Abo

Angebliche NotlandungVideo von Riesen-Flugzeug auf A3 in NRW sorgt für Diskussionen

Eine Antonow 124 (An-124), eines der größten Frachtflugzeuge der Welt (Archivfoto).

Eine Antonow 124 (An-124), eines der größten Frachtflugzeuge der Welt (Archivfoto).

Eine falsche, mit KI erstellte ARD-Reporterin berichtet live von der A3. Das Video sorgt für Diskussionen im Netz.

Ein Video in den sozialen Netzwerken schlägt hohe Wellen. Die Aufnahmen zeigen ein gewaltiges Flugzeug, das angeblich auf der Autobahn 3 bei Duisburg (Nordrhein-Westfalen) gelandet sein soll. Inzwischen haben mehr als vier Millionen Menschen die Szenen gesehen. Der Vorfall ist nicht real, die Szenen wurden mit Künstlicher Intelligenz erstellt – doch manche Nutzerinnen und Nutzer scheinen das nicht sofort zu erkennen. Einige Stimmen verlangen sogar ein Verbot solcher echt wirkenden KI-Videos.

In dem kurzen Clip ist eine vermeintliche Reporterin mit einem Mikrofon der ARD im Vordergrund zu sehen. Im Hintergrund wird ein riesiges Flugzeug über die Fahrbahn der A3 geschleppt. An den Seiten stehen Dutzende Einsatzkräfte, Notarztwagen haben das Blaulicht eingeschaltet.

Flugzeug notgelandet: Angebliche ARD-Reporterin berichtet von der A3

Die falsche KI-Journalistin berichtet direkt in die Kamera: „Die A3 bei Duisburg ist vollgesperrt. Gleich hinter mir sehen Sie die Antonov, die hier notlanden musste. Glücklicherweise wurde niemand verletzt.“

Weitere Luftaufnahmen zeigen das gigantische Flugzeug, dessen Tragflächen weit über die insgesamt sechs Fahrbahnen hinausragen. Einsatzwagen haben die Strecke blockiert, im Hintergrund geht ein langer Stau über die komplette Strecke.

Schon allein, wer den Instagram-Kanal genauer ins Auge nimmt, erkennt, dass es sich vermutlich um ein KI-Video handelt. Bei „SokakTV“ sind noch weitere KI-generierte Videos hochgeladen worden. Teils mit absurden Inhalten, so blockieren hier nicht nur Flugzeuge, sondern auch ein riesiger Fisch sowie ein Satellit die A3.

Video von Flugzeug auf der A3 wirkt täuschend echt – Typ Antonov wohl kein Zufall

Doch auf den ersten Blick sind die Aufnahmen kaum als Fake zu erkennen. Die Autobahnbrücken, die Fahrbahn, das Flugzeug, einfach alles wirkt real. Nicht zuletzt das Detail mit dem ARD-Mikrofon sorgt für eine täuschend echte Illusion.

Auch die Auswahl des Flugzeugtyps dürfte kein Zufall sein. Erst am Wochenende war eine Antonov 124 Ruslan am Flughafen Köln/Bonn zu bestaunen gewesen. Mit den vielen Aufnahmen, die bei dieser Gelegenheit von der riesigen Frachtmaschine gemacht wurden, wurde vermutlich die KI zur Generierung des Videos gefüttert.

Gerade bei solchen „spektakulären“ Videos sollten Nutzerinnen und Nutzer mittlerweile skeptisch sein: Wer genau hinhört, bemerkt, dass die Reporterin Duisburg nicht richtig aussprechen kann (D-ui-sburg). Und dass auf dem Schild hinter ihr der Abstand zwischen dem Schriftzug „Duisburg-Nord“ und „Oberhausen“ viel zu gering ist, zudem gibt es keine „Hoidnstraße“.

Video von Notlandung auf der A3 sorgt für hitzige Diskussionen

Die Reaktionen unter dem Video sind sehr unterschiedlich. Während sich viele über die Szene amüsieren und lachende Emojis posten, scheinen andere sich zu fragen, ob die Notlandung vielleicht wirklich passiert ist. „In welchem Jahr war das?“, fragt etwa eine Nutzerin.

Andere nehmen das Video mit Humor und führen Bemerkungen an, welche die KI überführen. „Glaube nicht, dass wir eine Abfahrt Duisburg Nord auf der A3 haben“, wirft ein User etwa ein. Ein anderer bemerkt, dass der Landeweg zwischen den beiden Schilderbrücken niemals gereicht hätte. Zudem seien die Tragflächen immer noch zu klein für eine Antonov.

Anderen ist jedoch gar nicht zum Lachen zumute. „Warum macht man sowas“, fragt eine Userin kritisch. Auch andere finden, dass man über solch ernste Dinge wie solch eine Notlandung keine Späße macht. „Unmöglich, so einen Blödsinn ins Netz zu stellen“, findet eine Nutzerin.

Eckart von Hirschhausen fordert Verbot von KI-„Fake News“

Der Arzt und Wissenschaftsjournalist Eckart von Hirschhausen fordert inzwischen, die Nutzung von Künstlicher Intelligenz für „Fake News“ zu bestrafen. Auch Hirschhausen wurde selbst Opfer solcher KI-Videos, mit denen er angeblich für Abnehmpillen geworben hätte. Dabei habe aber KI aus Videos seinen Tonfall gelernt und ihm Dinge in den Mund gelegt, die er niemals gesagt habe oder sagen würde: „Das ist gruselig, und wird mit jeder neuen Entwicklung der KI immer ‚echter‘.“

Soche KI-generierten Fake News seien die „moderne Pest“: „Menschen bringen ihre Gesundheit in Gefahr, das Vertrauen in öffentliche Personen wird zerstört, die Glaubwürdigkeit des Rundfunks unterminiert und damit verbunden auch die Grundlage unserer Demokratie: Dass man weiß, was stimmt und was nicht.“ Solche und andere Formen der Desinformation berührten zentrale Fragen von Menschenwürde, Wahrheit und Freiheit, ergänzte Hirschhausen. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

Von seinem Wohnzimmer aus konnte der Fotograf Peter Lindel junge Turmfalken kurz vor ihrem ersten Flug beobachten.

Von seinem Wohnzimmer aus

Fotograf macht in NRW sensationelle Entdeckung