Nosferatu-Spinne erobert Deutschland – auch im Norden
Sie ist jetzt überallNosferatu-Spinne hat nun auch das letzte Bundesland erobert

Copyright: Benjamin Westhoff/dpa
Die Beinspannweite kann laut dem Naturkundemuseum Karlsruhe bis zu fünf Zentimeter betragen. (Archivbild)
Die Nosferatu-Spinne, die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt, hat sich mittlerweile anscheinend über das gesamte Bundesgebiet ausgebreitet. Auch im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern wurden die Achtbeiner zuletzt immer häufiger entdeckt. „Damit wird es immer wahrscheinlicher, dass sich die Spinne dort etabliert“, äußerte Alexander Wirth von der Umweltorganisation Nabu. „Womöglich ist sie bereits im letzten bisher noch nicht besiedelten Bundesland zu Hause.“
Seitdem die Spezies 2005 in Deutschland erstmals gefunden wurde, verbreitet sie sich in einem rasanten Tempo. Ein erstes Tier wurde 2022 in Mecklenburg-Vorpommern registriert. Es konnte jedoch belegt werden, dass diese Spinne in einem Reisekoffer mitkam und somit eingeschleppt wurde. Dem Nabu zufolge gibt es mittlerweile aber mehrfache Beobachtungen des Tieres, selbst auf den Inseln Rügen und Usedom.
Kaltes Wetter im Norden? Der Spinne offenbar egal
Auch aus Schleswig-Holstein wird laut Nabu seit einer Weile eine wachsende Zahl an Meldungen verzeichnet. Die Spinne hat sich demnach mittlerweile in Lübeck festgesetzt. Aus der Hansestadt liegen seit 2024 auch Fotobeweise für die Art vor. „Die Nosferatu-Spinne wird immer häufiger aus Norddeutschland gemeldet“, erläutert Wirth. „Das rauere Klima scheint sie nicht zu stören. In der kalten Jahreszeit zieht sie sich in geheizte Häuser und Wohnungen zurück, wo es für sie angenehmer ist.“

Copyright: Thomas Lutz/dpa
Der Name leitet sich von der charakteristischen Zeichnung auf dem Vorderkörper ab, die an den Vampir aus dem gleichnamigen Kinofilm Nosferatu erinnert. (Archivbild)
Der Rumpf der Nosferatu-Spinne (Zoropsis spinimana) erreicht eine Länge von circa ein bis zwei Zentimetern. Laut Nabu kann die Spannweite ihrer Beine einen Wert von bis zu fünf Zentimetern erreichen. „Der Name leitet sich von der charakteristischen Zeichnung auf dem Vorderkörper ab, die viele kreative Betrachter an die Fratze des Vampirs aus dem gleichnamigen Kinofilm Nosferatu erinnert“, teilte das Karlsruher Naturkundemuseum im April mit.
Biss der Spinne für Menschen meist harmlos
Dank ihres Gifts, eines kräftigen Körperbaus und ihrer Jagdgeschicklichkeit kann die vorwiegend nachtaktive Spinne laut Berichten auch ziemlich große Beutetiere überwältigen. Es wird berichtet, dass sie außerdem zu den seltenen Arten zählt, deren Giftklauen menschliche Haut durchstoßen können. Ein solcher Biss ist im Normalfall jedoch harmlos.

Copyright: Benjamin Westhoff/dpa
Die aus dem Mittelmeerraum stammende Spinne kommt inzwischen auch in Norddeutschland vor. (Archivbild)
Gemäß den neuesten Informationen des Nabu werden deutschlandweit jährlich zwischen 3.000 und 5.000 Sichtungen mit Fotobeweis registriert. Einen besonderen Anstieg an Beobachtungen gab es in diesem Frühjahr: Zwischen Januar und Mai sind über 2.500 Bilder eingegangen.
„Wenn das so weitergeht, wird 2026 wieder ein gutes Nosferatu-Jahr“, sagt Wirth und ergänzte: „Wir freuen uns, wenn weiter jeder Fund gemeldet wird, am besten mit Foto. So können wir die weitere Entwicklung der Bestände und die Lebensweise der neuen Art gut nachvollziehen.“ (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
