Ein möglicher Sabotageakt auf ein Amprion-Umspannwerk in Bergheim erschüttert die Region. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, die Politik ist alarmiert.
Umspannwerk in BergheimMutmaßlicher Anschlag – „Bedrohungen werden konkreter“

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Polizeikräfte sind in der Nacht zu Mittwoch (2. September 2026) in der Nähe es Umspannwerks in Bergheim im Einsatz.
Im Rhein-Erft-Kreis ist die Aufregung groß. Nach der vermuteten Attacke auf das Umspannwerk in Bergheim verlangen lokale Politiker Antworten und Taten. Seit Dienstagabend (1. September) ist der Bürgermeister von Bergheim in ständiger Verbindung mit den Polizeikräften. Schutzvorkehrungen für sensible Einrichtungen wurden umgehend eingeleitet. Sowohl der CDU-Abgeordnete Gregor Golland als auch der Chef der Bergheimer SPD zeigten sich besorgt.
Die Auswirkungen des Vorfalls sind massiv. Ein Sprecher von RWE bestätigte, dass die Versorgung von Kraftwerken betroffen war. Im Rheinischen Revier mussten deshalb fünf Kohleblöcke des Energiekonzerns abgeschaltet werden – eine Leistung von 4200 Megawatt fiel aus. Wegen des möglichen terroristischen Hintergrunds hat die Polizei in Essen die Leitung der Untersuchungen übernommen.
Bürgermeister Mießeler: „Ein Sabotageakt ist sehr wahrscheinlich“
Für Bergheims Stadtoberhaupt Volker Mießeler begann der Schrecken am Dienstagabend. Gegen 21 Uhr schlug die Feuerwehr bei ihm Alarm. Was an der Schaltanlage vorgefallen war, war anfangs ein komplettes Rätsel, wie er dieser Redaktion schilderte. „Natürlich war ich zuallererst beruhigt, dass keine Personen zu Schaden gekommen sind.“
Als sich die Hinweise auf eine gezielte Tat verdichteten, hat Mießeler umgehend Landrat Frank Rock kontaktiert. Eine genaue Lagebesprechung mit der polizeilichen Einsatzleitung über die Hintergründe und die nächsten Schritte folgte dann am Mittwochmorgen.
Seine Einschätzung ist eindeutig. „Nach allem, was ich bislang durch die Ermittlungsbehörde erfahren habe, halte ich einen Sabotageakt oder auch Anschlag für sehr wahrscheinlich“, erklärt Bürgermeister Mießeler.
Mießeler unterstreicht, dass Schutzvorkehrungen für die Energie-Infrastruktur sofort hochgefahren wurden. Im Tagesverlauf soll eine Abstimmung mit RWE und Amprion über deren firmeninterne Sicherheitskonzepte stattfinden. Auf dieser Basis will die Stadt dann ihre eigenen Optionen bewerten.
CDU-Politiker Golland warnt: „Die Gefahr rückt näher“
Auch aus der Landespolitik kommen scharfe Töne. Der CDU-Abgeordnete Gregor Golland aus Brühl, der auch innenpolitischer Sprecher seiner Fraktion ist, zeigte sich bestürzt über die Ereignisse. Gegenüber unserer Redaktion sagte er: „Der mutmaßliche Anschlag auf das Stromnetz in Bergheim zeigt auf dramatische Weise, dass die Bedrohungen und Attacken auf unser Land näher kommen und konkreter werden“.

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Ein Zaun umgibt das Umspannwerk des Netzbetreibers Amprion in Bergheim (Foto vom 2. September 2026).
In diesem Kontext verlangte Golland eine harte Hand, inklusive konsequenter Strafverfolgung und erweiterter Kompetenzen für die Sicherheitskräfte. „Linksextremisten oder russische Saboteure könnten dafür infrage kommen. Unsere Antwort muss entschlossen, wirksam und klar sein: mehr Befugnisse für die Sicherheitsbehörden, technische Maßnahmen wie Drohnenabwehr und konsequente Strafverfolgung“, führte Golland aus.
SPD Bergheim fordert: „Wir müssen uns endlich wappnen“
Der Bergheimer SPD-Chef Torsten Rekewitz ist durch den Vorfall ebenfalls aufgeschreckt. Er erklärte gegenüber dieser Zeitung: „Allmählich sollte auch der Letzte realisiert haben, dass die ‚hybride Bedrohung‘ gar nicht so abstrakt, sondern sehr real ist. Dagegen müssen wir uns wappnen“.
Rekewitz kritisiert, dass in Berlin seit Ewigkeiten über die Abwehr von Drohnen debattiert wird, ohne Ergebnis. „Das Zuständigkeitswirrwarr ist jedoch geblieben. Bundeswehr, Polizei – wer holt die Dinger im Zweifelsfall runter? Das muss endlich geklärt werden.“ Der SPD-Politiker verlangte, dass sensible Infrastruktur wie Kraftwerke und Schaltanlagen effektiver gesichert werden müssen.
Er stellt die entscheidende Frage, wie es überhaupt möglich war, dass Unbefugte auf das Areal in Bergheim vordringen konnten. Sein klares Fazit: „Das darf nicht mehr möglich sein.“ (red)
