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Nach Tod in der Zülpicher Straße Geldwäsche? Kölner Wirt mit heftigem Vorwurf

Blumen und Kerzen am Tatort in der Zülpicher Straße

Nach dem tödlichen Messerstich in der Zülpicher Straße am 31. Juli, hier Blumen und Kerzen am Tatort, macht ein Wirt einen heftigen Vorwurf.

Nach der tödlichen Messerattacke auf der Zülpicher Straße wird heftig diskutiert, wie es im Kwartier Latäng weitergehen soll. Ein Gastronom macht jetzt einen heftigen Vorwurf, spricht von Geldwäsche-Geschäften.

Köln. Die tödliche Attacke auf einen 18-Jährigen auf der Zülpicher Straße: Was muss hier passieren? Wie kann die Lage auf der Partymeile im Kwartier Latäng entschärft werden?

Dass es in dem Viertel Problem gibt, ist schon länger bekannt. Anwohner hatten sich bei EXPRESS.de gemeldet, ihre Wut über die Untätigkeit der Stadt geschildert.

Zülpicher Straße: Stadtdirektorin kündigt kurzfristigen Termin an

Nach dem furchtbaren Todesfall am 31. Juli hatte Stadtdirektorin Andrea Blome gegenüber EXPRESS.de angekündigt: „Ich werde mich kurzfristig mit der Polizei, den städtischen und den lokalen Akteuren zusammensetzen, mit dem Ziel, eine gemeinsam getragene lokale Agenda sowie kurzfristig wirkende Maßnahmen zu entwickeln.“

Alles zum Thema Polizeimeldungen

Andreas Gebauer, Anwohner der Zülpicher Straße, der die Zustände und die Untätigkeit der Behörden kritisiert hatte, begrüßt den Vorstoß von Stadtdirektorin Andrea Blome: „Die Idee finden wir Anwohner super. Das ist das, was wir schon lange haben wollten. Aus unserer Sicht wäre es gut, wenn ein Zusammenkommen schnell zustande komme würde.“

Termin am Donnerstag: Stadt bespricht Lage auf Zülpicher Straße mit Polizei und KVB

Einen ersten Termin gab es jetzt am Donnerstag, 5. August: Polizei, KVB und Verwaltung setzten sich zusammen.

Bürgersteig mit Absperrband auf der Zülpicher Straße in Köln

Der Tatort an der Zülpicher Straße, hier am Samstag, 31. Juli

„Der Fokus des Termins liegt darauf, die aktuelle Lage – natürlich auch unter Berücksichtigung des Gewaltdelikts – sowie bestehende Problemlagen aus Sicht der einzelnen Fachbereichen zu analysieren und konkrete Maßnahmen zu entwickeln, die kurz- und mittelfristig wirken können“, erklärte ein Stadtsprecher.

Kurz darauf soll auch ein Termin mit den „lokal wirkenden Akteuren“ folgen, für diesen gibt es laut Aussage der Stadt aber noch keinen konkreten Termin.

Nach der Blut-Tat: Wie geht es auf der Zülpicher Straße weiter?

Markus Vogt, Vorsitzender des Gastro Kwartier Latäng, legt den Finger in die Wunde. Steigende Mieten hätten in den letzten Jahrzehnten zu einer fatalen Entwicklung im Viertel geführt: „Als Folge dieser Entwicklung haben sich Mieter in Gewerberäumen eingefunden, für welche die Miethöhe und die Frage der Rentabilität zweitrangig ist. Hier geht es primär um sogenannte Geldwäsche.

Menschen, die ihr Einkommen vorwiegend mit illegalen Geschäften im Bereich Drogenhandel, Schmuggel und/oder Prostitution verdienen, können ihr Einkommen kaum in einer Steuererklärung angeben und somit den Besitz eines Porsches oder Wohnhauses begründen. Hierfür werden legale Existenzen benötigt, deren eigenständige Rentabilität, wie gesagt, nicht relevant ist. Gastronomien eignen sich hierfür.“

Markus Vogt hatte – wie jetzt Kölns Stadtdirektorin – vorgeschlagen, Polizei, Ordnungsamt und „zuverlässige Gastronomen“ an einen Tisch zu bringen. Bitterer Kommentar des Gastro-Vorsitzenden: „Statt einer Polizei, die den Mannschaftswagen kaum verlässt, einem Ordnungsamt, das an den wichtigen Dingen vorbeigeht und Gastronomen, die gegängelt statt integriert werden, sollte es das Ziel sein, diese Potentiale miteinander arbeiten zu lassen.“

Stadt Köln: Maßnahmen für Zülpicher Straße sollen ganzheitlich wirken

Vogts Ideen für die Zukunft: Unseriöse Betriebe durch Kontrollen zum Beispiel der Steuerfahndung entfernen. Oder zum Mittel der Milieu-Schutzsatzung greifen. 

Was bei den Terminen der Stadt herauskommen wird? Offen. „Um dem Diskussionsprozess nicht vorzugreifen“, wie es heißt, kommuniziert die Stadt Köln vorab keine Ideen oder Ansatzpunkte für Maßnahmen. Ziel sei es aber, Maßnahmen zu ergreifen, die ganzheitlich, also im Zusammenspiel mehrerer Bereiche, greifen.

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