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Sorge in SiedlungFremder steckt Zahnstocher in Haustür – Kölnerin schlägt Alarm

Ein Zahnstocher steckt zwischen Haustür und Türrahmen.

Copyright: privat

Einbrecher stecken einen Zahnstocher oder ähnliches zwischen Haustür und Rahmen (Symbolfoto).

Sie war zu Hause, als es passierte: Ein Mann steckte einen Zahnstocher zwischen Tür und Rahmen ihres Hauses. Was dahintersteckt – und wie die Polizei reagiert.

Ein silberner VW Golf, ein Zahnstocher zwischen Tür und Rahmen – für eine Anwohnerin der Flusssiedlung in Köln-Höhenhaus war schnell klar: Hier spioniert jemand aus, ob einer zu Hause ist.

Es ist an ihrer eigenen Haustür passiert. Jetzt warnt die Kölnerin ihre ganze Nachbarschaft.

Kölnerin macht verdächtige Beobachtung

Laut einem Facebook-Post der Frau fährt seit kurzem ein silberner VW Golf durch die Flusssiedlung. Der Fahrer steckt demnach Zahnstocher zwischen Haustür und Rahmen – als Test. Bleibt der Zahnstocher tagelang unberührt stecken, gilt das unter Kriminellen als Signal: Hier wohnt gerade niemand oder die Bewohner sind im Urlaub.

Die Kölnerin bemerkte den Mann direkt an ihrer eigenen Tür. Laut ihren Angaben hielt er sein Gesicht die ganze Zeit vor der Kamera verdeckt. Daraufhin habe sie mehrere Videos und Fotos von ihm und seinem Auto an die Polizei weitergeleitet.

„Der Fall ist der Kripo bekannt“, sagt eine Sprecherin der Kölner Polizei am Dienstag (1. September) auf EXPRESS.de-Nachfrage. Die Einsatzkräfte seien im Bereich der Flusssiedlung sensibilisiert worden. „Wir haben das auf dem Schirm.“

Die Zahnstocher-Masche sei eine bekannte Vorgehensweise, die Einbrecher verwenden würden, bestätigt sie. Es sei aber nicht immer ein Zahnstocher, sondern Täter würden auch etwas Ähnliches nutzen, das unauffällig, leicht zu übersehen sei. Wie zum Beispiel einen Zweig, so die Polizeisprecherin. 

„Gaunerzinken“ – die Geheimzeichen der Kriminellen

Die Methode ist unter dem Begriff „Gaunerzinken“ bekannt. Schon seit Jahrhunderten markieren Kriminelle damit potenzielle Einbruchsziele – früher etwa mit Kreidezeichen an der Hauswand. Ein Kreuz habe demnach bedeutet: Hier gibt es was zu holen. Eine gezackte Linie warnte vor einem bissigen Hund im Haus.

Inzwischen setzen Täter laut Polizeibehörden verstärkt auf subtilere, moderne Varianten: Zahnstocher in Rollläden oder Haustüren, Blätter zwischen Tür und Zarge oder in Papier gewickelte Steine vor der Haustür. Bleiben solche Gegenstände tagelang unberührt, gilt das als Hinweis auf eine Abwesenheit der Bewohner, wie bei einem längeren Urlaub – und damit als idealer Zeitpunkt für einen ungestörten Einbruch.

Die betroffene Kölnerin hat auf jeden Fall sofort reagiert: Sie hat nach eigenen Angaben nicht nur weitere Vorkehrungen getroffen, sondern auch alle Nachbarn in ihrer Umgebung gewarnt. Seit dem Vorfall fahre die Polizei nach ihren Angaben verstärkt Streife in der Flusssiedlung.

Einordnung: Keine Panik, aber wachsam bleiben

Aktuell gibt es allerdings keine Hinweise auf eine systematische Nutzung von Gaunerzinken durch Einbrecherbanden. Stattdessen beobachten Tätergruppen gezielt die Häuser oder nutzen Social-Media-Profile (zum Beispiel, wenn jemand Urlaubsfotos postet).

Hinter einem mysteriösen Gegenstand an der Tür steckt außerdem nicht automatisch eine kriminelle Absicht. Häufig sind es schlicht spielende Kinder oder Paketboten, die etwa Kreuze neben Klingelschildern hinterlassen. Eine hundertprozentige Entwarnung gibt es aber nicht – deshalb raten Sicherheitsexperten, verdächtige Gegenstände nicht einfach zu entfernen und zu ignorieren.

Wer dubiose Zeichen an der Eingangstür, am Briefkasten, neben Klingelschildern oder auf Gegensprechanlagen entdeckt, sollte diese sofort fotografieren, die Polizei informieren und die Nachbarschaft warnen – genau das, was die Kölnerin aus der Flusssiedlung bereits getan hat. Denn eine aufmerksame Nachbarschaft gilt als eine der wirksamsten Maßnahmen gegen Einbrüche.

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