Horror in Kölner NachbarstadtAn Aarons (18) Abitur-Tag schlägt das Schicksal gnadenlos zu

Junger Mann liegt mit Halskrause und an Geräte angeschlossen in einem Krankenbett.

Der 18-jährige Aaron ist nach seinem Unfall querschnittsgelähmt. Hier ist er kurz nach seinem Unfall im Mai 2023 im Krankenhaus zu sehen.

„Alle Träume sind geplatzt“: So beschreibt die Familie von Aaron C. das, was dem 18-Jährigen im Juni 2023 passierte.

von Thomas Werner (tw)

Es sollte einer der leichtesten Tage des Lebens sein. Voller Träume. Voller Hoffnung. Voller Zuversicht. Doch für Aaron C. aus Leichlingen (bei Leverkusen) wurde der Tag, an dem er von seinem bestandenen Abitur erfuhr, zum Albtraum. Der 5. Juni 2023 wird sein Schicksal bestimmen – und das für immer.

An diesem Sommertag fährt der 18-Jährige mit Freunden zum Badesee, will nach dem Abi-Stress entspannen und den Erfolg feiern. Doch das Schicksal schlägt gnadenlos zu!

Ein Ausflug an den Badesee wird für Aaron aus Leichlingen zum Albtraum

Wie am Strand läuft Aaron ins Wasser, will einen flachen Kopfsprung machen. Doch das geht schief: Beim Eintauchen bleibt er mit dem Kopf im Sandboden hängen. Aaron spürt ein Knacken im Genick und kann sich nicht mehr bewegen. Sein Gesicht ist unter Wasser, er kann den Kopf nicht heben. Aaron verliert das Bewusstsein, seine Freunde retten ihn. Als er wieder zu sich kommt, spürt er nicht einmal, dass seine Beine noch im Wasser sind.

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Bereits der alarmierte Notarzt vermutet vor Ort das Schlimmste, die Ahnung wird im Krankenhaus bestätigt – Querschnittslähmung. Aaron sechster Halswirbel ist zertrümmert, dazu steckt ein Knochensplitter im Rückenmark.

Zweimal wird der 18-Jährige (wenige Wochen zuvor volljährig geworden) operiert, zehn Stunden lang entfernen Ärztinnen und Ärzte das Knochenstück und ersetzen den Halswirbel mit einem Implantat aus Titan. Aaron wird ins künstliche Koma versetzt, kommt in eine Spezialklinik.

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Auf „GoFundMe“, einer Crowdfunding-Organisation, hat Aarons Familie eine Spendenkampagne gestartet. 120.000 Euro sollten als Unterstützung für die enormen Kosten zusammenkommen, die der Familie bevorstehen. Jetzt ist klar: Dabei bleibt es nicht! Schon jetzt sind mehr als 162.000 Euro (Stand 3. Oktober, 17 Uhr) gespendet worden – was für eine Anteilnahme!

Früher war Aaron ein Sport-Liebhaber, spielte Fußball, Basketball und Handball im Verein. Dazu fuhr er Snow- und Wakeboard oder war mit dem Fahrrad unterwegs.

Doch davon ist nichts mehr übrig: „Aaron kann seine Schultern, Arme und Hände bewegen, aber seine Finger nicht. Dadurch kann er zum Beispiel nur sehr schwer selbstständig essen und trinken“, schreiben seine Geschwister zur Kampagne. „Er muss umgezogen, gewaschen und gefüttert werden sowie in den Rollstuhl gesetzt werden. Aaron wird sein Leben lang auf medizinische Betreuung angewiesen sein. Alle Träume, die er gehabt hat, sind geplatzt.“

Querschnittslähmung: Wie geht es mit Aaron C. aus Leichlingen weiter?

Ob sich das nochmal ändert? Das Ärzte-Team gab der Familie den Rat, vom „Jetzt-Zustand“ auszugehen. „Aaron hat einen langen und unsicheren Weg vor sich, aber wir wollen ihn auf diesem ermutigen und alles machen, was wir können, damit er seine Freude, seinen Glauben an das Leben und die Hoffnung nicht verliert“, schreiben die Geschwister.

Das Geld soll daher sinnvoll eingesetzt werden. „Es werden viele privat zu zahlende Therapien und Hilfsmittel notwendig sein, für die wir heute die Kosten nicht annährend abschätzen können. Auch um Aaron ein Leben in seiner gewohnten Umgebung zu Hause zu ermöglichen, braucht es zum Beispiel den Einbau eines Liftes, den Umbau des Bads sowie die Anschaffung und Umrüstung eines geeigneten Autos.“

Das alles und mehr, damit sich Aarons Pläne zumindest teilweise noch erfüllen können. „Wir hoffen, dass es mit Euren Spenden möglich sein wird, Aarons gesundheitlichen Zustand durch Therapien zu halten, er sich zurück ins Leben kämpfen und sich in der Zukunft doch noch den einen oder anderen Traum verwirklichen kann“, schreiben seine Geschwister.

Die Hoffnung, dass Aaron etwa eine Ausbildung oder ein Studium machen kann, haben sie noch nicht aufgegeben. So könnte sich das Schicksal – bei aller Brutalität – zumindest gnädig zeigen.