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Heute vierter Streiktag in KölnWie viel verdient ein KVB-Fahrer im Monat?

Der öffentliche Nahverkehr ist bereits im Januar in großen Teilen Nordrhein-Westfalens durch einen Warnstreik zum Erliegen gekommen, auch in Köln.

Copyright: Arton Krasniqi

Der öffentliche Nahverkehr war bereits im Januar in großen Teilen Nordrhein-Westfalens durch einen Warnstreik zum Erliegen gekommen, auch in Köln.

Aktualisiert

Wieder ruft Verdi für Freitag und Samstag bundesweit zu Streiks im Nahverkehr auf. Doch was verdient ein Fahrer bei den Kölner Verkehrs-Betrieben (KVB) eigentlich?

Fünfter Streiktag in Köln! Auch am Donnerstag geht bei den Kölner Verkehrsbetrieben nichts, nachdem die Gewerkschaft Verdi erneut zu Warnstreiks in Nordrhein-Westfalens Nahverkehr aufgerufen hat. 

Der Kölner Stadt- und Busverkehr ist erneut von den Streiks betroffen. Auch am Freitag (20. März) stehen Streiks an. Und es könnte so weitergehen – auch am Samstag, wenn das Derby in der Fußball-Bundesliga zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach (15.30 Uhr/Sky und im EXPRESS.de-Liveticker) ansteht.

So hoch ist das Einstiegsgehalt bei der KVB

Schon lange ist die Personallage in Köln extrem angespannt, die KVB sucht händeringend nach Fahrerinnen und Fahrern. Doch wie viel verdient man als solcher eigentlich?

Laut KVB-Angaben liegt das Einstiegsgehalt für Fahrer in der Lohngruppe 5 des Tarifvertrages TV-N nach der letzten Tariferhöhung derzeit bei 3112,72 Euro brutto im Monat. Mit der Betriebszugehörigkeit und der Erfahrung steigt der monatliche Lohn – in fünf Schritten bis auf maximal 3829,90 Euro (nach 17 Jahren).

Hinzu kommen Nacht- und Wochenendzuschläge sowie zwei jährliche Sonderzahlungen. Außerdem gibt es ein Jobticket (Deutschlandticket) obendrauf. Wer bei der KVB fährt, der arbeitet 39 Stunden pro Woche im Schichtdienst.

Die Lohngruppe 5 gilt für all jene mit abgeschlossener Ausbildung, also Kraftomnibusfahrer, Stadtbahnwagenführer oder U-Bahnwagenführer. Heißt: Fahrerinnen und Fahrer müssen drei Jahre Berufserfahrung mitbringen. Die KVB verspricht zudem eine finanzielle Entwicklung alle vier Jahre.

Wer sich bewerben will, muss mindestens 21 Jahre alt sein, ein Führungszeugnis ohne Einträge vorweisen und seit zwei Jahren den Führerschein der Klasse B besitzen.

Das sind die Forderungen von Verdi

Verdi fordert aktuell deutliche Verbesserungen für Beschäftigte: Die Wochenarbeitszeit soll bei vollem Lohnausgleich um zwei Stunden auf 37 Stunden reduziert werden. Die Ruhezeit zwischen zwei Schichten soll von zehn auf mindestens elf Stunden erhöht werden, und der Zuschlag für Sonntagsarbeit soll von 25 Prozent des Stundenentgelts auf mindestens 40 Prozent steigen. 

Verdi meint: Sollten sich die Arbeitsbedingungen nicht verbessern, könnte sich der massive Personalmangel wie bei der KVB noch weiter verschärfen. Und was sagen die Arbeitgeber? Für die sind diese Forderungen nicht realisierbar. Sie meinen, Verdi ignoriere die schlechte Finanzlage der kommunalen Nahverkehrsunternehmen. (mg)

Wir haben in einer früheren Version des Artikels ein Einstiegsgehalt von 3.002,72 Euro genannt. Das war das Gehalt vor der jüngsten Tariferhöhung. Diesen Fehler haben wir korrigiert.

Auf einem Banner steht "Wir streiken", im Hintergrund stehen zahlreiche Busse.

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