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Tödliche UnfälleWeiße Fahrräder erinnern an Kölner Tragödien – eins wurde schon geklaut

Weißes Fahrrad mit Blumen und Kerzen steht als Mahnmal in der Kölner Innenstadt.

Am Friesenplatz/Ecke Hohenzollernring steht ein weißes Fahrrad. Es erinnert an den Tod einer 55-Jährigen, die im Mai 2020 bei einem Unfall mit einem Lkw ums Leben kam. Das Foto wurde am 25. Mai 2020 aufgenommen.

An vielen Kölner Kreuzungen stehen weiße Geisterfahrräder. Die Geschichten dahinter sind extrem tragisch. Aber wer stellt die Räder eigentlich auf?

von Matthias Trzeciak (mt)

Zuletzt wurde nach dem tödlichen Fahrradunfall an der Clever Straße Ecke Riehler Straße ein weißes Geisterfahrrad aufgestellt.

Bei dem tragischen Unglück am 23. Juni 2023 wurde eine 83-jährige Seniorin so schwer verletzt, dass sie später in der Klinik starb. Sie wurde von einem Kipplaster erfasst (siehe Foto oben).

22 Geisterfahrräder in Köln – Fall Miriam (†19) war besonders tragisch

Die weißen Räder in Köln – es werden immer mehr. Wie der ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) auf EXPRESS.de-Nachfrage erklärt, sind es aktuell 22 Stück, die im Stadtgebiet stehen. Und hinter jedem Fahrrad verbirgt sich ein trauriges Schicksal.

Alles zum Thema Unfall Köln

Besonders bewegend: der Fall Miriam (†19). Die junge Frau wurde am 14. April 2015 auf dem Auenweg in Mülheim bei einem Raserunfall lebensgefährlich verletzt. Einen Tag später starb Miriam im Krankenhaus.

Ähnlich bewegend war der Unfall, der 2011 am Militärring Ecke Gleueler Straße der 17-jährigen Ida das Leben kostete. Auch hier stand viele Jahre ein Geisterrad. Das wurde inzwischen entfernt. Drei weitere weiße Mahnmale wurden wieder abgebaut. 

Wie Christoph Schmidt, Kölner ADFC-Sprecher, gegenüber EXPRESS.de erklärt, gibt es keine feste Zeit, wie lange die Räder an den Unfallpunkten stehen.

Schmidt ergänzt: „Die meisten Geisterräder bleiben so lange dort, bis die Verkehrssicherheit signifikant verbessert wurde.“

Was besonders tragisch ist – es wurde auch schon ein Fahrrad gestohlen. Andere Räder wurden beschädigt oder Teile davon abgebaut. „Das ist für die Angehörigen natürlich sehr schmerzhaft“, erzählt Schmidt.

Schließlich seien das Orte der Trauer, wo Angehörige immer wieder Blumen oder Kuscheltiere ablegen oder Grablichter aufstellen.

Die Räder werden von Kölnerinnen und Kölnern gespendet. „Ehrenamtliche reinigen die Räder, entfernen Kabel und Kleinteile und lackieren sie dann mit einem weißen Spray“, erklärt der ADFC-Sprecher das Procedere.

Geisterfahrräder in Köln: Erfindung kommt aus den USA

Er weist darauf hin, dass nicht bei jedem tödlichen Fahrradunfall ein weißes Rad aufgestellt wird.

Eine Übersicht mit den Geisterfahrrädern in Köln gibt es hier.

Die Erfindung mit den weißen Geisterfahrrädern kommt übrigens aus den USA. Im Oktober 2003 wurde in St. Louis erstmals nach einem Auto-Fahrrad-Unfall ein Gedenkprojekt mit Geisterfahrrädern gestartet.