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Fake-Mord-AnrufeJugendlicher aus NRW provoziert Polizeieinsätze

Einsatzkräfte der Polizei haben eine Straße abgesperrt.

Copyright: Gianni Gattus/dpa

Ein Jugendlicher aus Hagen hat mit falschen Mordanrufen Großeinsätze der Polizei provoziert (Symbolfoto eines Einsatzes im April in Solingen). 

Aktualisiert:

Mit einem sogenannten Swatting-Anruf löst ein Jugendlicher in Hagen einen Großeinsatz aus - offenbar nicht zum ersten Mal.

Unfassbar: Ein Jugendlicher aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis soll zum wiederholten Mal mit vorgetäuschten Gewalttaten große Polizeieinsätze ausgelöst haben.

So war die Polizei laut eigenen Angaben zuletzt in Hagen am Sonntagabend mit zahlreichen Kräften zu einem vermeintlichen Tatort in einem Wohnhaus ausgerückt: Ein zunächst unbekannter Anrufer hatte behauptet, eine Person getötet zu haben. Zudem drohte er damit auf die Polizei zu schießen, wenn sie sich nähere.

Das steckt hinter „Swatting“

Vor Ort sperrten die Beamten die umliegenden Straßen ab - stellten aber nach ersten Ermittlungen fest, dass es in dem Haus zu keiner Straftat gekommen war. Vielmehr habe es sich um einen Fall von „Swatting“ gehandelt, wie ein Polizeisprecher sagte.

Bei der Masche melden Täter angebliche Bedrohungslagen, um gezielt einen Großeinsatz bei Unbeteiligten auszulösen. Das Phänomen stammt ursprünglich aus den USA und beschäftigt auch in Deutschland immer wieder die Polizei. Der Begriff leitet sich von der US-amerikanischen Spezialeinheit SWAT ab.

Wie bei dem Einsatz am Sonntag (30. August 2026) schildern die Täter dabei häufig besonders drastische Situationen, die einen schnellen und umfangreichen Einsatz erforderlich erscheinen lassen. Der Anrufer bei der Hagener Polizei hatte dabei nicht nur die Personalien des unbeteiligten Hausbewohners missbräuchlich verwendet, sondern mit Hilfe technischer Manipulation auch dessen Telefonnummer bei der Polizei anzeigen lassen.

Dennoch habe man einen Jugendlichen aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis als Tatverdächtigen identifizieren können. Gegen ihn werde bereits wegen gleichgelagerter Fälle ermittelt, so die Polizei. Dabei soll er sowohl in seinem Heimatkreis als auch über die Kreisgrenzen hinaus mit derselben Masche mehrere Großeinsätze ausgelöst haben, berichtete ein Sprecher.

Jugendlicher aus Hagen: Ihm droht die Rechnung

Nach dem Fall in Hagen sei bei dem Jugendlichen bereits eine Durchsuchung durchgeführt worden, um Beweise zu sichern. „Er muss mit erheblichen Konsequenzen rechnen“, sagte der Polizeisprecher. Einerseits laufen strafrechtliche Ermittlungen - unter anderem wegen Androhung und Vortäuschens einer Straftat.

Außerdem könne die Polizei die Kosten des Einsatzes in Rechnung stellen: „Da können je nach Einsatzgröße dann schon mal 50.000 bis 100.000 Euro an Gebühren erhoben werden“, so der Polizeisprecher. (dpa)

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