Fünf Monate lang ist die Bahnstrecke von Köln nach Hagen gesperrt. Pendler müssen auf Ersatzbusse ausweichen. Doch mit deren Qualität ist der Verkehrsverbund VRR überhaupt nicht einverstanden.
Wichtige Kölner Strecke gesperrtEs gibt große Probleme – „mit voller Wucht“

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Passagiere steigen in einen Bus des Bahnersatzverkehrs. Wegen umfangreicher Bauarbeiten ist die wichtige Strecke von Köln über Wuppertal nach Hagen für gut fünf Monate dicht.
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Nach Beginn der aufwendigen Generalsanierung der Bahnstrecke von Köln über Wuppertal nach Hagen wirft der Verkehrsverbund VRR der Bahn eine enttäuschende Leistung bei den Ersatzbussen vor. Der Schienenersatzverkehr „bleibt in der täglichen Umsetzung deutlich hinter dem Anspruch zurück“, sagte VRR-Chef Oliver Wittke.
Die Bahn betonte, sie arbeite „gezielt an Lösungen“ für die Probleme. Unter anderem solle der Fahrplan angepasst werden. Ein großes Problem seien zuletzt auch Vandalismusschäden im Karneval gewesen, durch die innerhalb weniger Tage zehn Busse ausgefallen seien.
„Wir reden nicht über Kinderkrankheiten“
Wittke forderte von der Bahn eine Kurskorrektur. „Wir reden nicht über Kinderkrankheiten, sondern über wiederkehrende, strukturelle Mängel, die die Verlässlichkeit für die Fahrgäste spürbar beeinträchtigen“, kritisierte der Chef des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr, der für den ÖPNV vom Rheinland bis nach Dortmund zuständig ist.
Ein unzuverlässiger Ersatzverkehr sei nicht nur eine Belastung für die betroffenen Pendler. „Es sinkt auch die Akzeptanz für die notwendigen großen Bauprojekte und Generalsanierungen, die in den kommenden Jahren nicht nur in NRW, sondern bundesweit zu erwarten sind“, betonte Wittke.
VRR-Chef: Viele negative Rückmeldungen
Der VRR bekomme viele negative Rückmeldungen von Reisenden und habe auch selbst Testfahrten gemacht. Ein großes Problem sei demnach fehlendes oder schlecht geschultes Personal beim Ersatzverkehr. „Busse verfahren sich, fahren falsche Routen oder bleiben an bekannten Engstellen hängen.“
Teilweise fielen Busse durch krankheitsbedingten Personalmangel mitten in der Hauptverkehrszeit aus. Das sei „kein Randproblem, sondern trifft Pendlerinnen und Pendler mit voller Wucht“, kritisierte der VRR-Chef. „Über alle SEV-Linien hinweg liegt die Ausfallquote konstant zwischen 3,5 bis 5 Prozent.“ Das sei „nicht akzeptabel“, betonte der ehemalige NRW-Verkehrsminister. Hinzu komme, dass vor allem auf der Linie RE13 häufig kleine Busse im Einsatz seien, obwohl eigentlich große Gelenkbusse fahren sollten.
Bahn will Fahrplan überarbeiten
Eine Bahnsprecherin betonte, der Schienenersatzverkehr sei äußert komplex. Die Ersatzbusse fahren „mitten in einer der am dichtesten besiedelten Regionen Deutschlands - und das mit einem sehr ambitionierten und schwer einzuhaltenden Fahrplan“.
Man prüfe jetzt, auf welchen Linien der Fahrplan überarbeitet werden müsse - sprich: wo mehr Zeit für die Fahrten eingeplant werden müsse. „Aus Sicht von DB Regio ist der aktuelle Fahrplan nicht einzuhalten“, gab die Sprecherin zu.
Bahnstrecke mehr als fünf Monate gesperrt
Für eine umfassende Sanierung ist die wichtige Bahnstrecke von Köln über Wuppertal nach Hagen gut fünf Monate lang gesperrt. Die Bahn will bis zum 10. Juli vor allem die Gleise und die Bahnhöfe entlang der Strecke modernisieren. Fernzüge werden umgeleitet.
Pendler im Regionalverkehr müssen auf Ersatzbusse umsteigen und deutlich mehr Zeit einplanen. Dafür setzt die Bahn nach eigenen Angaben rund 200 Busse ein, die teilweise im Zehn-Minuten-Takt kommen. Einige fahren wie S-Bahnen alle Bahnhöfe auf der Strecke ab. Es gibt aber auch Expressbusse, die über die Autobahn fahren und nur die größten Stationen verbinden. (dpa)

