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Mordanschlag in DüsseldorfPolizei jagt Mann nach Schüssen auf Drogenboss-Neffen

In der Frontscheibe eines Taxis sind mehrere Einschusslöcher.

Copyright: Henning Kaiser/dpa

Auf dieses Taxi wurden in Düsseldorf am 30. Dezember 2025 mehrere Schüsse abgegeben.

Ein Taxi gerät in Düsseldorf mitten ins Kreuzfeuer. Ein Insasse kämpft um sein Leben. Nun geht die Polizei mit Fotos in die Offensive.

Ein öffentlicher Aufruf der Polizei: Mit Fotos wird nach dem 26-jährigen Elvan Alperen Cinar gefahndet. Die Ermittler warnen: „Es ist möglich, dass der Mann eine Waffe bei sich trägt. Verständigen Sie auf jeden Fall die Polizei und sprechen Sie den Beschuldigten nicht an.“

Die Anschuldigung gegen Cinar (hier die Fahndungsfotos) wiegt schwer: Er soll am 30. Dezember 2025 mit Komplizen eine grausame Tat verübt haben. Auf einer belebten Düsseldorfer Straße fielen an jenem Tag zehn Schüsse, die einem Mann im Taxi galten. Sieben Projektile fanden ihr Ziel. Das berichtet „t-online“.

Nur eine Not-OP rettete dem Opfer das Leben

Der Angriff galt dem 40 Jahre alten Neffen eines gefürchteten Drogen-Paten. Nur eine sofortige Operation konnte das Leben des Mannes retten. Er kam direkt von einer Demonstration vor dem Konsulat der Niederlande in Düsseldorf, wo für die Entlassung seines Onkels protestiert wurde. Jener Onkel ist Hüseyin B., besser bekannt unter den Namen „Pablo Escobar Europas“ oder „der Pate“, der seit etwa 28 Jahren in einem niederländischen Gefängnis sitzt.

Wie Medien aus Großbritannien berichten, hat B., der in diesem Jahr 70 wird, durch den Handel mit Heroin ein Milliardenvermögen angehäuft. Um das Jahr 1998 schnitten Ermittlungsbehörden Gespräche am Telefon mit, in denen er serienweise Tötungsdelikte in Auftrag gab. In London, in seinem damaligen Wohnhaus, fand man später eine schalldichte Folterkammer.

Die Ermittler gehen davon aus, dass hinter der Tat ein jahrelanger, brutaler Krieg verfeindeter krimineller Gruppen steckt. Die Auseinandersetzung hat ihren Ursprung wohl in der Türkei und hat sich von dort auf den europäischen Kontinent verlagert. Die als gewalttätig bekannte Mafia-Gruppe „Daltons“ hat sich angeblich mit weiteren Gruppierungen zusammengeschlossen, um dem B.-Clan zu schaden.

In Düsseldorf startete am Montag das Gerichtsverfahren gegen drei Männer, die als mutmaßliche Komplizen gelten und mit dem gesuchten Cinar die Tat verübt haben sollen. Unter extrem hohen Sicherheitsmaßnahmen begann die Verhandlung. Spezialeinheiten eskortierten die Angeklagten aus dem Untersuchungsgefängnis, zeitgleich sicherten vermummte Polizisten mit Helmen und Maschinenpistolen das Gerichtsgebäude ab. Der Hintergrund für diese Maßnahmen ist ernst: Es wird befürchtet, dass die andere Seite auf Rache sinnt. 

Stark bewaffnete Polizeibeamte stehen vor dem Hochsicherheitstrakt des Oberlandesgerichts.

Copyright: Rolf Vennenbernd/dpa

Stark bewaffnete Polizeibeamte stehen am Montag (7. September 2026) vor dem Hochsicherheitstrakt des Oberlandesgerichts.

Die Staatsanwaltschaft wirft zwei der drei Männer versuchten Mord vor, dem dritten wird Beihilfe zur Last gelegt. Den Erkenntnissen der Ermittler zufolge stand B.s Neffe schon am Konsulat unter Beobachtung. Drei Männer in einem Fahrzeug verfolgten ihn, als er nach der Demo in ein Taxi stieg, um heimzufahren. Das Taxi wurde dann auf der Kaiserstraße, einer vierspurigen Verkehrsachse unweit des Finanzministeriums von NRW, überholt. Aus dem Auto sprangen zwei Personen und begannen sofort zu schießen.

Der Anwalt eines 22-jährigen Angeklagten kündigte eine Einlassung seines Mandanten an: Dieser sei vor Ort gewesen, habe aber keinen Schuss abgegeben. Ein weiterer Beschuldigter weist jede Schuld von sich und gibt an, am Tag der Tat nicht in der Stadt gewesen zu sein. (red)

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