Bodycams für Kontrolleure: NRW-Städte ziehen jetzt nach.
Klare Ansage an PöblerNach KVB-Erfolg: Weitere Städte setzen auf Bodycams für Prüfer

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Bodycams sollen bei Kontrollen in Fahrzeugen der Rheinbahn Übergriffe verhindern und das Sicherheitsgefühl erhöhen. (Archivbild)
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Nach dem Vorbild aus Köln und Düsseldorf denken nun auch andere Verkehrsunternehmen in NRW laut über eine Neuerung nach: Bodycams für das Kontrollpersonal in den Fahrzeugen. Diesen Trend belegt eine Erhebung der Deutschen Presse-Agentur unter den zehn größten Städten des Bundeslandes. Man erhofft sich von den kleinen Geräten am Körper der Angestellten eine deeskalierende Wirkung in heiklen Momenten und ein gesteigertes Gefühl von Sicherheit bei den Passagieren.
Wer zieht jetzt nach?
In Essen und Mülheim ist die Ruhrbahn für den Nahverkehr zuständig und plant konkret ein Testprojekt hierzu, bestätigte eine Firmensprecherin.
Auch in Bonn beschäftigen sich die Stadtwerke mit der Angelegenheit, wie eine Sprecherin mitteilte. Derzeit wird der Einsatz geprüft. Vonseiten der Bonner Stadtwerke wird der mögliche Vorteil betont: „Für Fahrausweiskontrolleure können Bodycams in nicht überwachten Außenbereichen einen klaren präventiven, dokumentarischen und sicherheitsrelevanten Nutzen entfalten“.
Düsseldorf setzt voll auf die Kameras
Die Düsseldorfer Rheinbahn hat nach einer Testphase, die im August 2024 startet und ein Jahr darauf evaluiert wird, beinahe ihr komplettes eigenes Kontrollpersonal mit den Geräten ausgerüstet. Bald sollen alle internen Prüfer eine Kamera besitzen. Externe Dienstleister sollen bei der kommenden Auftragsvergabe nachziehen. Der Zeitplan dafür ist klar: „Wir gehen davon aus, dass das ab Anfang 2027 so weit sein wird“, verlautete aus dem Unternehmen.
Der Spiegel-Trick gegen Pöbler
Die Kameras lassen sich bei Notwendigkeit mit einem Tastendruck aktivieren. Ein Sprecher der Rheinbahn erläuterte einen besonderen psychologischen Effekt: „Schon die Aktivierung des Spiegel-Modus der Kamera – die Person vor der Prüferin oder dem Prüfer sieht sich und ihr Verhalten also selbst – wirkt deeskalierend bei den Fahrgästen“. Das Fazit fällt erfreulich aus. Die Zahl der Auseinandersetzungen und Attacken gegen die Kontrolleure ist spürbar gesunken.
KVB in Köln: Ein voller Erfolg
Die Kölner Verkehrs-Betriebe AG (KVB) können dies nur bestätigen und haben schon vergleichbare Beobachtungen gesammelt. Eine Sprecherin fasst zusammen: „Die Bodycams werden eindeutig erfolgreich eingesetzt. Sie wirken deeskalierend und verbessern das Sicherheitsgefühl bei Kunden wie Mitarbeitenden gleichermaßen“. Bei der KVB tragen die Kräfte aus den Bereichen Service und Sicherheit, die ebenfalls Tickets prüfen, die Kameras. In jeder Einsatzgruppe ist wenigstens ein Gerät vorhanden.
Freiwillig oder Pflicht?
Sowohl bei den Kölnern als auch in Düsseldorf betont man: Das Anlegen der Kamera geschieht auf freiwilliger Basis für die Angestellten. Bei der Rheinbahn sind die Kontrolleure stets in Gruppen von wenigstens zwei Leuten im Einsatz. Die Einsatzplanung wird so organisiert, dass im Idealfall pro Team eine Person mit einer Bodycam ausgerüstet ist. Abhängig von der jeweiligen Schichteinteilung kann es in Ausnahmesituationen aber auch Teams ohne Kamera geben.
Diese Städte zögern noch
Ein Sprecher der Stadtwerke Bielefeld teilte mit, dass dort bisher keine solchen Kameras verwendet werden.
Aus Münster kommt von den dortigen Stadtwerken eine klare Ansage: „Wir setzen keine Bodycams ein“.
Die Kundenbetreuer der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG sind ohne Bodycams unterwegs, wie eine Sprecherin des Unternehmens bestätigte.
In Dortmund verzichtet DSW21 nach eigenen Angaben ebenfalls auf den Gebrauch von Bodycams. Ebenso existieren bei der DVG in Duisburg sowie bei den Stadtwerken in Wuppertal aktuell keine Vorhaben, die Kameras zu implementieren. (dpa/bearbeitet durch Gemini 2.5 Pro)
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