Abo

Umbauarbeiten haben begonnenNeue Schweden-Kette kommt nach Köln

In die ehemaligen Räume des Schuhhauses Görtz zieht im Sommer das schwedische Modeunternehmen Lager 157 ein.

Copyright: Alexander Schwaiger

In die ehemaligen Räume des Schuhhauses Görtz zieht im Sommer das schwedische Modeunternehmen Lager 157 ein. Die Umbauarbeiten haben begonnen.

Ein Riesen-Laden in bester Kölner Lage stand drei Jahre leer. Jetzt zieht eine schwedische Modekette ein und die Bauarbeiten starten.

Die Stimmung in der Modewelt ist am Boden. Viele Läden machen dicht, Ketten wie Esprit mussten Insolvenz anmelden. Und dann das: Mitten in dieser Flaute will eine Firma aus Schweden ausgerechnet in Kölns Top-Lage einen neuen Laden aufmachen.

Die Handwerker sind schon da: Voraussichtlich am 11. Juni macht Lager 157 auf. Der neue Laden entsteht in der Zeppelinstraße, wo früher die Schuhkette Görtz war und seit Sommer 2023 nichts mehr los war. Mit fast 2000 Quadratmetern auf zwei Stockwerken wird der Laden riesig. Ein mutiges Unterfangen, denn viele Fachleute meinen, so große Geschäfte über mehrere Ebenen seien eigentlich passé.

„One-Five-Seven“ kommt nach Köln

Ein gewagtes Manöver, denn kaum jemand außerhalb Skandinaviens kennt die Marke. Gründer und Chef Stefan Palm musste daher im Telefongespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ erstmal klarstellen, wie man den Namen ausspricht: Zuhause sagt man „One-Five-Seven“.

Das Unternehmen wurde 1999 gegründet und ist in Skandinavien mit über 90 Geschäften stark vertreten. Jetzt wagt man den Sprung nach Deutschland, als erstem Land jenseits der skandinavischen Heimat. In Bremen und Hannover ist man schon präsent. Stefan Palm hat eine lange Verbindung zu Köln. „Ich war in den 90ern hier oft bei Modemessen, bin oft über die Schildergasse gegangen. Erst letzte Woche war ich hier, habe all die jungen Menschen in Jeans gesehen. Für die passt unser Angebot.“

Der Name Lager 157 geht auf die Adresse am Gründungsort zurück – kurios: Der Kölner Dom ist ebenfalls 157 Meter hoch. „Das ist wohl Schicksal.“ Zudem sei das Haus in der Zeppelinstraße außergewöhnlich hübsch. „Wir sind sehr froh, dass wir hier einziehen können.“

Der „Mode-Ikea“ für Köln?

Bei Lager 157 gibt es schlichte Basics: einfarbige Pullover, T-Shirts und Jeans. Die Preise sind eine klare Ansage: Eine Jeans kostet 30 Euro, ein Pulli 15 Euro und ein Top nur 8 Euro. Der minimalistische Look erinnert an Uniqlo (die etwas teurer auf der Schildergasse zu finden sind). Deswegen hat die Marke auch den Spitznamen „Ikea der Mode“ weg.

Aber ist es nicht brandgefährlich, direkt gegenüber vom Billig-Anbieter Primark aufzumachen, der für seine Spottpreise berüchtigt ist? „Nein, wir fühlen uns da ganz wohl, weil wir ein gänzlich anderes Konzept und Sortiment haben. Wir konzentrieren uns ganz auf Basics mit einem skandinavischen Touch. Und dann haben wir als Nachbarn ja passenderweise auch noch Globetrotter, auch ein schwedisches Unternehmen. Das ist eine gute Nachbarschaft.“

Dass die Marke hier noch keiner kennt, macht Palm keine Sorgen. Daran sei man gewöhnt. Auch in der Heimat Skandinavien musste man sich den Erfolg erst erkämpfen. Trotz der angespannten Situation im Handel plant man jetzt, weltweit zu wachsen. „Wir haben das Schritt für Schritt aufgebaut und bisher hat es geklappt. Wir glauben, dass es für uns einen Markt in Deutschland gibt. Und wir glauben an den stationären Einzelhandel.“

Palm ist sich sicher: Gerade wegen Online-Shopping und Künstlicher Intelligenz sehnen sich die Leute nach echten Erlebnissen, wollen durch Läden bummeln und die Citys beleben. „Wir müssen das Einkaufen aber interessanter machen.“ Bei Lager 157 will man das neben den Produkten vor allem mit „Service und Freundlichkeit“ schaffen.

Problemzone Hohe Straße: Viele Läden stehen leer

Für die Zeppelinstraße ist die Neuansiedlung ein echter Gewinn, denn die dreijährige Hängepartie ist endlich vorbei. Leere Schaufenster sind ein Dauer-Ärgernis für viele Kölnerinnen und Kölner, die den Eindruck haben, die Innenstadt verödet. Eine Untersuchung der Köln-Business Wirtschaftsförderung von März 2024 zeigte einen „augenscheinlichen Leerstand“ von 6,6 Prozent im Zentrum. Dies wurde als ein seit Jahren konstantes „stabiles Niveau“ bewertet.

Die Schildergasse stand mit einer Quote von 2,9 Prozent gut da, die Hohe Straße hingegen hatte 8,7 Prozent Leerstand. Die Hohe Straße leidet besonders, weil dort in den kleinteiligen Bauten aus der Nachkriegszeit gerade viel umgebaut wird oder Umbauten anstehen. Köln-Business nennt das „augenscheinlichen Leerstand“, weil viele Geschäfte schon einen neuen Mieter haben, aber noch saniert werden. So ist es zum Beispiel beim früheren Deichmann-Haus auf der Schildergasse. Ein Nachfolger ist gefunden, darf aber noch nicht verraten werden.

Für die Schandflecken an der Ecke Hohe Straße/Große Budengasse gibt es ebenfalls schon lange Neubaupläne, genau wie für die Sanierung des Silber-Becker-Hauses auf der Hohe Straße. Und in das leere Ladenlokal an der Ecke zur Brückenstraße zieht bald die Kaffeekette Starbucks. Es wird aber noch einige Jahre dauern, bis die Hohe Straße wieder in altem Glanz erstrahlt. Die Neuvermietung in der Zeppelinstraße ist da ein wichtiges Signal. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

Fast 160 Menschen demonstrierten vor dem Ehrenfelder Bezirksrathaus.

Demo vor Kölner Veedels-Rathaus

„Sie sollen alle mitbekommen, was da in ihrem Stadtbezirk los ist“