2

Update

Filmreifer Ausbruch aus NRW-KnastGefangener flieht übers Dach – neue Einzelheiten

Vergitterte Fenster an der JVA Duisburg-Hamborn, davor ein Zaun.

Copyright: Christoph Reichwein/dpa

Vergitterte Fenster an der JVA Duisburg-Hamborn, davor ein Zaun. 

Aktualisiert:

Mitten in der Nacht klettert ein Häftling über die Fassade der JVA Duisburg-Hamborn auf das Dach – und verschwindet spurlos. Wie gelang ihm dieses waghalsige Manöver?

Ein fast hollywoodreifer Ausbruch: Ein 35 Jahre alter Untersuchungsgefangener ist am frühen Sonntagmorgen (30. August 2026) gegen 3.20 Uhr aus der JVA Duisburg-Hamborn entkommen.

Das teilte das Justizministerium NRW mit. Auch am Montag (31. August) fehlt von dem Häftling jede Spur. Eine Fahndung läuft. Inzwischen gibt es weitere Einzelheiten zu seiner Flucht. 

Außen über die Fassade auf das Dach – und weg

Der wegen Diebstahlverdachts inhaftierte Mann habe einen der Gitterstäbe vor dem Fenster seiner Zelle im dritten Stock des Gebäudes auf bisher unklare Art entfernt - möglicherweise durchgesägt, sagte ein Sprecher des Justizministeriums. Dann habe er die weitere Feinvergitterung vor dem Fenster beiseite gedrückt, sei durch den sehr schmalen Spalt geklettert und offensichtlich über das Dach geflohen.

Zuvor müsse er außen über die Fassade vom dritten in den vierten Stock geklettert sein und auch noch die Sicherung der Dachkante überwunden haben, sagte der Sprecher.

Nach aktuellen Informationen fiel der Häftling zuerst Mitgefangenen durch Poltern auf dem Dach auf. Bediensteten, die ebenfalls laute Geräusche im Hafthaus gehört hatten, entdeckten dann oben eine Person. Wie der 35-Jährige schließlich vom Dach herunterkam, ist noch unklar. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei könnte er ein Fallrohr heruntergeklettert sein.

„Der heutige Ausbruch ist absolut inakzeptabel. Die oberste Priorität hat jetzt die schnelle Ergreifung des flüchtigen Untersuchungshäftlings“, erklärte NRW-Justizminister Benjamin Limbach (Bündnis90/Die Grünen). Parallel müsse der Vorfall umfassend aufgeklärt werden.

Ein Sicherheitsexperte des Ministeriums war vor Ort in der Anstalt und hat die Ermittlungen aufgenommen. „Wir werden lückenlos aufklären, wie diese Sicherheitslücke entstehen konnte, um aus den Ergebnissen umgehend die notwendigen Konsequenzen zu ziehen“, kündigte der Minister an.

Öffentlichkeitsfahndung der Polizei

Die Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe bei der Fahndung: Fotos des Flüchtigen sind hier abrufbar

  1. Der Flüchtige ist 1,75 Meter groß
  2. Er wiegt 75 Kilogramm und hat eine schlanke Statur
  3. Er hat eine hohe Stirn
  4. Zum Zeitpunkt des Ausbruchs hatte er kurze braune Haare
  5. An seinem rechten Oberarm trägt er eine auffällige Tätowierung (Kopf einer Frau)

Wer den Mann sieht oder Angaben zu seinem Aufenthaltsort machen kann, wird gebeten, sich ihm nicht zu nähern, sondern unverzüglich die Polizei über den Notruf (110) zu informieren.

Der Mann saß laut Ministerium wegen des Diebstahlsvorwurfs seit dem 10. Februar in Untersuchungshaft. Zwischenzeitlich sei er aber zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Dieses Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. (dpa)

RWE sprengt Schornstein von Kohlekraftwerk
Krawumm in NRW-Stadt
RWE sprengt 200-Meter-Schornstein von Ex-Kohlekraftwerk