Mehrere Kugeln treffen einen Fahrgast in einem Düsseldorfer Taxi. Zwei Täter fliehen. Bei dem Opfer und einem weiteren Fahrgast gibt es eine Verbindung in die Niederlande.
Mordanschlag in DüsseldorfZehn Schüsse: Taxi-Fahrgast außer Lebensgefahr

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Ein Taxi mit Schusslöchern in der Frontscheibe steht am Dienstag (30. Dezember 2025) in Düsseldorf auf der Straße.
Nach mehreren Schüssen auf einen Taxi-Fahrgast in Düsseldorf ist das 40-jährige Opfer nach Angaben der Staatsanwaltschaft inzwischen außer Lebensgefahr. Zu den Hintergründen der Tat werde weiter in alle Richtungen ermittelt, teilte ein Sprecher auf dpa-Anfrage mit.
Auf das Taxi, in dem der Mann saß, seien zehn Schüsse abgefeuert worden, von denen fünf den türkischen Staatsangehörigen getroffen hätten. Auf Fotos sind zahlreiche Einschusslöcher auf der Beifahrerseite der Windschutzscheibe zu sehen.
Der Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte Medienberichte, wonach es sich bei dem Opfer um den Neffen eines Mannes handele, der in den Niederlanden seit Jahren wegen diverser erheblicher Straftaten – unter anderem wegen Drogenhandels – in Haft sitzt.
Fahndung nach zwei Männern
Die Tat hatte sich am Dienstagnachmittag (30. Dezember 2025) beim Hofgarten im Stadtteil Pempelfort ereignet. Die beiden Täter waren laut Staatsanwaltschaft auf einer viel befahrenen Straße aus einem Auto vor dem Taxi gestiegen und nach ihrer Schussabgabe mit demselben Wagen geflüchtet. Zum Hintergrund der Attacke und den Tätern machte der Sprecher keine weiteren Angaben. Nach den Männern werde weiter gefahndet.
Im Taxi befanden sich der Staatsanwaltschaft zufolge neben dem 40-Jährigen und dem Fahrer noch zwei weitere Menschen. Einer von ihnen war nach den Schüssen geflohen. Nach ihm werde weiter gefahndet, so der Sprecher. Der andere Fahrgast wurde vernommen. Eine Mordkommission hatte die Ermittlungen aufgenommen.
Wie türkische Medien berichten, kam es zu dem mutmaßlichen Mordanschlag nach einem Protest für die Freilassung des Drogenbosses vor dem niederländischen Generalkonsulat in Düsseldorf. Im Taxi soll neben dessen Neffen auch sein Sohn gesessen haben. Beide soll zuvor an dem Protest teilgenommen haben.
In einem Social-Media-Beitrag schwor der Drogenboss aus dem Knast heraus Rache. „Wer auch immer diesen niederträchtigen, heimtückischen und feigen Angriff verübt hat, dem werde ich persönlich Antwort geben“, erklärte er. (iri, dpa)
