Seit 3 Uhr StillstandGroßer KVB-Streik in Köln – so war die Verkehrslage am Morgen

Am KVB-Streiktag stiegen viele Kölner und Kölnerinnen aufs Rad.

Am KVB-Streiktag stiegen viele Kölner und Kölnerinnen aufs Rad. Das Foto wurde am 15. Februar 2024 am Barbarossaplatz aufgenommen.

Die Gewerkschaft Verdi ruft im Öffentlichen Nahverkehr erneut zum Streik auf. Was Kundinnen und Kunden der KVB wissen müssen.

von Thomas Werner (tw)

Schon wieder großer KVB-Streik in Köln – und der legt fast alles lahm! Weniger als zwei Wochen nach dem letzten Streik-Tag am 2. Februar hat die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten für Donnerstag (15. Februar 2024) wieder aufgefordert, die Arbeit niederzulegen.

Seit Dienstagmorgen (13. Februar) ist der neuerliche Streik bekannt, seit 3 Uhr am Donnerstagmorgen läuft er. Es finden keine Stadtbahn-Fahrten der KVB statt, nur die durch Subunternehmen durchgeführten Busfahrten können erfolgen.

Streik bei der KVB – am Donnerstag finden so gut wie keine Fahrten statt

Wer am Donnerstagmorgen mit dem Auto zur Arbeit fahren wollte, stand vielerorts im Stau. In der City war einiges los. Inzwischen hat sich die Lage wieder entspannt.

Betroffen war unter anderem die Inneren Kanalstraße von der Venloer Straße bis zur Dürener Straße. Auch auf der Deutz-Mülheimer Straße staute es sich. Und viel Verkehr gab es auf der Straße am Leystapel. Alternativ stiegen viele Kölner und Kölnerinnen aufs Rad.

Hier die Staukarte von „verkehr.nrw“ anschauen:

Die Gewerkschaft erhöht damit den Druck auf die Arbeitgeberseite – am Freitag (16. Februar) steht in Bochum die nächste Tarifrunde im Mantelvertrag für Beschäftigte im ÖPNV an. Die erste Runde hatte keinen Erfolg gebracht, sondern für Kopfschütteln bei der Gewerkschaft gesorgt.

„Wenn die Arbeitgeberseite alle Forderungen der Gewerkschaft vom Tisch wischt und stattdessen eine Reihe von Gegenforderungen einbringt, wird klar, dass es harte Verhandlungen und keine schnellen Lösungen gibt“ so Frank Michael Munkler von Verdi.

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Die Gewerkschaft fordert unter anderem eine neue Überstunden-Regelung (ab der ersten Minute), eine Schicht- und Wechselschichtzulage für den Fahrdienst, 100 Prozent Jahressonderzahlung sowie den identischen Ort für Arbeitsbeginn und -ende der Beschäftigten.

„Wir wollen und müssen eine soziale und ökologische Verkehrswende schaffen. Dafür müssen die Beschäftigten entlastet werden, so wird der ÖPNV gestärkt. Die Arbeitgeber setzen auf verlängerte Arbeitszeiten und weitere Grausamkeiten, die den Beruf unattraktiver machen. So wird der Fachkräftemangel verschlimmert“, so Munkler weiter.

Für Kölnerinnen und Kölner wichtig: Da der Warnstreik in weite Teilen NRWs (und damit auch in Bonn) läuft, findet auch auf den Stadtbahn-Linien 16 und 18, die die KVB gemeinsam mit den Stadtwerken Bonn (SWB Bonn) betreibt, kein Verkehr statt.

Kundinnen und Kunden der KVB müssen ausweichen

Kundinnen und Kunden der KVB können allerdings auf S-Bahnen, Regionalbahnen (RB) und Regionalexpressbahnen (RE) ausweichen – die sind vom Streik nicht betroffen. Das gilt auch für das Angebot der Regionalverkehr Köln GmbH (RVK).

Am Donnerstag soll in Köln in der Zeit von 9 Uhr bis 12 Uhr zudem eine Streikversammlung bei der KVB (Scheidtweiler Straße) stattfinden. Dort wird unter anderem Andreas Schackert, Verdi-Bundesfachgruppenleiter Busse und Bahnen, sprechen.