Tornado-VerdachtHeftige Windböen hinterlassen Schneise der Verwüstung in Nachbarstadt von Köln

Ein umgestürzter Baum liegt in einem Park, im Vordergrund seine großen kaputten Wurzeln.

In einigen Bedburger Stadtteilen wurden Bäume rausgerissen. Menschen berichteten gegenüber der Feuerwehr auch von fliegenden Mülltonnen und anderen Gegenständen.

Das plötzliche Unwetter am Dienstagabend hat besonders eine Kleinstadt im Rheinland stark getroffen.

von Thomas Werner (tw)

Unwetter-Alarm im Rheinland am Dienstagabend (9. Juli 2024)! Der teils starke Wind und die heftigen Regenfälle haben einige Städte im Kölner Umland hart getroffen.

Die wohl schwerwiegendsten Schäden bekam Bedburg (Rhein-Erft-Kreis) ab, etwa 30 Kilometer von Köln entfernt. Dort spricht die Feuerwehr in ihrem Fazit am Mittwoch (10. Juli) sogar von einem „Tornado-Verdachtsfall“.

Unwetter trifft Bedburg im Rhein-Erft-Kreis hart

Eine große Windhose, von der auch einige Anwohnende berichteten, sorgte innerhalb kurzer Zeit für Chaos. Insbesondere im Ortsteil Kaster kam es hierdurch zu etlichen Beschädigungen und umgestürzten Bäumen.

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„Augenzeugen berichteten von herumfliegenden Mülltonnen und losen Gegenständen. Nach kurzer Zeit lagen etliche Bäume auf Straßen, Gehwegen und Pkw“, heißt es von der Feuerwehr. Neben herausgebrochenen Baumkronen wurden auch Bäume samt Wurzelteller umgestoßen und versperrten sämtliche Fuß- und Fahrwege.

Teilweise lösten sich auch Dachziegel von Dächern.

Alle Einsatzstellen der Stadt wurden besetzt. Hierfür wurde der sogenannte Stadtalarm ausgelöst. Dabei wurde die Kommunale Koordinierungsstelle (KKS) in Betrieb genommen und im Zeitraum von 21 Uhr bis 22 Uhr etwa 30 Einsätze abgearbeitet. Der Großteil der Einsätze bezog sich auf die Stadtteile Alt-Kaster, Kaster und Königshoven.

Die Bilder vor Ort: teilweise erschütternd. Auf einigen sind umgestürzte Bäume zu sehen, auch Dächer wurden die starken Böen teilweise abgedeckt. Laut Aussagen von Augenzeugen soll die Windhose auch optisch an Tornados erinnert haben, wie man sie aus den USA kennt.

Deutlich mehr Glück hatte am Abend unter anderem Köln. Dort war laut EXPRESS.de-Anfrage bei der Feuerwehr die Lage ruhig – keine größeren Unwetter-Schäden.

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„Nach Rücksprache mit dem Deutschen Wetterdienst kann zum jetzigen Zeitpunkt ein möglicher Tornado nicht ausgeschlossen werden“, berichtet die Feuerwehr Bedburg. Möglich sei jedoch auch eine sogenannte Konvergenzlinie, die Windgeschwindigkeiten um die 110 bis 120 km/h verursachen kann.

Für die Aufräumarbeiten am Dienstag und Mittwoch nahm die Feuerwehr auch die Hilfe des städtischen Bauhofs in Anspruch. In gemeinsamer Arbeit soll schon bald – zumindest visuell – nichts mehr an das schlimme Unwetter vom 9. Juli erinnern.