesamte Gleichgewicht, das jahrelang auf Messers Schneide stand, kollabierte.

Der irre Trick: See-Elefanten als Undercover-Forscher

Die Forscher nutzten außergewöhnliche Mittel, um an diese explosiven Informationen zu kommen. Da das Südpolarmeer zu den am schwersten erreichbaren Gebieten des Planeten gehört, waren kreative Lösungen gefragt. Zusätzlich zu autonomen Sonden vertraute die Mannschaft auf tierische Unterstützung: See-Elefanten. Die Tiere bekamen Sensoren umgeschnallt, welche bei ihren Tauchgängen bis in hunderte Meter Tiefe die Temperatur sowie den Salzgehalt aufzeichneten. (red)

Diese tierischen Agenten brachten extrem kostbare Daten direkt von der Kante des Meereises mit. Die Ergebnisse sind zugleich ein Alarmsignal für die Forschung: Aktuelle Klimasimulationen bilden diesen Vorgang unter der Eisdecke häufig nur mangelhaft ab. Wer die Entwicklung der Antarktis künftig begreifen will, darf nicht nur in die Atmosphäre blicken – der Blick muss auch tief ins Meer gerichtet werden.

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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