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Schmutzigste WM aller ZeitenTrotz Verzicht auf Stadion-Neubauten droht Rekord-Verschmutzung

Fußball-WM 2026 - New York

Copyright: Seth Wenig/AP/dpa

Die WM 2026 findet in den USA, Mexiko und Kanada statt. (Symbolbild)

Fußball-Fest 2026: Die klimafeindlichste WM aller Zeiten?

Das Fußball-Fest 2026 steht vor der Tür – und es verspricht, riesig zu werden. Nicht nur, weil zum ersten Mal 48 Mannschaften in drei verschiedenen Ländern um den Titel kämpfen. Eine britische Untersuchung enthüllt jedoch, dass es auch die klimafeindlichste Weltmeisterschaft aller Zeiten werden könnte. Und das ist der Hammer: Im Gegensatz zum umstrittenen Turnier in Katar wird dafür keine einzige neue Arena errichtet.

Die Organisation „Scientists for Global Responsibility“ (SGR) hat errechnet, dass durch das Turnier unfassbare neun Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre gelangen. Um das einzuordnen: Die heftig kritisierte WM in Katar produzierte laut einem offiziellen FIFA-Dokument circa 3,8 Millionen Tonnen CO2. Eine Steigerung, die einem den Atem raubt.

Mehr Mannschaften, mehr Reisen: Das ist der Grund für die CO2-Explosion

David Gogishvili, ein Forscher an der Universität Lausanne, der sich mit den Umweltfolgen von riesigen Veranstaltungen befasst, benennt die Hauptursachen für diese schreckliche Vorhersage: der Flugverkehr, die Vergrößerung des Wettbewerbs und seine enorme geografische Verteilung. Er macht es deutlich: „Es besteht ein direkter, messbarer Zusammenhang zwischen der steigenden Anzahl von Spielen und dem Anstieg der Treibhausgasemissionen“.

FIFA-Präsident Gianni Infantino

Copyright: Chris Carlson/AP/dpa

FIFA-Präsident Gianni Infantino bei einer Pressekonferenz zur WM 2026. (Archivbild)

Anstelle der bisherigen 32 Teams in 64 Partien schickt die FIFA diesmal 48 Nationen in 104 Begegnungen ins Rennen. Eine größere Teilnehmerzahl bedeutet mehr Aktive und vor allem unzählige Anhänger, die größtenteils per Flieger zwischen den Gastgeberländern Mexiko, Kanada und den USA pendeln werden.

Feuer, Dürre, Stürme: FIFA blendet weitere Gefahren aus?

Laut der SGR-Analyse lässt die FIFA obendrein andere ökologische Gefahren außer Acht. Arenen wie das AT&T Stadium in Dallas zählen bereits jetzt zu den energiehungrigsten Sportstätten global, die bei Partien im heißen Sommer mit enormem Aufwand gekühlt werden müssen. Bei weiteren Spielstätten, zum Beispiel in Kalifornien, könnte der Ansturm der Fans das Risiko für Waldbrände steigern. Obendrein wird die Weltmeisterschaft mitten in der Hurrikan-Saison der USA ausgetragen.

Claire Poole von der Initiative „Sport Positive“ fügt hinzu: „Das Turnier findet zu einer Zeit statt, in der Mexiko unter anhaltenden, chronischen Wasserengpässen leidet.“ Menschen, die nahe dem Stadion in Mexiko-Stadt wohnen, beklagen sich bereits jetzt über häufigere Unterbrechungen der Wasserversorgung. Der Besucheransturm zur WM droht die Situation noch schlimmer zu machen.

Und die FIFA? Das ist die offizielle Verteidigung

„Die FIFA ist sich bewusst, dass die Auswirkungen auf das Klima ernst genommen werden müssen und begrüßt eine fundierte Überprüfung“, teilt der globale Fußballverband in einem Statement mit. Das Turnier werde an Orten „mit bestehender Stadioninfrastruktur“ abgehalten, wodurch die Notwendigkeit für neue Bauten massiv gesenkt werde. Im Allgemeinen sei die FIFA verpflichtet, Nachhaltigkeit bei der Organisation zu berücksichtigen und ihre CO2-Bilanz bis 2040 auf null zu bringen.

Arbeiter in einem WM-Stadion in Katar

Copyright: Hassan Ammar/AP/dpa

An der WM 2022 hatte es unter anderem viel Kritik gegeben, weil die Stadien für das Turnier erst hatten gebaut werden müssen. (Archivbild)

Der Wissenschaftler Gogishvili bewertet dies jedoch skeptisch. Die Glaubwürdigkeit der FIFA und ihrer Umweltziele sei dahin. „Es besteht eine erhebliche Diskrepanz zwischen den von der FIFA selbst gemeldeten Zahlen und unabhängigen wissenschaftlichen Bewertungen“, meint der Fachmann. Für die WM 2022 in Katar hatte der Verband sogar eine klimaneutrale Veranstaltung versprochen – eine falsche Aussage, weswegen er von der Schweizer Lauterkeitskommission für irreführende Werbung gerügt wurde.

Der absolute Hammer: Sponsor schlimmer als die ganze WM?

Praktiziert die FIFA bei diesem Turnier bewusstes Greenwashing? Das vermuten weder Gogishvili noch Poole. Gogishvili gibt jedoch zu bedenken: „Eine Partnerschaft mit großen Produzenten fossiler Brennstoffe wie Aramco ist nachweislich unvereinbar mit einem 1,5-Grad-Klimapfad.“ Dies sei klares „institutionelles Greenwashing“. Der unglaubliche Fakt: Laut der SGR-Untersuchung könnte die Partnerschaft mit Aramco, dem saudischen Staats-Ölkonzern, allein für etwa 30 Millionen Tonnen CO2 verantwortlich sein.

Damit Sportveranstaltungen umweltfreundlicher werden, müssten sich nach Ansicht der Fachleute verschiedene Aspekte ändern: Die Gastgeberstädte benötigten eine hervorragende Infrastruktur mit nachhaltigen Transportoptionen, die Größe der Wettbewerbe müsste verringert werden und Eintrittskarten sollten bevorzugt an heimische Fans vergeben werden, um Interkontinentalflüge zu reduzieren. Die FIFA steckt ihr Geld stattdessen vor allem in CO2-Kompensationsprojekte, wie das Anpflanzen von einer Million Bäumen. Die schädlichen Emissionen werden dadurch aber nicht verhindert. Gogishvili ist überzeugt, dass die FIFA sich nicht selbst beschränken wird, und deutet auf die Planungen für die WM 2030 auf drei verschiedenen Kontinenten. Mit ihrer derzeitigen Vorgehensweise betrachte die FIFA „den Sport als Mittel zum kontinuierlichen finanziellen Zugewinn“. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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