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Wieder Streik bei der KVBWas verdient ein Fahrer im Monat?

Der öffentliche Nahverkehr ist bereits im Januar in großen Teilen Nordrhein-Westfalens durch einen Warnstreik zum Erliegen gekommen, auch in Köln.

Copyright: Arton Krasniqi

Der öffentliche Nahverkehr war bereits im Januar in großen Teilen Nordrhein-Westfalens durch einen Warnstreik zum Erliegen gekommen, auch in Köln.

Aktualisiert

Wieder ruft Verdi für Freitag und Samstag bundesweit zu Streiks im Nahverkehr auf. Doch was verdient ein Fahrer bei den Kölner Verkehrs-Betrieben (KVB) eigentlich?

Verdi hat für Freitag (28. Februar) und Samstag (28. Februar) zu Warnstreiks in Nordrhein-Westfalens Nahverkehr aufgerufen, um im Tarifkonflikt Druck auf die Arbeitgeber zu machen. 

Auch der Kölner Stadt- und Busverkehr ist von den Streiks betroffen. Ab Freitag, 3 Uhr, werden keine Stadtbahn-Fahrten der KVB stattfinden. Davon ausgenommen sind nur die durch Subunternehmen durchgeführten Busfahrten. Der Betrieb wird erst zum Beginn des Betriebstages am Sonntag (1. März) wiederaufgenommen, wie die KVB mitteilt. 

So hoch ist das Einstiegsgehalt bei der KVB

Schon lange ist die Personallage in Köln extrem angespannt, die KVB sucht händeringend nach Fahrerinnen und Fahrern. Doch was verdient man als solcher?

In der Stellenanzeige für die Bahnfahrer wirbt das Unternehmen mit den Vorzügen des Jobs. Laut KVB-Angaben liegt das Einstiegsgehalt für Fahrer in der Lohngruppe 5 des Tarifvertrages TV-N derzeit bei 3.002,72 Euro brutto im Monat. Mit der Betriebszugehörigkeit und der Erfahrung steigt der monatliche Lohn – in fünf Schritten bis auf maximal 3718 Euro (nach 17 Jahren).

Hinzu kommen Zeitzuschläge entsprechend der Dienstlage und zwei jährliche Sonderzahlungen. Außerdem gibt es ein Jobticket (Deutschlandticket) obendrauf. Wer bei der KVB fährt, der arbeitet 39 Stunden pro Woche im Schichtdienst.

Die Lohngruppe 5 gilt für all jene mit abgeschlossener Ausbildung, also Kraftomnibusfahrer, Stadtbahnwagenführer oder U-Bahnwagenführer. Heißt: Fahrerinnen und Fahrer müssen drei Jahre Berufserfahrung mitbringen. Die KVB verspricht zudem eine finanzielle Entwicklung alle vier Jahre.

Wer sich bewerben will, muss mindestens 21 Jahre alt sein, ein Führungszeugnis ohne Einträge vorweisen und seit zwei Jahren den Führerschein der Klasse B besitzen.

Das sind die Forderungen von Verdi

Verdi fordert aktuell deutliche Verbesserungen für Beschäftigte: Die Wochenarbeitszeit soll bei vollem Lohnausgleich um zwei Stunden auf 37 Stunden reduziert werden. Die Ruhezeit zwischen zwei Schichten soll von zehn auf mindestens elf Stunden erhöht werden, und der Zuschlag für Sonntagsarbeit soll von 25 Prozent des Stundenentgelts auf mindestens 40 Prozent steigen. 

Verdi meint: Sollten sich die Arbeitsbedingungen nicht verbessern, könnte sich der massive Personalmangel wie bei der KVB noch weiter verschärfen. Und was sagen die Arbeitgeber? Für die sind diese Forderungen nicht realisierbar. Sie meinen, Verdi ignoriere die schlechte Finanzlage der kommunalen Nahverkehrsunternehmen. (mg)

Busse der Kölner Verkehrsbetriebe KVB stehen im Depot.

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Wieder Streikaufruf – auch KVB betroffen