Dreiste Masche in NRWHier gab es Koks, Heroin und Gras direkt über die Kiosk-Theke

Kokain ist bei einer Pressekonferenz im Kölner Zollkriminalamt zu sehen.

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Das Landgericht Aachen hat einen 33-jährigen Verkäufer wegen des unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. (Symbolbild)

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Drogenhandel im Kiosk: Ein Mann wurde in Aachen zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Er verkaufte Kokain, Cannabis und Heroin.

Das Landgericht Aachen hat einen 33-jährigen Verkäufer wegen des unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in Tateinheit mit dem illegalen Verkauf von Cannabis zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung verurteilt. Das berichtet die „Aachener Zeitung“.

Die 9. Große Strafkammer sah es demnach als erwiesen an, dass der Angeklagte im Frühjahr 2024 über mehrere Wochen hinweg aus einem Kiosk nahe dem Kaiserplatz Drogen an Suchtkranke abgegeben hatte.

Wie die Zeitung weiter berichtet, war die Verkaufsstelle nur rund 150 Meter vom Kaiserplatz entfernt eingerichtet worden und diente ausschließlich der Versorgung der dortigen Drogenszene.

Die Rauschmittel – darunter Kokain, Marihuana und eine äußerst geringe Menge Heroin – seien griffbereit unter der Ladentheke deponiert gewesen. Weiterer Nachschub lagerte nach gerichtlichen Feststellungen im angrenzenden Wohnhaus, unter anderem in einem im Hausflur abgestellten Kinderwagen.

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Zugunsten des Mannes wertete das Gericht dessen vollumfängliches Geständnis sowie seine untergeordnete Rolle innerhalb der Struktur. Der 33-Jährige habe die Drogen verkauft, sei aber mit der Beschaffung, der Preisgestaltung und der Lagerung nicht befasst gewesen. Bis zu seiner vorläufigen Festnahme im Rahmen einer Razzia am 11. April 2024 habe er schätzungsweise 18 Schichten absolviert und pro Einsatz pauschal 100 Euro aus einer separaten Drogenkasse erhalten.

Dass der Kiosk als Umschlagplatz genutzt wurde, war nach Angaben der Ermittler kaum zu übersehen. Staatsanwalt Hanno Gläsker ordnete das Vorgehen vor Gericht ein: „Das war natürlich eine sehr dreiste, aber nachvollziehbare Geschäftsidee. Der Kiosk wurde ausschließlich dazu genutzt, um über Monate hinweg – um nicht zu sagen: über Jahre hinweg – die Personen im Umfeld des Kaiserplatzes mit Drogen zu versorgen.“

Kiosk als Drogenumschlagplatz: Drahtzieher zu fünf Jahren Haft verurteilt

Nach Informationen der „Aachener Zeitung“ ist das Verfahren gegen den 33-Jährigen das vorerst letzte Urteil in dem Komplex. Der mutmaßliche Drahtzieher und Betreiber des Kiosks war bereits im April zu einer fünfjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden; drei weitere Verkäufer erhielten ebenfalls Haftstrafen.

Neben der Bewährungsstrafe ordnete das Gericht für den 33-Jährigen die Unterstellung unter einen Bewährungshelfer sowie die Teilnahme an einer Berufsberatung an. Zudem muss er den durch die Schichten erlangten Betrag von 1700 Euro an die Staatskasse zahlen. (jag)

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